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Verschiedene Möglichkeiten der Versiegelung von Holzfußboden

Wie man in fünf Schritten einen Parkett- oder Holzfussboden renoviert, können Sie hier nachlesen. Welche Möglichkeiten der Versiegelung es gibt, erfahren Sie in diesem Beitrag. Die Informationen stammen von der Firma MFB Parkett- und Zubehörhandel. Sie finden jedoch nicht nur Wissenswertes über das Material, sondern auch über die verwendeten Maschinen.
  Welche Schleifmaschine setze ich ein?
  Welche Schleifmittel in welcher Körnung?
  Die Grundversiegelung
  Öl-Kunstharz-Versiegelung
  Die Polyurethan-Versiegelung
  Säurehärtende Versiegelung
  Parkett mit Wasserlack streichen
  Ölen statt versiegeln
  Öl-Wachs-Systeme
  Parkettschutz durch Wachsen


Welche Schleifmaschine setze ich für Holzböden ein?


Walzenschleifmaschinen waren die ersten Schleifmaschinen: robust, leicht zu handhaben. Die Schleifmittel sind einfach zu wechseln. Dieser Maschinentyp ist bedienerfreundlich und wird deshalb gerne als Leihmaschine eingesetzt, neigt jedoch bei unsachgemäßer Handhabung zum Wellenschliff.

Die Dreischeiben-Schleifmaschine ist als eine Allround-Maschine zu betrachten. Die Maschine wird von der Unterbodenbehandlung über die Fertigparkettrenovierung bis zum Fein- Zwischenschliff eingesetzt.

Bandschleifmaschinen werden sowohl im Kleinbereich, als auch im Großobjekt eingesetzt. Durch Mehrfachverstellung des Walzendruckes kann man sie auf fast jeder Parkettart und Holzsorte einsetzen.

Randschleifmaschinen werden mit verschiedenen Vorsätzen geliefert. Ein genaues Schleifen im Randbereich wird so ermöglicht.

Für kleinere Flächen bietet die Industrie kleinere Bandschleifmaschinen an, die mit einer Seite bis an den Rand heran arbeiten.

Welche Schleifmittel in welcher Körnung?


Die Körnung des Schleifmittels gibt die Größe des eingesetzten Korns auf dem Schleifpapier an. Je kleiner die Zahl, desto gröber (größer) das Korn. Dabei wird unterschieden zwischen "Dichter Streuung" (Schleifpapier unter der Körnung kaum zu erkennen) und "Offener Streuung" (Platz zwischen den einzelnen Körnern für die Aufnahme von alten Öl- oder Farbresten).
 
Dichte Streuung Offene Streuung
 
Schleifmittel gibt es in den unterschiedlichsten Formen: einzelne Blätter, Endlosbänder, Scheiben, Bänder, Schleifgitter. Diese werden in allen Körnungen für die entsprechenden Maschinen angeboten. Bei den Bändern haben solche mit stumpf zusammengefügten Verschlüsses die besten Ergebnisse gebracht. Den optimalen Schliff erhält man durch Einhaltung der optimalen Körnungsfolge, wobei Anzahl und Folge abhängig ist von der Art und Anzahl der Überstände im Material bzw. dem Umfang der Verschmutzung. Der erste (grobe) Schliff dient dem Ebnen des Parketts, die weiteren Schleifgänge entfernen die Schleifspuren der vorangegangenen. Eine normale Körnungsfolge sieht so aus:
 
K 16 K 24 K 30 K 36 K 40 K 60 K 80 K 100 K 120 K 150
 
Tipp: Mit der Körnung beim ersten Schleifgang so fein wie möglich anfangen.

Die Grundversiegelung von Holzböden


Grundsiegel sind - wie der Name sagt - als Grundierung des Holzes vor der eigentlichen Versiegelung zu verstehen: sie hellen den vorhandenen Farbton auf und neutralisieren die in den Hölzern evt. vorhandenen holzspezifischen Stoffe (Exotenhölzer).

Grundsiegel sollen die Poren des Parketts nach unten schließen und gleichzeitig verhindern, dass sich die Holzfarbe verändert, wenn der Decksiegel aufgetragen wird.

