Wohin mit dem Hundekot im Kotbeutel?

Es ist schwierig, in friedlicher Koexistenz zu leben. Damit meint die Redaktion von baumarkt.de nicht die politischen Ereignisse, sondern das Gegeneinander der Raucher/Nichtraucher und der Hundebesitzer/Nicht-Hundebesitzer. Während an der Raucherfront weitgehend Ruhe eingekehrt ist, geht der Ärger um den Hundekot weiter. Das geht sogar soweit, dass vergiftete Frikadellen ausgelegt werden. Oder dass aus Vorgärten Steinwüsten werden, in die sich kein Hund zum „Geschäftmachen“ begibt.

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Rollen wir das Problem doch mal von vorne auf. Wir zeigen hier ein Foto aus dem Hundekalender, der in dem uns angegliederten Fotostudio Stefan Schumacher produziert worden ist. „Oh wie süß!“, wird jeder sagen, der ein solches Foto sieht — es sei denn, er ist ein regelrechter Hundehasser. Von denen gibt es gottlob nur wenige. Gegenüber gestellt haben wir das Foto eines blühenden Vorgartens. „Oh wie schön!“, wird jeder sagen. Auch die Hundebesitzer, denn nicht wenige haben ein eigenes Haus mit Garten.

Dieses riesengroße Plakat von einem „Hunde Scheiß Verbindungsweg“ haben wir im ländlichen Vorort einer Großstadt aufgenommen — da, wo viele schöne Häuser stehen und viele Vorgärten anzutreffen sind. Die Hausbesitzer an diesem Verbindungsweg haben an sich nichts gegen Hunde und schon gar nichts gegen „alte Leutchen“, für die der eigene Hund oft sogar zum Lebensinhalt geworden ist. Auf Hundefriedhöfen kann man nachlesen, wie sehr Menschen leiden, wenn ihr Terrier oder Dackel eingegangen ist.

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Der älteren Dame hier auf dem Foto sind wir nach­gegangen. Es dauerte nicht lange, da hat es sich ihr Hund in einem grünen Randstreifen “bequem gemacht.“ Sie hatte immerhin einen Hundekotbeutel dabei und das Häufchen aufge­nommen. Ob sie es auch getan hätte, wenn ihr nicht ein Spaziergänger ohne Hund entgegen gekommen wäre? Der blieb nämlich ostentativ stehen und ließ sich von „Strolchi“ anbellen. Jedenfalls stand die Hundehalterin vor der Frage: Wohin mit dem schwarzen Beutel? Den hat sie eine Zeitlang mit spitzen Fingern in der Hand gehalten und dann, als sie sich unbeobachtet glaubte und sich der Spaziergänger entfernt hatte, im hohen Bogen vor dem Sichtschutzzaun eines Anwohners entsorgt.

Was die Hundesteuer betrifft, so schwankt diese jährlich und je nach Größe der Gemeinde zwischen 25 und 120 €. Einige Hundebesitzer sehen zwar ein, dass sie eine Abwassergebühr bezahlen müssen für die Fäkalien, die ein Mensch nun einmal verursacht. Aber eine Hundesteuer? In der Tat nehmen die meisten Städte Hundesteuern ein, tun aber wenig bis nichts für die Hunde. Hundewiesen gibt es nur in wenigen Städten, Sammelbehälter für Kotbeutel sieht man an Strandpromenaden in Touristengebieten. Ansonsten beschränken sich die Gemeinden auf Verordnungen, mit denen sie Hundehaufen verbieten und Strafen androhen oder verhängen, wenn „Hundi“ bei seinem Geschäft mitten in einer Grünanlage erwischt wird.

Verständnisvolle Hundehalter (und das sind die meisten) bauen ihrem Hund eine wärmegedämmte Hundehütte. Und wenn sie Gelegenheit hätten, bei einem Spaziergang die Kotbeutel ordnungsgemäß zu entsorgen, würde sich die Konfrontation zwischen Hundefreuden und Hunge(kot)gegnern entschärfen. Da schalten aber die Gemeinden auf stur und alle jammern über die schlechte finanzielle Situation. Ironisch kann man da nur raten, dass alle Hundebesitzer die Kotbeutel vor der Rathaustür entsorgen sollen. Dann würde sich schnell etwas ändern.

Foto(s): www.fotoatelier-schumacher.de