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Badewannen - ein Leben für die Sauberkeit

Die Badewanne war immer schon ein Ort der Erholung und Entspannung, auch wenn dort mitunter ganz anderen Vergnügungen nachgegangen wird. Was sich im Laufe der Jahrhunderte jedoch geändert hat ist das Material, aus dem Badewannen hergestellt werden. Gaben früher Blech, Kupfer, Gusseisen oder Holz den Ton an, so findet man heute hauptsächlich noch Wannen aus Stahlemail und Sanitäracryl. Zudem gibt es noch einige Verbundwerkstoffe, welche die positiven Eigenschaften von Email und Acryl in sich vereinigen.

Badewannen aus Holz



Badewannen aus Holz In den Badestuben des Mittelalters badete man in

Holzbottichen

, die von einem Böttcher aus Holz gebaut wurden. Solche Bottiche überdauerten Generationen und vielleicht hätte Napoleon 20 Jahre länger auf St. Helena gelebt, wenn er nicht in einer Wanne mit Bleiauskleidung gebadet hätte. Möglicherweise ist der Kaiser der Franzosen nicht ermordet worden wie lange Zeit vermutet, sondern ist an einer Bleivergiftung gestorben. In den vergangenen Jahren tauchten auch wieder vereinzelt

Holzbadewannen

 in den Badezimmern auf. In besonderer Weise tut sich da die Firma Blumenberg hervor, die neben Bottichen und Tauchbecken für den Saunabereich auch Badewannen aus Lärchen- und Kambalaholz fertigt. Beide Holzsorten haben ein badefreundliches Quell- und Schwindverhalten und eignen sich daher hervorragend zur Herstellung von Holzbadewannen.

Badewannen aus Kupfer oder Blech



Badewannen aus Kupfer oder Blech Nach der französischen Revolution fingen sich die Leute Anfang des 19. Jahrhundert langsam wieder an zu waschen. Zuvor war eine solche Art der Reinigung geradewegs verpönt. Die Adligen gingen dabei mit gutem Beispiel voran. Mit der neuen Hygiene änderte sich auch das Badegerät. Der gewichtige Holzbottich des Mittelalters wurde durch die leichtere Blechbadewanne aus der Blechnerwerkstatt verdrängt. Wer es sich leisten konnte, badete allerdings in einer

Kupferwanne

, die vom Kupferschmied in kunstvoller Art und Weise geschmiedet wurde. Eine solche Kupferwanne kann man sich heute ebenfalls wieder ins Badezimmer stellen (siehe Foto). Je nach dem, ob diese Wanne von Medici innen mit Polyester oder verzinntem Kupfer ausgekleidet ist, kostet sie allerdings zwischen 25.000 und 37.000 Euro.

Badewanne aus Gusseisen



Badewanne aus Gusseisen Ende des 19. Jahrhunderts wurde erstmalig Gusseisen verwendet. Mit der Verwendung von Gusseisen war das erste Mal auch Massenproduktion angesagt. Bislang mußte jede Wanne in mühevoller Handarbeit gefertigt werden. Damals entstanden auch zusätzliche kuriose Formen wie die Schaukelwanne. Bis in die 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts waren Gusseisen-Badewannen dann in den meisten Badezimmern angesagt. Auch

Gusseisenbadewannen

 waren bereits mit einer Emailschicht versehen, die für einen guten Korrosionschutz sorgte. In manchen älteren Mietwohnungen findet man auch heute noch Exemplare dieser Gattung Badewanne. Dort ist die Emailschicht häufig schon ziemlich abgebröckelt und sorgt für keinen angenehmen Badespaß. Wer nostalgisch veranlagt ist, braucht auf eine gußeiserne Wanne allerdings nicht verzichten. Der englische Hersteller Heritage vertreibt beispielsweise diese traditionellen Wannen auch in Deutschland (siehe Foto).

