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Teppichböden - Aufbau und Eigenschaften

Aufbau eines Teppichbodens
Herstellungsverfahren von Teppichböden
Was spricht für textile Bodenbeläge?
Farben und Muster von Teppichböden
Kunstfaserteppiche
Naturfaserteppiche
Das Teppichsiegel

Aufbau eines Teppichbodens


Teppichböden gehören zum festen Inventar fast jedes Hauses. Obwohl sie ein bekanntes Bild in unserem häuslichen Umfeld darstellen, beschäftigen wir uns recht wenig mit den Materialien, die wir täglich "mit Füßen treten". Wenn Sie Ihren Teppich einmal genau von der Seite betrachten, können Sie sehen, daß er aus drei verschiedenen "Schichten" besteht.: Aufbau eines Teppichbodens Ganz oben ist die Nutzschicht, die aus Fasern und einem Träger besteht. Die Fasern können entweder natürlich sein (tierisch: Schurwolle, pflanzlich: Baumwolle oder Jute) oder aber synthetisch (Polyamid, Polyester, Nylon). Auch Mischgarne sind möglich beispielsweise Polyamid und Schurwolle. Die Mittelschicht besteht zumeist aus einer Klebermasse, mit deren Hilfe die Faserkonstruktion im Trägergewebe fixiert wird. Als Kleber dient meist ein synthetisches Gummi (SBR-Latex). Aber auch Natur-Latex, der aus dem Saft des tropischen Gummibaums gewonnen wird, kann als Kleber dienen. Oft wird noch eine zweite Klebeschicht verwendet, um das Rückenmaterial einzubinden, die meist wieder aus synthetischem oder natürlichem Latex besteht. Auch kann PVC die Nutz- und die Rückenschicht verbinden, was jedoch im Falle eines Brandes verhängnisvoll werden könnte. Die Rückenschicht ist in aller Regel ebenfalls aus aufgeschäumtem SBR-Latex. Manchmal wird aber auch eine Mischung aus nicht geschäumten synthetischen und natürlichem Latex verwendet. Auch Textilrücken aus Naturfasern, wie beispielsweise Jute, werden angeboten.


Herstellungsverfahren von Teppichböden


Das heute verbreitetste Verfahren der Teppichherstellung ist das aus den USA stammende "Tuftingverfahren" (engl: tuft = Büschel). Beim Tufting wird das Garn durch zahlreiche parallel angeordnete Nadeln in das vorgefertigte Trägermaterial eingestickt. Dadurch entstehen mehrere kleine Schlingen. Rund 80 Prozent der mit der Tufting-Methode produzierten Bodenbeläge, bestehen aus Polyamid. Diese Teppiche bieten die höchsten Anforderungen an Scheuer,- Reiß,- und Abriebfähigkeit und sind zudem sehr pflegeleicht. Zirka sechs bis acht Prozent der Teppiche bestehen aus Schurwolle und nur wenige Teppiche werden aus Polyacryl, Polyester oder Naturprodukten wie Kokos, Seide und Baumwolle gefertigt. Bei getufteten Waren dienen meist Polyprophylen- oder Polyestervliese als Trägermaterialien. Es gibt drei Grundtypen des Tuftingverfahrens:

Erstens dass aus geschlossenen Garn- oder Faserschlingen bestehende
Beim zweiten Verfahren handelt es sich um Teppichböden aus Schnittflor (Velours). Diese Teppichböden sind zumeist kurzgeschnitten, sehr dicht und haben offene Noppen. Die Oberfläche dieser Teppiche wirkt glatt und samtig und eignet sich gut für Wohnzimmer, da durch seine hochwertige Optik eine edle Wirkung erzielt wird.

Das dritte Verfahren sind Teppichböden aus Schnittschlinge>, eine Kombination aus geschnittenen und nicht geschnittenen Schlingen, die durch eine Hoch-Tief-Struktur die Muster und Flächen des Teppichs auflockern. Dadurch wirkt der Teppich wesentlich interessanter. Diese Qualität eignet sich jedoch nur für weniger strapazierte Zimmer wie beispielsweise Schlafzimmer.




Was spricht für textile Bodenbeläge?
  • Teppiche vermitteln den Eindruck von Behaglichkeit, vor allem durch die fußwarme und weiche Oberfläche. Sie verbreiten eine angenehme gemütliche Atmosphäre.
  • Teppiche verbessern deutlich die Schalldämmung des Bodens und die Raumakustik wobei gilt: je schwerer und dicker der Teppich, desto günstiger ist der Schalldämmwert.
  • Teppiche verringern das Verletzungsrisiko beim Fallen.
  • 90 Prozent aller Teppichböden bestehen aus pflegeleichten Kunstfasermaterial.
  • Teppichböden sind trittelastisch und schützen so Ihre Wirbelsäule.
  • Sie sind zudem wärmeisolierend und sparen Energie
  • Flecken sind mit den richtigen Mitteln in alller Regel leicht und wirkungsvoll aus Teppichen zu entfernen.

