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Wespennest beseitigen im und am Haus und im Garten

Wespennest Offenbar hat es auch etwas mit dem Klimawandel zu tun. In weiten Teilen Deutschlands gibt es keine starken Fröste mehr, warme Temperaturen setzen früher ein, an Sträuchern und Bäumen blüht es zeitiger – und schon ab März/April setzt die Wespenplage ein "wie einst im Mai". Speziell seit Frühsommer 2009 sind bei baumarkt.de viele Anfragen eingegangen, wie man denn ein Wespennest entfernen kann. Unsere Redaktion ist dem Thema nachgegangen und gibt hier einige Hinweise - auch zum Bau einer Wespenfalle.

Wespen werden – je nachdem - als Problem angesehen, von dem für bestimmte Allergiker sogar erhebliche Gesundheitsrisiken ausgehen bis zum Atemstillstand. Auch wer kein Allergiker ist, fürchtet sich vor Wespenstichen, die richtig "schön" wehtun. Man möchte natürlich vor allem seine Kinder und Enkel vor solchen Stichattacken bewahren. Das herum rudern mit den Armen oder mit Fliegenklatschen hat auf Wespen keine abschreckende Wirkung – eher im Gegenteil. Man darf also erstens nicht in Hektik verfallen und muss zweitens zu anderen Waffen greifen – oder auch nicht, denn die Naturschützer weisen zu Recht darauf hin, dass auch Wespen eine Aufgabe im Kreislauf der Natur haben und bestimmte Wespen­arten sogar unter Artenschutz stehen und nicht bekämpft werden dürfen. Diese Einsichten helfen denjenigen aber gar nicht, die sich bei Kaffee und Kuchen im Garten entspannen wollen und denen Wespen um die Kaffeesahne schwirren. Was nun bzw. was tun?

Wespen auf dem Kuchen und auf dem Kaffeetisch

Wer auf dem Balkon oder der Terrasse einen saftigen Pflaumenkuchen essen will, hat schnellstens Wespen als ungebetene Gäste. Die beste Wirkung erzielt das Rohr eines starken Staubsaugers, also einfach Wespen mit dem Staubsauger wegsaugen, sobald sie um den Kuchen herum schwirren. Sitzt die Wespe schon auf der Torte, wird unter Umständen der Kuchenbelag mit weggesaugt. Die Wespen sind dann weg und die saftigen Pflaumen auch.

Süße Parfüms, aber auch helle Bekleidung mit blumigen Mustern locken Wespen an und eine mit der Fliegenpatsche getötete Wespe sondert schnell noch, bevor sie den Geist aufgibt, als sog. Botenstoff ein spezielles Alarmpheromon ab, das anderen Wespen signalisiert, dass hier ein "Kamerad" abgemurkst worden ist, was Artgenossen in der Nähe erst recht angriffslustig macht.

Gastwirte, die einen Biergarten oder ein Straßencafé betreiben, können natürlich nicht mit dem Staubsauger herum flitzen. Sie stellen Gläser mit einem süßen Apfelsaft auf, in den sie einen Tropfen Spülmittel gegeben haben – und hoffen auf die Mithilfe der Gäste. Sobald eine Wespe ins Glas gekrabbelt ist, sollen die Gäste das Glas mit einem Bierdeckel abdecken und den Inhalt schwenken, wobei die Wespe zu schwimmen versucht, aber aufgrund des "entspannten" Wassers bald ersäuft. Es ist aber nicht jedermanns Sache, auf diese Weise Insekten zu töten. Und ein Glas, in dem tote Wespen schwimmen oder um ihr Leben kämpfen, wirkt auch nicht gerade appetitanregend.

In solchen Fällen ist es also das Beste, Ruhe zu bewahren und die Wespen einfach zu ignorieren. Von sich aus haben Wespen nämlich gar keine Lust, auf Menschen einzustechen.

Die Feuerwehr beseitigt keine Wespennester

Wespen bauen Kokons, die sie unter Dachbalken oder sogar im Sommer in einen Schornstein kleben. Aktuell berichtete uns eine Familie von einem Wespennest ausgerechnet im Rollladenkasten über dem Küchenfenster. Auch in Gartenhäusern hängen mitunter Wespennester, wobei die Wespen Astlöcher in der Außenwand als Einflugschneise benutzen.

Als Retter vor der Wespenplage wird oft – auch in einschlägigen Foren – die Feuerwehr genannt. Die ist aber seit vielen Jahren dafür nicht mehr zuständig und verweist auf Schädlingsbekämpfer. Bei der Berufsfeuerwehr Berlin hieß es in bestem Berlinerisch: "Wenn det Nest in eenem unserer öffentlichen Kinderjärten hängt, dann rücken wir aus. Wenn wer och noch in jedet Privathaus und in jede Datsche kommen müssten, hätten wir ville zu tun." Wie in Berlin, ist es überall in Deutschland. Ausnahmen bei der einen oder anderen freiwilligen Feuerwehr auf dem Lande mag es geben, wenn der Hilfesuchende den Hauptbrandmeister gut kennt oder der freiwilligen Wehr eine Spende zusagt.

Hilfe vom Imker oder Schädlingsbekämpfer

Der Schädlingsbekämpfer ist die richtige Anlaufstelle, wenn ein Wespennest entfernt werden soll. Dieser tötet die Wespen auch keineswegs mit Chemikalien, sondern entfernt das Wespennest und lagert es irgendwo im Wald wieder aus, das Wespennest wird also "umgesetzt". Der Schädlingsbekämpfer trägt dazu eine Imker-Schutzkleidung und lässt das Nest in einen Plastiksack fallen, den er sofort verschnürt.

Wer einen Imker kennt und diesen mobilisieren kann, wird feststellen, dass dieser ein Nest auf ähnliche Art entfernt. Ob er die Wespen aber im Wald aussetzt, darf bezweifelt werden, denn Imker haben etwas gegen Wespen, die auch Bienenstöcke befallen können.

Wespennester in Selbsthilfe beseitigen – geht das?

Es geht, aber unsere Redaktion rät dringend davon ab. Wer selbst ein Wespennest abbauen will, braucht in jedem Fall Imker-Schutzkleidung, die er sich vielleicht von einem Imker leihen kann. Und wenn das Nest hoch oben unter einem überstehenden Dachbalken hängt, braucht er auch noch eine gute Unfallversicherung.

Wespensprays aus der Dose, die unter hohem Druck eine bis zu 4 m streuende Giftwolke versprühen, töten zwar die umherschwirrenden Wespen, nicht aber unbedingt die im Kokon sitzenden Larven, die nach wenigen Tagen schlüpfen und als abenteuerlustige Jungwespen ihre getöteten Eltern rächen werden.

Das gilt auch für Spiritus, Petroleum oder sogar Bremsenreiniger, den Wagemutige aus der GLORIA-Gartenspritze verteilen. Von der Logik her ist der Einsatz eines langen Blasrohrs sinnvoll, mit dessen Ende man direkt in das Einschlupfloch des Wespennestes sticht und dann Ameisenstreupulver in den Kokon bläst. Aber zwischen logischer Handhabung und praktischem Verlauf liegen Welten und unter Umständen ein Krankenhausbett, weil der private Wespenbekämpfer das Pulver eingeatmet statt weggepustet hat oder weil die Wespen, die um das Einflugloch herum geflogen sind, ihrerseits zur konzertierten Attacke übergegangen sind.

Foto: perdita/Fotolia.com


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