Wintergärten: Hinweise zu Planung und Konstruktion

Das i-Tüpfelchen an einem Haus

Ein Wintergarten ist für viele Menschen das i-Tüpfelchen an einem Haus. Kein Wunder, schließlich können die Besitzer eines Wintergartens den Sommer länger genießen und sogar im Winter in gemütlicher Wärme, aber praktisch in der Natur, den Tag genießen. Doch für viele Menschen bleibt der eigene Wintergarten ein Traum: Zu kompliziert und zu teuer erscheint oft der Bau.

Wie soll der Wintergarten genutzt werden?

Das stimmt aber nicht. Zum einen gibt es moderne Bausatzsysteme, die auch der Heimwerker problemlos selber zusammensetzen kann, zum anderen kann man durch eine wohlüberlegte Planung späteren Ärger verhindern. Neben dem Standort ist nämlich vor allen Dingen die geplante Nutzung des Wintergartens von größter Bedeutung. Die erste Frage, die Sie klären müssen, ist diese: Soll der Wintergarten ganzjährig als Wohnraum oder nur zeitweilig - sozusagen als überdachter Garten - genutzt werden?

Ideal: Süd-West oder Süd-Ost-Lage

Davon hängen nämlich auch die Standortüberlegungen ab: Wenn Sie den Wintergarten an der Südseite Ihres Hauses errichten, wird der Anbau schnell zum Treibhaus. Hier helfen zwar Schutz- und Lüftungsvorrichtungen, ein erträgliches Klima zu schaffen, aber das geht natürlich ins Geld. Teuer wird auch ein Wintergarten an der Nordseite des Hauses, der ganzjährig als Wohnraum genutzt werden soll. Denn dann machen sich die Heizkosten unangenehm bemerkbar. Aber auch die Nord-Ausrichtung hat einen Vorteil: Wenn der Wintergarten nicht bewohnt ist und deshalb nicht beheizt werden muss, wirkt der Anbau nämlich für den Rest des Gebäudes als "Dämmung" und hilft so, Heizkosten zu sparen. Als guter Kompromiss empfiehlt sich grundsätzlich die Süd-Ost oder Süd-West-Lage.

Baugenehmigung ist erforderlich

Bedenken muss man in jedem Fall, dass man nicht "einfach so" einen Wintergarten errichten kann. Es ist ein Aufenthaltsraum für Menschen und daher in jedem Fall durch die zuständige Baubehörde genehmigungspflichtig. Dazu müssen Sie in jedem Fall einen geeigneten Entwurfsverfasser beauftragen und - je nach Bundesland - sind Sie auch verpflichtet, einen Bauleiter zu bestellen. Die einwandfreie Statik muss ebenso nachgewiesen werden, wie die Einhaltung aller Erfordernisse des Brand- und Nachbarschutzes. Zu eng an den Grundstücksgrenzen darf der Wintergarten nicht errichtet werden. Die zu beachtenden Maße sind dabei von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Selbstverständlich wird überprüft, ob Ihr geplanter Wintergarten auch in die Umgebung passt und inwieweit die eingesetzten Baustoffe den entsprechenden DIN-Normen entsprechen. Danach wird dann die Baugenehmigung erteilt. Erkundigen Sie sich am besten vorher bei der Stadtverwaltung, welche Unterlagen Sie einreichen müssen. Falls Sie Ihren Wintergarten von einem Spezialbetrieb planen und errichten lassen, so erledigen dessen Experten alle statischen Berechnungen, alle Bauplanungen sowie alle behördlichen Gänge. Darüber hinaus leisten die Unternehmen natürlich eine Garantie.

Welches Material kommt in Frage?

