Wie viel Cutter braucht ein Heimwerker?

cutter_1.jpgMesser sind fast so alt wie die Menschheit. Schaut man sich an, welche Spezialmesser ein Metzger oder ein Chirurg benötigt, kommt man nicht auf den Gedanken, dass auch der Heimwerker und erst recht der Handwerker für unterschiedliche Anwendungen „locker“ zehn Spezialmesser braucht. Und diese haben fast ausnahmslos einen Messerschaft aus Metall oder Kunststoff, in den auswechselbare Klingen geschoben, geklemmt oder geschraubt werden können. Jedenfalls gehören diese Messer zur Grundausstattung jeder Heimwerker-Werkstatt.

Das Zeitalter der Spezialmesser für Heimwerker begann in den 60-er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Der Begriff „Cutter“ war noch ungewöhnlich, man sprach allgemein von einem „Ziehmesser“. In den grafischen Ateliers waren Ziehmesser allgegenwärtig. Damit schnitt man (mit einer ziehenden Bewegung) Papier und Pappen. Diese feinen grafischen Cutter nennen sich bis heute Skalpell und sind den Skalpellen der Chirurgen nicht unähnlich.

cutter_2.jpg

Um gerade Schnitte ausführen zu können, legten die Grafiker ein Lineal an und eh sie sich versahen, hatten sie die Kuppe eines Fingers fein sauber abgetrennt. Man weiß also: Cutter im Allgemeinen und Skalpelle im Besonderen bergen ein Verletzungsrisiko. Besonders solche Skalpelle mit Drehteilen unten im Messerschaft. Mit diesen Rund- und Streifenschneidern lassen sich „Wellen“ in Papier und Pappe denn die Klingen drehen sich mit.

cutter_3.jpg

Die Evolution bei den Cuttern setzte ein, als man die Klingen erstens auswechseln oder einfach abbrechen sowie diese im Griff arretieren und zweitens aus dem Griff heraus und wieder hinein schieben konnte, was die Verletzungsgefahr wesentlich reduziert hat, was aber keinen Heimwerker oder Handwerker daran hindern sollte, für bestimmte Schneidarbeiten Schutzhandschuhe zu tragen.

Cutter gibt es inzwischen für viele Anwendungszwecke. Wer den Dachstuhl mit Styropor dämmen will, sollte den bröseligen Kunststoff mit einem Styropormesser trennen. Diese

cutter_4.jpg
haben eine Breite zwischen 9 und 18 mm und vor allem haben sie eine ungekerbte Klinge, die durch den Kunststoff geht wie durch weiche Butter. Nun stoßen ja nicht alle Dämmplatten im rechten Winkel aufeinander, weshalb es Gehrungsschneider gibt, in deren Schaft sich zwei schräg gestellte Trapezklingen befinden, durch die Schnitte mit 45° Gehrung ausgeführt werden können.

Wie Spielzeug sehen die Messer zum Aufschneiden von Silikonkartuschen (links) und zum Öffnen von Jutesäcken aus (rechts). Wer als Installateur oder Fliesenleger viele Kartuschen öffnen muss, wird die Vorzüge der „kleinen Dinger“ zu schätzen wissen.

cutter_10.jpg

Der Öffner für Jutesäcke wird jedermann bekannt vorkommen. Richtig, er ähnelt den Papier- und Folienschneidern, wie sie in verschiedenen Größen und Ausführungen auf dem Markt sind und auch als kleine Briefaufschlitzer mit Werbeaufdrucken hergestellt werden.

Für Arbeiten mit Balsaholz gibt es Spezialmesser und für den generellen Modellbau recht robuste Ausführungen, bei denen die Klingen eingeschraubt werden. Für Tischler, die ständig Kantenumleimer beschneiden müssen, ist ein Spezialmesser auf dem Markt, dessen quadratische Klinge doppelseitig geschliffen ist und um 90° gedreht werden kann.

cutter_7.jpg

Das Entgraten gehört mit zu den Arbeiten, die in einer Werkstatt zwangsläufig bei der Verarbeitung von Kunststoff und Metallen anfallen. Kunststoff und weiche Metalle können mit einem Entgratemesser bearbeitet werden, deren Klinge aus Keramik besteht. Das verhindert Beschädigungen am zu bearbeitenden Material. Müssen Rundungen entgratet werden wie etwa Rohre, gibt es Messer mit drahtähnlichen gebogenen Klingen, die im Messerschaft rotieren und automatisch den richtigen Winkel zum Werkstück einnehmen.

cutter_8.jpg

Bliebe noch etwas zu berichten über die Universalmesser, die auch wieder — je nach Klinge — für unterschiedliche Funktionen geeignet sind. Das Messer mit dem Papageienschnabel eignet sich für das Zuschneiden von Teppichböden und Linoleum, aber auch für das Durchtrennen von Verpackungsbändern, mit denen manche Pakete geradezu „zugekleistert“ sind.

cutter_9.jpg

Universalmesser sind auch die Cutter Abbrechklingen, die mit unterschiedlichen Klingenbreiten in Baumärkten meistens als Billigartikel aus Fernost angeboten werden. Wer vermeiden will, dass die Griffe solcher Messer auseinanderfallen, die Abbrechklingen sich im Messerschaft verharken oder sich der Klingen-Feststeller löst, sollte sich für ein westdeutsches Markenprodukt entscheiden wie die aus dem Hause Martor aus Solingen. Die Fotos in diesem Beitrag stammen aus der Website dieses Unternehmens.

Fotos: www.martor.com