Grundsiegel trocknen wie die anderen Siegel durch Verdunstung der darin enthaltenen Lösemittel. Auf jeden Fall sollten diese Grundsiegel nur im System mit dem nachfolgenden Endsiegel oder System abgestimmt eingesetzt werden. Grundsiegel setzen sich aus Zellulose, Polymerkunststoffen und Füllstoffen zusammen.


Öl-Kunstharzversiegelung von Parkett


Öl - Kunstharzsiegel für Parkett bestehen aus:
  • trocknenden Ölen
  • Alkydharzen ( Leinöl u.ä.)
  • Lösungsmitteln
Die Ölsiegel härten durch den Sauerstoff der Luft. Es bildet sich ein fester, wasserbeständiger und mechanisch widerstandsfähiger Film. Ölsiegel werden gebrauchsfähig geliefert und sind darüberhinaus leicht zu verarbeiten.

Mit einem Verbrauch von 70 - 100 g/m2 ist ( je Arbeitsgang ) zu rechnen. Man erzielt damit seidenmatte bis glänzende Oberflächen, der natürliche Farbton des Holzes wird intensiviert, Kontraste werden angehoben.

Hinweis: Für die Trocknung wird Sauerstoff benötigt, also sollten Sie für ausreichende Lüftung sorgen.

Dies bedingt zwangsläufig eine Trocknungszeit von mindestens einem Tag, abhängig von den raumklimatischen Bedingungen, zumal erst nach dem Verdunsten eine chemische Reaktion, die Polymerisation, stattfindet, die die endgültige Härte herstellt. Es sind also unbedingt die Verarbeitungsrichtlinien der Hersteller zu beachten! Ölsiegel dringen tief in das Holz ein und haben eine rutschhemmende Wirkung. Aufgetragen werden diese auf Holzpflaster und Dielen.


Die Polyurethan-Versiegelung von Parkett


Polyurethan-Versiegelungen (PUR-Siegel / DD - Siegellacke) gibt es als einoder zwei-komponentige Systeme. Die einkomponentigen haben in der Regel einen höheren Lösemittelanteil. Die Trocknung der Systeme geschieht durch Abgabe der Lösemittel an die Luft als erster Schritt, anschließend erfolgt die chemische Reaktion durch Polyaddition.

Achtung: die Härterkomponenten der zwei - komponentigen Systeme reagieren auch mit Wasser - also der Luftfeuchtigkeit.

Vorteile dieser Siegel sind ein ausgezeichnetes Haftungsvermögen sowie hohe Chemikalienbeständigkeit. Polyurethansiegel für Parkett werden immer dann eingesetzt, wenn an die Oberfläche besonders hohe Ansprüche gestellt werden. Der Auftrag darf nur auf schubfest geklebtem Material aufgebracht werden.

PU-Siegel hat folgende Vorzüge:
  • geschlossener, zähelastischer Film
  • hoher Widerstand gegen mechanische Einflüsse
  • extrem gute Haftung
  • kaum Neigung zum Vergilben
  • Intensivierung der natürlichen Holzfarbe
  • wasserfest

    Polyurethansiegel für Parkett bestehen aus Polyesterharzen, polymeren Isocyanaten und Lösungsmitteln.
Die Lieferung erfolgt entweder als gebrauchsfertiger Einkomponenen-Lack oder der Lack und ein dazugehöriger Härter sind getrennt. Mit einem Verbrauch von 100 - 150 g/m² (je Arbeitsgang) ist zu rechnen.


Säurehärtende Versiegelung von Parkett


Säurehärtende Versiegelungen (SH - Siegel) werden i.d.R. zweikomponentig angeboten, wobei die Härterkomponente eine in Lösungsmitteln dargebotene Säure darstellt. SH - Siegel besitzen ebenfalls eine ausgezeichnete Haftung und zusätzlich eine extrem harte Oberfläche bei einer kurzen Trockenzeit (etwa 3 Stunden). Sofort nach dem Mischen reagieren die Komponenten in Form einer Katalyse mit einer Polykondensation. Problematisch ist die Abspaltung (Abgabe an die Raumluft) von Formaldehyd - auch nach der Erhärtung. Deshalb werden diese Versiegelungen heute so gut wie gar nicht mehr eingesetzt.