Aluminium, Kunststoff oder Holz sind die Alternativen, die sich als Baumaterialien für einen Wintergarten anbieten. Als gute Variante gilt die Kombination von Holz für den Innenbereich und Aluminium für den Außenbereich. Auf jeden Fall sollte Wärmeschutzglas zum Einsatz kommen. Für beheizbare Wintergärten ohnehin vorgeschrieben, bringt das gasgefüllte Zweischeibenglas auch im unbeheizten "Glashaus" Vorteile. Das Material dämmt so gut wie eine dicke Ziegelwand und sorgt so dafür, dass die Scheiben kaum noch von innen beschlagen. Ist der Wintergarten ordentlich konstruiert, bleibt er übrigens auch bei starkem Regen völlig dicht. Ist es zugig oder werden die Innenscheiben nass, dann ist das ein Zeichen dafür, dass der Wintergarten nicht mit der notwendigen Präzision gefertigt worden ist. 

Tappen Sie nicht in die Wärmefalle!

Schon bei der Planung sollte man auf die Lüftungsmöglichkeiten genau achten. Im Sommer heizt sich die "Wärmefalle" Wintergarten schnell so stark auf, dass man es im Wintergarten kaum noch aushalten kann. Im Idealfall (Ost- oder West-Lage) reicht eine natürliche Lüftung aus. Die warme, nach oben strömende Luft kann durch Öffnungen im Dachbereich ins Freie, während gleichzeitig durch Öffnungen in Bodennähe kühlere Luft in den Wintergarten strömen kann. Grundregel: Mindestens 10 Prozent der Glasflächen sollten sich öffnen lassen, schließlich müssen ja auch oft die angeschlossenen Räume, etwa das Wohn- oder Esszimmer, über den Wintergarten mitbelüftet werden.

Lüftungsanlagen oder Faltwände

Wer einen Wintergarten mit Süd-Ausrichtung sein Eigen nennt, der kommt um ein teures Lüftungssystem kaum herum. Luxuriös sind sog. automatische Wetterstationen, die für die richtige Be- und Entlüftung oder den entsprechend dosierten Einsatz einer Klimaanlage sorgen. Doch die "Wetterstationen" können noch mehr. Sie regeln je nach Lichteinfall und -intensität vollautomatisch die installierten Beschattungssysteme. Auch in reiner Südlage können Sie ohne elektronisch gesteuertes Belüftungssystem auskommen, wenn es eine mechanische Dachbelüftung gibt und Sie gleichzeitig die Glaswände rundum "auffalten" oder "aufschieben" können - also statt einer festen Glaswand eine sog. Faltwand oder große Schiebetüren einbauen lassen. Im Hochsommer ist Ihr Wintergarten dann ein Freisitz, dessen "Wände" nur bei schlechtem Wetter geschlossen werden müssen. Solche "offenen" Lösungen haben jedoch auch einen Nachteil: Der Wind trägt Staub und Laub in den Wintergarten.

Markisen, Rollos, Jalousien

Wenn nicht gerade ein Baum als Schattenspender im Garten steht, ist eine außenliegende Markise zu empfehlen, da diese einen Teil der Wärmestrahlung schon vor dem Fenster abfängt. Solche Markisen, die häufig mit Elektromotoren ein- und ausgefahren werden können, sind jedoch nichts für Selbermacher. Stattdessen kann man natürlich im Inneren Baldachine, Rollo-Anlagen, Jalousien oder Raffstores anbringen. Diese sollten aus einem hellen, reflektierenden Spezialgewebe bestehen.

Welche Pflanzen eignen sich?

So richtig komplett sind Wintergärten erst mit den entsprechenden Pflanzen. Hochsaison herrscht im Wintergarten - ganz klar - vor allem im Winter. In einem beheizten Wintergarten sollte man tropischen Pflanzen wie Orchideen und Bromeliengewächse den Vorzug geben. Im unbeheizten Wintergarten sind subtropische Pflanzen empfehlenswert. Mit dem wechselwarmen Klima kommen Akazien und Kamelien sehr gut klar, ebenso wie Jasmin oder aus Australien stammenden Kübelpflanzen. Große Kakteen, die in der Wüste Arizonas der Hitze und der nächtlichen Kälte trotzen, gedeihen auch in Ihrem Wintergarten sehr gut.