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Vinylböden sind wieder stark im Kommen

Der Markt der Bodenbeläge ist stark umkämpft. Laminat war der Verkaufsrenner der 90-er Jahre, was die preiswerte Variante eines holzähnlichen Fußboden betrifft. Das ließ die Hersteller von Bodenkeramik nicht ruhen und einige brachten Fliesen mit Holzdekor auf den Markt. Die waren aber nicht das Gelbe vom Ei. Ganz anders bei den Vinylböden mit Holzdekor. Auf den ersten Blick „echt Eiche rustikal“, beim Betreten merkt man aber den Unterschied: Der Vinylboden ist elastisch und dämpft den Trittschall. Mutti wird also nicht genervt, wenn der kleine Marco mit seiner Holzeisenbahn über den Fußboden „dampft“.

Die Trittschalldämpfung ist einer der Vorteile. Die beiden wichtigsten anderen sind die Pflegeleichtigkeit auch unter dem Gesichtspunkt hoher Hygieneanforderungen und die Resistenz gegen Feuchtigkeit. Da die Vinylbahnen thermisch miteinander verschweißt werden, kann kein (Putz)Wasser in die Fugen dringen. Das alles ist ein Grund dafür, dass Vinylböden in Krankenhäusern bevorzugt zum Einsatz kommen – auch und gerade bis in den OP-Bereich. Erstens stehen die Ärzte bei langen Operationen lieber auf einem elastischen, statt auf einem Keramik-Fußboden. Und zweitens bietet der Boden keine Nistplätze für Mikroben und Bakterien.

Vinylböden kommen zunächst einmal als Bahnenware auf den Markt, wobei die herkömmliche Bahnenbreite bei 2 m liegt und die Bahnenlänge bei 20 m. Es werden bei auch Bahnen mit 4 m Breite hergestellt. Der klassische Vinylboden hat einen Schaumrücken, die Ausstattung mit Textilrücken aus einem Vlies-Gewebe ist jedoch auf dem Vormarsch. Vinylböden als Bahnenware werden verklebt. Wie bei allen verklebten Bodenbelägen gibt es auch hier eine „Ablüftzeit“, also eine Zeitspanne, in der der neue Bodenbelag bzw. dessen Kleber nicht mehr ausdünstet. Die Ablüftzeit ist unterschiedlich lang (oder kurz), die Hersteller nennen diese auf den Gebrauchsanleitungen ihrer Kleber.

Neben Bahnware bieten die Hersteller auch Fliesen und „Plankenware“ an. Das sind laminatähnliche „Bretter“, die je nach Produktgruppe ebenso wie die Fliesen lose verlegt werden können oder nur mit Teppichklebeband fixiert werden müssen, wobei es auch Fliesen gibt mit rückseitiger Klebeschicht: Schutzfolie runter und schon kann man die Fliese auf den Estrich kleben. Ob Bahn, Planke oder Fliese – die Teilstücke werden thermisch miteinander verschweißt, wobei bei verschweißten Böden eine Ruhezeit von 24 Stunden eingehalten werden muss. Die Schweißschnüre liefert der Hersteller; sie werden per Hand oder – noch besser – mit einem Schweißautomaten in die ausgefrästen Verbindungskanten gepresst und nach Auskühlung platt gestoßen.

Wie bei Laminat, Bodenkeramik oder Teppichboden gibt es auch bei Vinyl verschiedene Beanspruchungsklassen, nur spricht man hier von Verschleißverhalten, das von „gut“ bis „hoch“ reicht. Wer sein Heimbüro oder sein Ladenlokal mit einem Vinylboden ausstatten will, sollte natürlich nur die strapazierfähigste Ware verlegen. Und wenn er dann noch auf einem Bürostuhl hin- und her rollt, dann sollte es ein Stuhl mit Rollen Typ W nach EN 12529 sein, der mit sog. Doppel-Lenkrollen ausgestattet ist.



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