Wenn die Wohnung zu denken anfängt

Elektronische Geräte erleichtern unseren Alltag an allen Ecken und Enden, doch sind sie dabei meistens noch auf unsere direkten Befehle angewiesen. Der Markt strebt jedoch zunehmend in eine neue Richtung. Die elektronischen Helfer sollen nicht nur unsere Befehle ausführen und die Wäsche waschen, wenn wir auf Start drücken, sondern selber lernen, wann der beste Zeitpunkt dafür ist und auch unabhängig von uns unter bestimmten Bedingungen Entscheidungen fällen. Viele Ideen klingen bisher nur als Zukunftsmusik durch die Forschungslabore, doch so manches ist tatsächlich schon frei erwerbbar.

Man kommt nach Hause und wird zunächst von dem elektronischen Display im Flur freundlich begrüßt, das einem mitteilt, was alles während der eigenen Abwesenheit so geschehen ist. Drei Mal hat die Mutter angerufen und zwei Mal die Krankenversicherung. Die Waschmaschine hat die Wäsche bereits am Vormittag, als der Stromtarif gerade günstig war, fertig gewaschen, doch die Geschirrspülmaschine konnte das Geschirr nicht spülen, da eine Pumpe verstopft ist. Das Problem wurde jedoch bereits an den Hausmeister weitergeleitet und wird morgen früh behoben. Für manchen mag eine solche Vorstellung noch ein wenig unheimlich sein, doch letztlich ist alles eine Sache der Gewohnheit und ein solch selbstständig agierender Haushalt schlichtweg praktisch. Und so sehr das Ganze erst einmal nach einem Sciencefiction-Film klingt, ist eine solche elektronische Steuerung theoretisch längst möglich.

Was der Markt hergibt

Die elektronische Steuerung des eigenen Wohnungsequipments geht auch jetzt schon weit über die Steuerung mit Fernbedienung hinaus und manches Gerät weiß auch schon sich intelligent zu verhalten. So kann man beispielsweise seine Markisen automatisieren und ihnen beibringen, bei welchen Wetterlagen sie sich ein- oder ausfahren sollen, um Blumen vor der Sonne oder sich selbst vor Wind und Regen zu schützen. Auch was das Waschen angeht, leisten Waschmaschinen bereits einiges selber und dosieren Waschmittel und Wassermengen je nach Verschmutzungsgrad und Wäschevolumen passend. Immer mehr in den Fokus rücken auch intelligente Stromzähler, die wissen wann Strom günstig ist und dementsprechend zukünftig Waschmaschine und Co auf den Strompreis abgestimmt betreiben sollen.

Roombots und andere Zukunftsmusik

Noch weiter weg, aber dennoch absehbar, ist zum Beispiel auch die Entwicklung von sogenannten Roombots. Roombots sind eine Entwicklung von Forschern der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne und ein Symbol dafür, wohin die Reise gehen könnte. Es handelt sich bei ihnen um intelligente Möbelstücke, die sich selbstständig auf- und abbauen, sich durch die Wohnung bewegen und dorthin kommen wo sie gebraucht werden. Zusammengesetzt sind sie aus einzelnen Modulen, die sich drehen und wenden, so Flächen bilden und beispielsweise mal Stuhl mal Tisch sind.

Die Liste der Ideen für intelligentes Wohnen ist lang, vieles wird sicherlich niemals in den wirklichen Lebensraum Einzug erhalten, doch anderes wiederum vermutlich schneller als man derzeit glaubt. Und wer von der Idee begeistert ist, seiner Wohnumgebung ein wenig Denken beizubringen, kann mit dem ein oder anderen Sensor oder vorprogrammierten Zeiteinstellung auch jetzt schon vieles zum Leben erwecken.