Zargen — wichtiger Bestandteil einer jeden Zimmertür

zarge1.jpg

Türen bestehen in aller Regel aus einem Türblatt und der Zarge. Während das Türblatt sofort ins Auge sticht, fristet die Zarge eher ein Schattendasein. Dabei muss das Türblatt irgendwo eingehängt werden und Halt finden. Dafür ist die Zarge zuständig, die zusammen mit dem Türblatt eine Funktionseinheit bildet. Oft werden Zarge und Türblatt zusammen gekauft, da sie in der Regel den gleichen Stil und die gleiche Farbe haben sollen. Doch zwingend notwendig ist das nicht, es kann die Zarge durchaus separat erworben werden. Bei einflügeligen Türen gehören zur Zarge noch Schließblech und Schlossfalle. Scharniere zum Einhängen des Türblatts sind jedoch auf jeden Fall notwendig. Je nachdem, in welche Richtung die Türen aufgemacht werden, müssen die Scharniere rechts oder links an der Zarge montiert werden. Bei reinen Durchgangszargen fehlen die Türbänder jedoch komplett. In diesem Fall ist die Zarge ein reines Gestaltungsmittel. Zargen gibt es aus Holz, Holzwerkstoffen, Stahl oder Aluminium. Zudem wird zwischen Blockzargen, Umfassungszargen und Eckzargen unterschieden.

zarge2.jpg

Die Umfassungszarge (kurz: U-Zarge) ist die wohl am häufigsten verwendete Zarge. Die mitunter auch als Türfutter bezeichnete Zarge gibt es aus Holz oder Stahl. Sie umfasst die gesamte Türlaibung, womit dann auch klar wird, woher sie ihren Namen hat. Die Türöffnung wird also auf beiden Seiten mit einem umlaufenden Profil abgeschlossen. Umfassungszargen werden für alle gängigen Wandstärken geliefert, für besonders dicke Wände gibt es zudem noch die sogenannten Dehnfugenzargen. Die Maulweite ist ein wichtiger Begriff beim Kauf einer Umfassungszarge. Sie setzt sich aus der Mauerstärke und der beidseitigen Wandverkleidung (also Putz, Fliesen oder Holz) zusammen. Auf den Millimeter genau kommt es beim Ausmessen der Maulweite jedoch nicht an, da Zargen immer einen gewissen Spielraum bieten. Umfassungszargen können auch bei Ständerwänden verwendet werden. Hier ergibt sich die Maulweite aus der Tiefe der Ständerkonstruktion (Holzständer oder Metallprofile) und der Stärke der beidseitigen Beplankung (z.B. Gipskartonplatten). Ein Luftspalt bei Schallschutzwänden muss ebenfalls zur Maulweite dazugerechnet werden.

zarge3.jpg

Sind in Wohnräumen die Umfassungszargen erste Wahl, kommen in Kellerräumen auch häufig Eckzargen zum Einsatz. Sie werden entweder aus Stahl oder Aluminium gefertigt. Bei Eckzargen steht weniger die Optik, als vielmehr die Funktionalität im Vordergrund. Mit ihnen wird nur ein Teil der Türlaibung überdeckt, sie wird also nicht komplett umfasst. Sie wird an der Vorderkante der Laibung angebracht und greift dann nur noch wenige Zentimeter in diese ein. Auf der anderen Seite der Laibung fehlt dann in der Regel die Zarge komplett. Wenn dort eine weitere Eckzarge montiert wird, dann jedoch in der Regel ohne Türbänder. Es sei denn, es wird eine zweite Tür benötigt, was aber eher selten der Fall sein wird. Zum Einsatz kommt die Eckzarge zum Beispiel bei langen Gängen oder bei besonders breiten Laibungen.

zarge4.jpg

Eine optisch ansprechende Alternative zu Umfassungszargen stellen die Blockzargen dar. Sie sind quasi die Urväter aller Zargen, bestehen sie doch im Prinzip aus Kanthölzern aus Massivholz, die einen Türanschlag besitzen. Blockzargen werden als Stockzargen oder Blendrahmen ausgeführt und sind bei Bauherren und Architekten gleichermaßen beliebt. Insbesondere im Objektbereich haben diese Zargen viele Freunde. Dass die Blockzargen aus Massivholz sind, bedeutet nicht, dass sie aus einem Stück Holz gefertigt werden. Dies verzieht sich schon mal gerne, so dass meist lamelliertes oder dreischichtig verleimtes Holz verwendet wird. Blockzargen können vor oder in der Wandöffnung montiert werden. Bei der Vorwandmontage werden sie als Blendrahmen bezeichnet, bei der Montage in der Laibung als Stockrahmen. Häufig wird die sichtbare Fuge zwischen Zarge und Wand überputzt. Wird sie zwischen zwei Wänden montiert, ermöglicht die Blockzarge eine 90-Grad-Öffnung.

Fotos: Westag & Getalit