Farben und Muster von Teppichböden


Für die Färbung der Teppiche verwendet man meist synthetische Farbstoffe, allerdings werden bei Wollteppichen mittlerweile auch Pflanzenfarbstoffe eingesetzt. Schaut man sich die Teppichverkaufszahlen an, wird schnell klar, das Grau-, Blau-, Beige- und dunkle Brauntöne in deutschen Wohnhäusern dominieren. Diese neutralen Farben werden meist gewählt, da der neue Boden oft zur vorhandenen Wohnungseinrichtung passen soll. Neue, peppige und ausgefallene Teppichfarben und Modelle tun sich auf dem Markt sehr schwer. Das liegt nicht zuletzt daran, daß eine sorgfältige Abstimmung mit Möbeln, Gardinen, Decken und Wänden erfolgen muß. Auch die Wirkung von Längs- und Querstreifen auf die Raumgröße (Längsstreifen verlängern, Querstreifen verkürzen den Raum) muß beachtet werden. Schwarz-weiß Kontraste wirken eher kühl, während Frühlings- und Herbstfarben (gelb, orange, grün, rot) das Zimmer wärmer erscheinen lassen. Wie alle Farben hat auch die Teppichfarbe eine bestimmte Wirkung auf den Menschen. Obwohl sachlich-kühle Farben und Kunstfasern immer noch vorherrschend sind, geht der Trend zu natürlichen Materialien und warmen Farben, was nicht zuletzt auf die bestimmten Einflüsse der Farben auf den Menschen zurückzuführen ist. Gelbe Farbtöne üben eine stark anregende Wirkung aus und führen dadurch zu längerer Konzentrationsfähigkeit, sind aber leider auch sehr schmutzanfällig. Roter Teppichboden aktiviert ebenfalls, spricht aber eher die Gefühle der Menschen an und sorgt für Harmonie. Grün und Blau vermitteln angenehme und frische Ruhe und eignen sich daher besonders gut für Büroräume, oder allgemein alle Räume, in denen hektisch gearbeitet wird. Schwarzer Teppichboden kann genauso wie schwarz gestrichene Wände zu Depressionen führen und verleiht dem Raum ein etwas düsteres Aussehen. Außerdem sieht man auf einem schwarzen Boden jedes Staubkorn.




Kunstfaserteppiche


Die Kunstfaser ist das am häufigsten für die Teppichherstellung verwendete Material. Hierbei werden so typische Fasern wie Polyester, Nylon und Polyacryl eingesetzt, die ebenfalls in der Bekleidungsindustrie verwendet werden. Vorteile dieser Fasern sind eine hohe Abriebfestigkeit, Strapazierfähigkeit und geringe Anschmutzbarkeit. Das liegt nicht zuletzt an der Struktur der Chemiefasern, in die kein Schmutz eindringen kann.
Eine unangenehme Nebenerscheinung der Chemiefasern ist ihre Elektrostatik, deren Entladung sich in kleinen unangenehmen elektrischen Stößen bemerkbar macht, beispielsweise beim Anfassen einer Türklinke. Normalerweise verhindert man die antistatische Aufladung durch Einbindung von kohlenstoffhaltigen Fasern in die Nutzschicht bzw. durch die Behandlung mit einem Antistatikum. Problematisch bei einigen Kunststoffteppichen sind die aufgeschäumten Teppichrücken, die meistens verharmlosend mit "Kautschuk" oder "Latex" umschrieben werden. Leider stellen sich einige dieser Material-Mischungen bei genauer Untersuchung als gesundheitsschädigend heraus. Augen und Schleimhäute werden durch Butadien-Latex (50% aller Synthese-Kautschuke) gereizt, das außerdem betäubend wirkt und zu Kopfschmerzen und Schwindel führen kann. Wird Polyurethan-Weichschaum als Schaumrücken benutzt, kann es zu Schleimhautreizungen, Allergien und Husten kommen. Statt eines beschichteten Teppichs, sollten sie umweltfreundlichere Alternativen wählen. So können sie beispielsweise gewebte Teppiche ohne die gesundheitsschädigende Rückenbeschichtung kaufen. Auch Naturfaserteppiche (Wolle, Kokos) oder Naturlatexbeschichtungen (bei Kokosteppichen) sind gute Alternativen.