Parkett mit Wasserlack streichen


Wasserlacke enthalten ebenfalls einen - äußerst geringen - Anteil an Lösemitteln. Wasserlack für Parkett gewinnt eine wachsende Bedeutung. Wasserlack ist ein auf Wasser basierendes Versiegelungsmittel.

Neben Wasser sind Bestandteile:
  • Acrylate
  • Filmbildner
  • Polyurethane
  • Lösungsmittel
Wasserlack zeichnet sich durch Schadstoffarmut, Geruchslosigkeit, leichte Verarbeitbarkeit aus. Zudem ist er unbrennbar

Mit einem Verbrauch von ca 120 g/m2 (je Auftrag) ist zu rechnen.


Ölen statt versiegeln


Bei Ölen wird unterschieden zwischen nichtaushärtenden Ölen und aushärtenden Ölen. Beide Systeme bilden keine geschlossene Schicht sondern stellen eine offenporige Imprägnierung dar. Öl ist durch die nicht gegebene Seitenverleimung auch im Objektbereich - gerade bei kritischen Hölzern - eine Alternative zu Versiegelungen.

Nichtaushärtende Öle bestehen aus natürlichem Leinöl oder Holzöl und wirken filmbildend. Pigmente unterstützen die Farbgebung. Der Schutz gegen Verschmutzung ist gering, so dass hier ein abschließendes Wachsen empfohlen wird. Aushärtende Öle enthalten zusätzlich Kunstharze. Die deshalb notwendigen Lösemittel zur Viskositätseinstellung dienen einerseits der Optimierung der Verarbeitungskonsistenz, andererseits helfen Sie beim Trocknungsprozess.


Öl-Wachs-Systeme


Als schichtbildende Systeme geltend, wird auch hier zwischen zwei Systemen unterschieden: Hartwachsöl als Kombination aus Öl (Leinöl, Holzöl u.a.) und Wachs (Bienenwachs u.a.) und Lösemitteln. Getrennter Auftrag: erst Hartöl, dann Nachgang mit Wachs.

Das Öl dringt seinerseits tief in die Poren des Holzes ein, Wachs bleibt auf der Oberfläche und wirkt dort schmutzabweisend und wasserabweisend, wobei es noch rutschhemmend ist.

Parkettschutz durch Wachsen


Wachse sind von Hause aus in fester Form. Zur Verarbeitung werden sie entweder erhitzt oder sie sind in Lösemitteln gelöst. Wachs wirkt wasserabstoßend und schützt vor Verschmutzung und vor Abrieb. Man unterscheidet hier zwischen Kaltwachsen und Warmwachsen.

Kaltwachsen:

 Wie der Name schon sagt, wird das Wachs kalt auf den Holzboden bzw. das Parkett aufgetragen. Dies kann mit der Maschine oder per Hand geschehen. Beim manuellen Wachsen wird das Kaltwachs mit einem Schwamm auf den Boden aufgetragen. Das Wachs sollte sparsam aufgetragen werden. Der Boden sollte zwar vollkommen bedeckt sein, aber ein Schmierfilm darf nicht zurückbleiben. Um eine gleichmäßige Behandlung des Bodens zu erreichen, wird das Wachs mit kreisenden Bewegungen aufgetragen. Dabei muß die Fußbodenoberfläche eine gewisse Wärme aufweisen, sonst kristallisiert das Wachs aus.

Warmwachsen:

 Beim Warmwachsen werden die gleichen Produkte wie beim Kaltwachsen verwendet. Vor dem Verarbeiten wird das Wachs jedoch auf maximal 80°C erhitzt und mit der Maschine auf den Holzfussboden aufgetragen. Die Temperatur sollte das Wachs während der ganzen Behandlung beibehalten. Man muß jedoch darauf achten, daß das Wachs nicht zu heiss wird, da es sonst zu einem Brand kommen könnte. Warmwachs dringt besser als Kaltwachs in die Poren des Holzes ein und bietet somit eine bessere Versiegelung.



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