Zweischaliges Mauerwerk richtig dämmen

Eduard S.: Wir haben ein Haus erworben, welches derzeit über einen Bauträger gebaut wird. Die Hauswand (Bims) wird verklinkert. Zwischen Wand und Klinker liegen zu gleichen Teilen eine gelbe Isoliermatte (ähnlich wie Glaswolle) und eine Luftschicht. Die Klinker werden von Drähten gehalten. Damit kein Wasser an die Isolierung bzw. die Hauswand gelangen kann, müssen meines Wissens nach die Drähte von der Wand her abfallend verlaufen und in der Mitte mit einer kleinen Kunststoffscheibe ausgestattet sein, um evt. Tauwasser aufzuhalten. In unserem Fall beobachte ich aber folgende Mängel: 1. Die Neigung bei einigen Drähten verläuft in die falsche Richtung. 2. Zwischen Wand und Klinker ist überall Mörtel gefallen, teilweise sind auch Drähte komplett mit Mörtel bedeckt. 3. Die Kunststoffscheiben sind teilweise bis an die Isoliermatte gerutscht. Sind das grobe Müängel, die ich reklamieren muss?

Antwort des Baumarkt-Teams: Lieber Eduard,
wir glauben, Du machst Dir etwas zu viel Sorgen! Die Drähte, von denen Du sprichst, sind sog. Luftschichtanker. Ob diese nun gerade oder schief verlegt sind, ist eigentlich nicht wesentlich. Die Kunststoffscheibe, von der Du sprichst, hat keineswegs die Bedeutung, Tauwasser aufzuhalten. Vielmehr wird diese gegen die Wärmedämmung der Innenschale gedrückt, damit diese besser hält.

Falls Dein Bauunternehmer die Dämmmatten "sonstwie" sicher befestigt hat, ist es eigentlich egal, was mit der Scheibe auf dem Luftschichtanker passiert. Daß der Luftschichtanker Mörtelspritzer abbekommt, ist fast üblich und kein Grund zur Besorgnis.

Wasser kann in die Luftschicht nur eindringen, wenn eine wasserführende Leitung platzt oder ausgerechnet aus der Regenrinne irgendwie Wasser in den Luftzwischenraum tröpfeln sollte. Das sind aber sehr hypothetische Mutmaßungen. Feuchtigkeit aus der Luft hingegen darf getrost in den Luftzwischenraum eindringen. Die Außenschale ist ja hinterlüftet, wie der Fachmann sagt. Die Belüftung sorgt dafür, daß die Wärmedämmung verstärkt wird und daß Feuchtigkeit bei besser Wetterlage auch wieder abtrocknen kann.

Dazu müssen natürlich ausreichend Lüftungsschlitze vorhanden sein. Die Stoßfugen der Mauersteine sind also unten und oben in bestimmten Abständen offen zu halten und dürfen nicht zugemörtelt werden. Sicherheitshalber kann man auch über den Fenstern noch solche offenen Stoßfugen anbringen.

Merke: Sind die Fugen nicht verkleistert,
wird die Feuchtigkeit gemeistert!