Wohngeld für Mieter, Hausbesitzer bzw. Besitzer von Eigentumswohnungen

Kurzarbeit, Job ganz weg oder der Chef zahlt nur einen Hungerlohn — bei immer mehr Familien wird das Geld knapp. Da kommt das Wohngeld gerade recht, das als Zuschuss zur Miete oder Belastungen durch ein Haus oder eine Eigentumswohnung vom Staat kassiert werden kann. Das Wohngeld ist ein steuerfreier Zuschuss für eine selbst genutzte Wohnung. Das Wohngeld ist abhängig vom Gesamteinkommen der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder, von der monatlichen Miete bzw. Belastung bei Eigentum an selbstgenutztem Wohnraum und von der Haushaltsgröße. Das Wohngeld wird damit in jedem Einzelfall auf die individuelle Situation der Haushalte zugeschnitten. So erhöht sich das Wohngeld, wenn zum Beispiel die Kinderzahl steigt oder wenn das Einkommen wegen Arbeitslosigkeit sinkt. Andererseits vermindert sich das Wohngeld aber auch, wenn einzelne Haushaltsmitglieder aus der Wohnung ausziehen oder das Einkommen steigt.
Wohngeld bekommen alle Einzelpersonen und Haushalte, die ihre Miete bzw. Belastung bei Eigentum nicht komplett selbst zahlen können, weil das Einkommen zu gering ist. Dabei sollte jeder wissen, dass niemals die komplette Miete bzw. Ratenzahlung für das Häuschen übernommen wird. Das Wohngeld bleibt immer nur ein Zuschuss und wird auch nicht automatisch ausbezahlt. Jeder, der meint, dass er einen Anspruch darauf hat, muss das Wohngeld selbst beantragen. Antragsformulare erhält man bei der örtlichen Wohngeldbehörde der Gemeinde-, Stadt-, Amts- oder Kreisverwaltung. Dazu sind verschiedene Belege wie z.B. Kopie des Mietvertrags, Verdienstbescheid, Rentenbescheid, Bescheide über Pflegegeld oder Nachweise über Unterhalt ebenfalls mit vorzulegen. Auf einen (förmlichen) Wohngeldantrag hin muss die zuständige Behörde einen schriftlichen Bescheid erteilen. Wie hoch das Wohngeld in etwa sein wird, kann man sich im Internet mit einem Wohngeldrechner bereits im Voraus ausrechnen. Der Link zu solch einem Wohngeldrechner ist am Ende des Beitrags zu finden.
Doch nicht jeder erhält Wohngeld. Wer z.B. schon Mietzuschüsse oder —übernahmen aus anderen Quellen erhält, z.B. über Arbeitslosengeld II (Hartz IV), Sozialgeld, Zuschüsse für Auszubildende, der geht leer aus. Ausnahme: Diese Leistungen wurden nur als Darlehen genehmigt. Auch kein Wohngeld erhält, wer über einem bestimmten Einkommen liegt. Was an Miete oder Belastung für das Haus bezahlt wird, ist für den Staat zunächst einmal uninteressant. Wer für sich eine große 200 Quadratmeter- Wohnung angemietet oder gekauft hat und abbezahlen muss, der bekommt vom Staat lediglich Wohngeld für eine „angemessene“ Wohnung. Dieser „angemessene“ Wohnraum beträgt bei einer Einzelperson 40 Quadratmeter und bei zwei Personen 60 Quadratmeter. Es werden lediglich verschiedene Mietstufen berücksichtigt. Wer also in einer Region lebt, wo die Miete und die Grundstückspreise hoch sind, kann generell mit einem höheren Wohngeld rechnen.
Die Einkommensgrenzen für den Erhalt von Wohngeld liegen bei einer Person bei etwa 870 Euro Netto, bei zwei Personen bei 1190 Euro und bei fünf Personen dann bei 2180 Euro. Wer mehr verdient, geht leer aus. Das Nettogehalt kann allerdings auch etwas höher liegen, wenn die Behörden noch diverse Freibeträge oder andere Posten wie die Pflege kranker Angehöriger abziehen. Genaueres erfährt man von den zuständigen Behörden oder man kann sich im Internet anschauen, was das zuständige Bundesministerium zu diesem umfangreichen Thema veröffentlicht hat. Den Link zum Ministerium findet man am Ende dieses Beitrages.
Wohngeld wird im Allgemeinen für zwölf Monate bewilligt. Der Bewilligungszeitraum kann jedoch über- oder unterschritten werden. Ist zum Beispiel klar, dass sich an der Situation in Zukunft weitgehend nichts ändert, kann das Wohngeld z.B. auch für 18 Monate genehmigt werden. Änderungen an der häuslichen Situation (z.B. Auszug eines Familienmitglieds) müssen natürlich sofort gemeldet werden, da dies Auswirkung auf das Wohngeld hat. Wer nach Ablauf des Bewilligungszeitraums weiter Wohngeld in Anspruch nehmen will, muss es erneut beantragen. Der Weiterleistungsantrag sollte möglichst etwa zwei Monate vor Ablauf des Bewilligungszeitraums gestellt werden. So kann vermieden werden, dass die laufende Wohngeldzahlung unterbrochen wird.
Zum 1. Januar 2009 wurde das Wohngeldgesetz neu aufgesetzt. Durch die Novellierung soll sich das durchschnittliche Wohngeld von 90 Euro auf rund 140 Euro monatlich erhöhen. Dies soll durch Leistungsverbesserungen erfolgen, so z.B. durch die Einbeziehung der Heizkosten, die mit einem festen Betrag nach der Zahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder (z. B. für eine Person 24 Euro, für 2 Personen zusammen 31 Euro) in die Miete eingerechnet werden. Weiterhin wurden die Baualtersklassen auf Neubaumietenniveau zusammengefasst. Darüber hinaus wurden die Miethöchstbeträge um 10 Prozent und die Tabellenwerte um 8 Prozent erhöht. Durch diese Maßnahmen soll das Wohngeld nun etwa etwa 800.000 Haushalten (bisher 691.000) zugute kommen. Die Kosten von ca. 520 Millionen Euro teilen sich Bund und Länder.

Wichtige Adressen zum Thema Wohngeld: