Wenn der Wind durch den Rollladenkasten pfeift

rollladenkasten_1.jpgWenn es draußen stürmt, weiß man das eigene Zuhause besonders zu schätzen. Mit einem heißen Tee und einem guten Buch lassen sich auch die regnerischsten Herbsttage genießen… wenn der Wind nur nicht so durch den Rollladenkasten pfeifen würde. Und schon wird einem klar, dass man den Sommer über vergessen hat, was man sich im letzten Winter fest vorgenommen hatte: Die nachträgliche Dämmung des Rollladenkastens. Ohne zusätzliche Dämmung geht durch den Rollladenkasten jede Menge Wärme verloren. Jedoch lässt sich die Isolierung nachrüsten.

Altbauten sind besonders betroffen

Dämmung und Wärmeisolierung spielte bis weit in die Nachkriegszeit hinein keine große Rolle beim Häuserbau. Wohnraum musste geschaffen werden und Energie war billig. Das rächt sich heute. Schlecht isolierte Fenster und dünne Abkastungen bei den Rollläden sind ebenso lästige wie bekannte Wärmebrücken. In manchen Altbauten trennt nur eine Metall- oder Holzplatte den Kasten vom Innenraum.

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Häufig stehen die Heizkörper zudem direkt unter den Fenstern. Die Wärme gelangt so nicht nur durch die Scheibe nach draußen, sondern wird durch die Rollladenkästen wie durch einen Kamin geradezu nach draußen gezogen.

Doch diese einfachen Revisionsdeckel haben auch einen Vorteil: Sie lassen sich leicht entfernen. So hält sich der für eine Dämmung zu betreibende Aufwand wirklich in Grenzen. Auch die Kosten sind relativ gering. Schon nach ein bis fünf Jahren hat sich die Anschaffung durch den geringeren Energieverlust rentiert.

Dafür muss man nicht gleich einen neuen, perfekt gedämmten Rollladenkasten einbauen. Von zahlreichen Anbietern gibt es auf Rollladenkästen spezialisierte Dämmsysteme, die sich schnell und einfach einbauen lassen. Diese reichen von auf Maß zuschneidenden Styrodur-Elementen bis zu Schaumstoffmatten, die sich der Rolllade anpassen lassen. Offene Zwischenräume werden mit Montageschaum aufgespritzt, um Wärmebrücken und Sammelstellen für Kondenswasser auszuschließen. Für eine optimale Dämmleistung sollte man immer die dickst mögliche Variante wählen. Dabei muss man aber aufpassen, dass die Rolllade nicht blockiert wird.

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Doch ein schlecht isolierter Rollladenkasten verschwendet nicht nur Energie. An der kalten Wand kann sich Feuchtigkeit niederschlagen und diese begünstigt die Bildung von Schimmel. Soweit stellen schlecht isolierte Rollladenkästen eine echte Gesundheitsgefahr dar.

Manche Rollladenkästen sind aber nicht nur schlecht isoliert, sondern auch undicht. Dies kann man leicht überprüfen, indem man mit einer brennenden Kerze an den Kanten des Rollladenkastens und der Maueröffnungen entlangtastet. Fängt die Flamme zu flackern an, ist dies ein ziemlich sicheres Zeichen, dass an dieser Stelle, Luft ein- oder ausdringt. Insbesondere die Gurtdurchführungen sind für Zugluft anfällig. Für diese gibt es spezielle Abdeckungen, vielleicht ist das aber auch die Gelegenheit, über eine Rollladenautomatisierung nachzudenken. So wird nicht nur eine Zugluftquelle ausgeschaltet, man erhöht auch den Wohnkomfort.

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Ist eine nachträgliche Fassadendämmung geplant, ist dies auch eine Gelegenheit, fehlende Rollläden nachzurüsten. Isolierte Aufsatzkästen lassen sich in die Fassadendämmung integrieren und wirken so nicht wie ein Fremdkörper am Haus. Die Steuerung kann über Funk erfolgen, so dass in der Wohnung selber keine elektrischen Leitungen verlegt werden müssen.

Nachrüsten von Jalousien

Jalousien sind bisher unverdächtig, was die isolierende Wirkung von Gebäuden im Winter angeht. Sie benötigen in der Regel keine in der Wand eingelassenen Kasten und dienen vor allem den Zweck die Sonne im Sommer und damit die Hitze vor dem Fenster zu lassen. Ganz ohne Kasten kommen Jalousien aber auch nicht aus, weshalb diese häufig wie ein Geschwulst über dem Fensterrahmen thronen. Das sieht nicht immer ansprechend aus. Bei dicken Fassadendämmungen lassen sie sich jedoch geschickt in der Dämmung verstecken. So sieht man die Jalousienaufhängung nicht und es ergibt sich ein stimmiges Fassadenbild.

Beim Neubau muss der Kasten luftdicht sein

Beim Neubau ist die Lösung am einfachsten. Die aktuelle Energieeinsparverordnung macht Architekten und Bauträgern sehr strenge Vorschriften. So müssen moderne Rollladenkästen „luftdicht“ sein. Das bedeutet, dass durch sie keine Luft ins Hausinnere gelangen darf. Deswegen haben sich raumseitig geschlossene Rollladenkästen als Standard durchgesetzt. Das hört sich recht einfach an, doch der Teufel lauert wie so häufig im Detail. Der Einbau muss absolut fachgerecht erfolgen. Sonst besteht die Gefahr von Schwitzwasser- und Schimmelbildung. Besonders der Fensteranschluss erweist sich hier als neuralgischer Punkt. Wird hier geschlampt, kommen auf den ausführenden Betrieb hohe Gewährleitungsansprüche zu.

Fotos: www.fotoatelier-schumacher.de,
Lutz Weidner.Anobiumpunctatum,
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