Naturfaserteppiche


Es gibt prinzipiell drei verschiedene Arten von Naturfasern, die sich für die Teppichherstellung eignen. Dies sind Schurwolle, Kokusfasern und bestimmte Palmenblätter (Sisal, Aloe). Obwohl mittlerweile Teppiche aus allen diesen Naturfasern hergestellt werden, ist und bleibt Schurwolle der klassische Teppichrohstoff. Beim Kauf eines Wollteppichs sollten Sie in jedem Fall auf das Wollsiegel achten. Dieses garantiert Ihnen Materialreinheit und einwandfreie Qualität. Bedenken Sie beispielsweise, daß nur entfettete Schafswolle schmutzunempfindlich ist. Im Vergleich zu Kunstfasern verhalten sich Naturfasern in Bezug auf elektrostatische Aufladung weitesgehend neutral.
Alle Naturfaserteppiche haben die Eigenschaft, Feuchtigkeit aus der Raumluft aufzunehmen und sie bei zu trockener Raumluft wieder abzugeben. Das bedeutet, daß sich die Naturfaserteppiche bei Feuchtigkeitsaufnahme ausdehnen und bei der folgenden Abgabe wieder zusammenziehen. Sind solche Teppichbeläge nicht vollflächig auf dem Boden befestigt worden, können sie Wellen werfen. Dies geschieht meist im Sommer. Im Winter liegt der Teppich durch die trockenere Heizungsluft glatt auf. Ein Vorteil der Naturfasern ist hingegen, daß zumeist keine Behandlung mit Chemikalien erfolgt. Auch der Verdacht giftiger Rückstände von Pflanzenschutzmittel in den Naturfasern konnte als unbegründet zurückgewiesen werden. Eine Ausnahme gibt es jedoch bei Wollteppichen, da diese häufig mit einer Imprägnierung gegen Mottenfraß behandelt werden. Allergiker können auf nicht behandelte Teppiche (erhältlich bei Bio-Baustoff-Händlern) zurückgreifen. Jedoch sollte man verstärkt ein Auge auf solche Teppiche werfen, da die Hersteller meist keine Garantie gegen Mottenfraß übernehmen. Mottenraupen und Teppichkäferlarven bevorzugen dunkle, ruhige und verunreinigte Stellen. Sie lassen sich umgekehrt durch viel Helligkeit und Sauberkeit vertreiben.


Das Teppichsiegel


Als Verbraucher erhalten Sie durch das Teppichsiegel genaue Auskunft über Komfort und Strapazierfähigkeit eines Teppichs. Das Teppichsiegel der Europäischen Teppich-Gemeinschaft (ETG), die sich vor allem mit Gesundheit und Qualität der Teppichböden befaßt, leistet bei der Beurteilung gute Arbeit. Das Siegel integriert ein Balkendiagramm, das die Höhe des Strapazier- und Komfortwertes in je vier Abstufungen angibt. Je nach Anwendungsbereich müssen Teppiche allerdings noch zusätzliche Anforderungen bestehen. Symbole im Teppichsiegel informieren beispielsweise gesondert darüber, ob der Teppich unempfindlich gegen Feuchtigkeit und für Fußbodenheizungen oder Stuhlrollen geeignet ist. Auch die Fußbodenheizung stellt besondere Ansprüche an einen Teppich. Die geeigneten Teppiche sind mit einem entsprechenden Symbol auf dem Rücken gekennzeichnet. Jedoch sollten Sie beachten, daß durch einen Teppichboden die Wärmeabgabe der Fußbodenheizung verringert wird und außerdem giftige Gase aus den Kompaktschaumrücken und Klebern durch die Erwärmung verstärkt frei werden können.

Auch sollten Sie beim Teppichkauf auf das GuT-Siegel achten, da diese Teppiche von der Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichböden schadstoffgeprüft worden sind. Das heißt, daß bei der Herstellung dieser Teppiche keine FCKWs (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) bei der Produktion verwendet werden.

Es ist nicht auszuschließen, daß einzelnde Menschen allergisch auf Imprägnierstoffe der Fasern reagieren. Auf Dauer sollten Sie darauf achten, daß dem Teppich keine unangenehmen Gerüche entströmen. Bei frischverlegter Ware sind diese Gerüche normal. Sollte der Geruch sich jedoch als unerträglich erweisen und auch nach Wochen noch anhalten, haben Sie das Recht den Teppich zu reklamieren.
Es können jedoch auch neben dem Neugeruch des Teppichs andere Gerüche bzw. ein regelrechter Gestank auftreten. Diese Gerüche können die unterschiedlichsten Gründe haben:
  • Die Gerüche können aus dem synthetischen SBR-Latex oder PVC in Mittel- oder Rückenschicht stammen.
  • Die Mottenschutzausrüstung der Nutzschicht oder verwendete Kleber können für den Geruch verantwortlich sein.
  • Schließlich können auch unvorhergesehene chemische Reaktionen zwischen Teppich, Klebstoff und Untergrund entstehen.
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