Wenn es brennt - wie und mit was löschen?

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Jeder bewundert die Weihnachtsgeschenke und keiner achtet mehr auf den Baum. Plötzlich steht der Baum in Flammen. Schnell einige Eimer Wasser geholt und den Brand gelöscht - noch einmal Glück gehabt. An Silvester gibt es Fondue. Das Fleisch brutzelt im Öl. Vielleicht wurde das eine oder andere Bier zuviel getrunken. Auf jeden Fall stößt jemand den Topf um und alles brennt lichterloh. Wieder werden Wassereimer herbeigeschafft, doch diesmal läßt sich das Feuer nicht löschen und die Katastrophe ist perfekt. Erst die Feuerwehr kann dem Feuer Einhalt gebieten und dafür sorgen, dass nicht das ganze Haus abbrennt. Wohn- und Esszimmer sind dennoch nicht zu retten und müssen komplett renoviert werden. Mit dem richtigen Löschmittel hätte dies vermieden werden können. Dabei wissen die meisten noch, daß man Öl und Fett nicht mit Wasser löschen kann. Doch wie ist es bei Bränden mit Gasen wie Propan oder Erdgas. Wie löscht man diese? Auch Metalle wie Aluminium oder Magnesium können brennen. In diesem Falle benötigt man wieder ein anderes Löschmittel.

Brandklassen

Verschiedene Materialien erfordern, wie bereits erläutert, verschiedene Löschmittel. Alles was Brennen kann, wird daher einer Brandklasse zugeteilt. Insgesamt gibt es vier Brandklassen.


Brandklasse A

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Brände fester Stoffe, die normalerweise unter Glutbildung verbrennen. Zum Beispiel Holz, Kohle, Papier, Stroh und Faserstoffe.


Löschmittel:

  • Pulverlöscher mit Glutbrandpulver (PG)
  • Wasserlöscher (W)
  • Schaumlöscher (S)

Brandklasse B

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Brände von flüssigen oder flüssig werdenden Stoffen. Zum Beispiel Benzin, Benzol, Äther, Wachs, Öle, Fette, Lacke, Teer, Alkohol.


Löschmittel:

  • Pulverlöscher mit Glutbrandpulver (PG)
  •  Pulverlöscher Spezialpulver (P)
  •  Kohlenstoffdioxidlöscher (K)
  •  Schaumlöscher (S)

Brandklasse C

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Brände von Gasen. Zum Beispiel Methan, Propan, Butan, Wasserstoff, Stadtgas, Erdgas.


Löschmittel:

  • Pulverlöscher mit Glutbrandpulver (PG)
  • Pulverlöscher Spezialpulver (P)

Brandklasse D

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Brände von Metallen. Zum Beispiel Aluminium, Magnesium, Lithium, Kalium, Natrium und deren Legierungen.


Löschmittel:

  • Metallbrandpulverlöscher (PM)

Löschmittel

Feuerlöscher

Ein Feuer kann entstehen und brennen, wenn brennbares Material, Sauerstoff und eine Zündenergie vorhanden sind. Fehlt nur eines der drei Dinge, kann kein Feuer bestehen. Darauf beruht die Wirkung des Feuerlöschers, indem er nämlich als Wasserlöscher, Pulverlöscher, Schaumlöscher und Kohlendioxidlöscher dem Feuer buchstäblich die Luft (also den Sauerstoff) entzieht oder die Flammen durch Wasser, Schaum oder Pulver erstickt. Eines haben alle Feuerlöscher gemeinsam: die Löschmittel müssen beim Einsatz unter Druck stehen. Dabei unterscheidet man zwischen Dauerdrucklöscher und Aufladelöscher.

Beim Dauerdrucklöscher befindet sich das Treibmittel direkt im Löschmittelbehälter zusammen mit dem Löschmittel (Pulver oder Schaum). Dieses System ist anfälliger gegen Druckverlust durch Dichtungsmängel und aufwendiger zu warten. Da es jedoch billiger ist, findet es sich nach wie vor in den Standardfeuerlöschern in Büros, Hotels und Haushalten. Auch bei Autofeuerlöschern sind Dauerdrucklöscher aus Platzspargründen weiterhin im Einsatz. Bei einem Aufladelöscher befindet sich das Treibmittel nämlich in einer separaten Flasche. Dieses System ist modern und wartungsfreundlich, aber wie gesagt teurer.

Wasserlöscher

Der Wasserlöscher ist nur für Brände der Klasse A geeignet. Wasser hat eine recht hohe Oberflächenspannung und es kann gefrieren. Diese Nachteile können durch Zusätze wie Tenside, verschiedene anorganische Salze wie Pottasche, Magnesium-, Calcium- und Natriumchlorid, Alkohole und diverse Tonarten ausgeglichen werden. Dadurch werden sogar die Löscheigenschaften verbessert. Wasser kann Wärme binden. Auf diesem Prinzip beruht seine Löschwirkung. Durch Abkühlung werden die Reaktionsbedingungen der Verbrennung gestört und die weitere thermische Aufbereitung brennbarer Stoffe behindert. Die Zufuhr brennbarer Gase und Dämpfe versiegt.