Badewannen aus Stahlemail



Badewannen aus Stahlemail Seit den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts gibt es

Stahlemail-Badewannen

. In Deutschland werden sie nur noch von wenigen Anbietern wie Bette, Kaldewei (siehe Abbildung) oder Thale angeboten. Nichtsdestotrotz wollen viele noch nicht auf die liebgewonnene Wanne ihrer Jugend verzichten, obwohl sie etwas teurer als eine Acryl-Wanne ist. Das liegt vielleicht auch daran, dass sie fast unverwüstlich ist und Kratzer keine Chance haben. Kaldewei gibt beispielsweise auf seine Badewannen eine Garantie von 30 Jahren. Zudem finden Bakterien kaum eine Möglichkeit, sich auf der glatten, glasharten Oberfläche anzusiedeln. Auch wenn Email beinahe unverwüstlich ist, kann dennoch durch Schlageinwirkung ein Stück abbrechen. Beschädigungen lassen sich mit Email aus der Tube jedoch ausbessern. Email fühlt sich bei angefüllter Wanne kalt an, gleicht sich aber mit der Zeit der Wassertemperatur an. Allerdings ist die Formbarkeit im Vergleich zu Acryl eingeschränkt und das Gewicht höher. Das kann bei der Sanierung von Altbauten aus statischen Gründen von Interesse sein.

Was ist eigentlich Email?



Email ist eine durch völliges oder teilweises Schmelzen entstandene glasartige Masse. Die Herstellung erfolgt aus natürlichen Rohstoffen wie Quarz, Feldspat, Borax, Soda, Pottasche und Metalloxiden. Emaillierungen kombinieren die positiven Eigenschaften von Glas und Metall. Beim Emaillieren bei Temperaturen bis 900°C entsteht ein neuer Verbundwerkstoff durch Verschmelzen von Email und Metall. Emaillierte Oberflächen sind dauerhaft korrosionsgeschützt. Email ist keineswegs die Erfindung aus jüngeren Tagen. Die erste Blüte erlebte die Emailkunst im 5. bis 10. Jahrhundert nach Christus in Byzanz, wobei schon lange vor unserer Zeitrechnung im ostasiatischen Raum Email bekannt zu sein schien. Das Wort Email ist erst im 17. Jahrhundert in den deutschen Sprachsatz eingegangen. Bis dahin und daneben benutzte man Begriff "Schmelz". Erst 1934 wurde das Haftproblem von Email auf Metallen gelöst. Seitdem wird ständig an der Weiterentwicklung von Spezialemails gearbeitet, um die Qualität noch weiter zu erhöhen.

Badewannen ausSanitäracryl



Badewannen ausSanitäracryl Acryl wird seit Beginn der 70er Jahre bei der Herstellung von Badewannen verwendet. Mit führend auf dem Gebiet von

Acryl-Badewannen

 war seit Anbeginn die Firma Hoesch. Endlich konnten die Designer ihrer Fantasie freien Lauf lassen und Wannen in allen erdenklichen Formen erschaffen. Trotz der Formenvielfalt sind Wannen aus Acryl im Vergleich günstiger als Stahlemail-Wannen. Zudem wiegen sie weniger, was bei Altbausanierungen, wie bereits erwähnt, durchaus Vorteile mit sich bringen kann. Die Wannen sind komplett durchgefärbt, so dass kleinere Kratzer optisch weniger ins Gewicht fallen. Die Farbe bleibt auch nach Jahren gleich. Die warme Oberfläche von Sanitäracryl sorgt von Beginn an für das richtige Wohlgefühl beim Baden. Allzu scharfe Reinigungsmittel mag der Kunststoff allerdings nicht. Auch manche Badezusätze können für Verfärbungen sorgen. Bei diesen müssen gleich nach dem Bad mit klarem Wasser die Reste wegspült werden. Haben Brandflecke oder Kratzer der Wanne zugesetzt, lassen sie sich mit feinem Sandpapier entfernen. Einfach die porenfrei glatte Oberfläche schleifen und mit Autopolitur oder mit von der Industrie angebotenen Spezialreinigern den alten Glanz wieder herstellen.
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