Pulverlöscher

Am universellsten einsetzbar sind Pulverlöscher. Sie sind für die Brandklassen A, B und C zugelassen und können gegen fast alle Brandrisiken des täglichen Lebens eingesetzt werden. Bei Glutbränden der Brandklasse A bildet sich durch ABC-Feuerlöschpulver eine Schmelzschicht aus, die eine Isolier- und Sperrwirkung entfaltet. Es gelangt kein Sauerstoff mehr in den Brandherd, die Brandumgebung wird nicht mehr aufgeheizt und Rückzündungen werden unterbunden. Bei Flammenbränden der Brandklassen B und C greift das Pulver direkt in den Reaktionsablauf der Verbrennung ein und verursacht eine Kettenabbruchreaktion.

Pulverlöscher zeichnen sich durch einen schlagartig eintretenden Löscheffekt und hohe Löschleistung aus. Er wird daher häufig in öffentlichen Bereichen eingesetzt, bei Autofeuerlöschern, in Heizungskellern und vielen anderen Einsatzgebieten, bei denen ein möglichst umfassender Schutz gewährleistet werden soll. Auch wenn die Ursache des Feuers nicht bekannt ist oder vielfältig sein kann, wird Pulver verwendet. Pulver hat allerdings den Nachteil, dass die ganze Umgebung damit "eingestaubt" wird. Der Einsatz in der Privatwohnung ist daher nicht empfehlenswert. Auch für EDV-Anlagen und Arztpraxen sollte man ein anderes Löschmittel wählen, da der Staub die hochempfindlichen Geräte beschädigen kann.

Schaumlöscher

Schaumlöscher sind für die Brandklassen A und B zugelassen. Sie eignen sich vor allem bei Oberflächenbränden; bei Tropfbränden sind sie dagegen praktisch wirkungslos. Schaumlöschmittel bilden auf brennbaren Flüssigkeiten, die leichter als Wasser sind, eine gasdichte Schaumdecke. Diese Schaumdecke breitet sich über die gesamte Oberfläche aus und erstickt das Feuer. Durch die hohe Netzwirkung, verbunden mit dem Kühleffekt, eignet sich Schaum jedoch auch bei Bränden fester Stoffe der Brandklasse A. Da der Löschschaum für die Gesundheit unbedenklich und biologisch abbaubar ist, eignet er sich sehr gut für die private Wohnung. Anders als beim Pulver werden auch die umliegenden Einrichtungsgegenstände durch Schaum weniger beeinträchtigt. Das Feuer kann gezielt bekämpft werden.

Kohlendioxidlöscher

Für die Brandklassen B und C sind Kohlendioxidlöscher zugelassen. Aufgrund seiner Löscheigenschaften, wird der CO2-Löscher meist nur in geschlossenen Räumen eingesetzt. Es löscht durch seine erstickende Wirkung, indem der Luftsauerstoff verdrängt wird. Deshalb müssen alle Personen rechtzeitig vorher gewarnt und evakuiert werden. Derjenige, der das Feuer löscht, muss einen Atemschutz tragen und mit dem notwendigen Sauerstoff versorgt werden. Nach Verwendung des Löschmittels muss ausreichend gelüftet werden, bevor ungeschützte Personen den Raum betreten dürfen.

CO2 ist das sauberste Löschmittel, es löscht rückstandslos. Geeignet ist es daher besonders für den Einsatz in Großküchen und Imbißbetrieben, da hier Lebensmittel verwendet werden und in Laboratorien, elektrischen Anlagen und EDV-Räumen, um die empfindlichen Geräte zu schonen. In der Privatwohnung ist der Einsatz von Kohlendioxid nicht zu empfehlen, da es für das Löschen von Feststoffbränden der Brandklasse A nur bedingt geeignet ist. Es besteht die Gefahr, daß das Feuer sich nach dem Löschen wieder entzündet.

Regeln beim Einsatz des Feuerlöschers

Nicht nur die Wahl des richtigen Löschmittels ist wichtig für ein rasches Löschen. Es müssen beim Feuerlöschen auch einige Regeln beachtet werden. Das Feuer muss immer mit dem Wind und nicht gegen die Windrichtung angegriffen werden. Flächenbrände werden nicht von hinten, sondern von vorne und unten gelöscht. Von oben hingegen bekämpft man Tropf- und Fließbrände wie z.B. bei brennenden Tanks. Stehen mehrere Löscher zur Verfügung, wäre es falsch, sie nacheinander einzusetzen oder bei mehreren Personen hintereinander zu arbeiten. Der Angriff sollte immer gemeinsam nebeneinander ausgeübt werden. Verstärkt wird die Löschwirkung durch Ab- und Anstellen des Geräts, also durch einen schussweisen Ausstoß. Das gilt allerdings nicht für brennendes Benzin, Öl oder Fett, das in einem Vorgang abgelöscht werden muss. Bei einem Gasbrand muss der Angriff auf die Stelle gerichtet werden, an der das Gas austritt. Zudem muss der Gashahn geschlossen werden, sodass kein weiteres Gas ausströmen kann.