Wenn das Metalldach knistert, knackt oder knallt

mdach.jpg Metall ist aus dem Bauwesen nicht wegzudenken. Und mittlerweile wird es in steigendem Maße auch für Dacheindeckungen verwendet. Jede Dacheindeckung hat ihre Vorteile. Die Vorteile beim Metalldach aus Titanzink, Kupfer, Aluminium oder Edelstahl liegen darin, daß Metall auch für ganz ungewöhnliche Dachformen verwendet werden kann. Metallbleche können eben gebogen und/oder abgekantet werden. Metalldächer können des Weiteren nicht davonfliegen, weil das Metall nicht lose aufliegt. Und vor allen Dingen können Metalldächer in den unterschiedlichsten Farben geliefert werden. Eines ist aber unerläßlich: Das Metalldach muss sehr genau geplant und ausgeführt werden, sonst kann es zu Nebengeräuschen kommen.

In manchen Lebenslagen ist es sicherlich angenehm, wenn es "knistert". Ist das Knistern jedoch mit Geräusch verbunden, wird es schnell zum Ärgernis. Zumal es häufig nicht beim Knistern bleibt, sondern von Knack- oder gar Knallgeräuschen begleitet wird. Den Ursprung der Geräusche zu lokalisieren und zu beseitigen, stellt dann das Hauptproblem dar. Die Geräuschentwicklung und -ausbreitung von vornherein zu verhindern, also schon beim Verlegen des Metalldachs, ist die einfachere und kostengünstigere Methode. Nachträglich eine Schalldämmung einzubauen bedeutet, daß die gesamte Dachdeckung demontiert werden muss.

Das Verhindern der Geräuschausbreitung fängt bei der Wahl der Unterkonstruktion an. Je mehr Schichten die Konstruktion hat, desto besser ist die Schalldämmung. Eine Luftschicht ist immer noch die beste Dämmschicht. Deshalb ist eine belüftete Dachunterkonstruktion besser, als eine unbelüftete. Auch auf die Wahl des richtigen Dämmstoffs kommt es an. Ein harter, federnder Dämmstoff wie Hartschaum oder Styropor leitet den Schall wesentlich besser, als ein weicher bzw. nicht federnder Dämmstoff wie Mineralfasern oder eine Blähtonschüttung.

Schallschutz ist die eine Sache, verhindert jedoch nicht das Entstehen der Geräusche. Metall ist ein Material, das sich schnell aufwärmt, aber auch ebenso schnell wieder abkühlt. Dabei dehnt es sich aus oder zieht sich zusammen. Dies ist als ein Knistern zu hören, allerdings normalerweise nur, wenn man sich auf der Dachfläche befindet oder in unmittelbarer Nähe davon. Knackgeräusche sind ein Zeichen dafür, daß sich Spannungen ruckartig auf- und abbauen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Haftung zwischen Metalldach und Holzschalung zu groß ist. Es sollte daher eine Trennlage wie beispielsweise Glasvlies-Bitumenbahnen oder Strukturmatten vorgesehen werden, welche die Gleitfähigkeit der Metalldeckung verbessern. Auch durchhängende Stahlprofile infolge einer durchhängenden Unterkonstruktion rufen Zwängungen und Reibungen hervor, die zu Knackgeräuschen führen können. Für die Unterkonstruktion sollte auch nur eine einwandfreie, abgelagerte Holzqualität verwendet werden.

Ein dröhnendes Trommelgeräusch läßt eine zu große Profilbreite oder eine zu geringe Materialdicke vermuten. Auch der Wind kann ein mangelhaft ausgeführtes Dach bei ungünstiger Lage und bei großen Windgeschwindigkeiten zum Flattern bringen. Geräusche können zudem entstehen, wenn das Metall daran gehindert wird, sich in Quer- und Längsrichtung auszudehnen. Das Dach braucht jedoch eine möglichst große Bewegungsfreiheit. Erreicht werden kann diese Bewegungsfreiheit beispielsweise durch eine möglichst geringe Anzahl an Befestigungs- und Bewegungsmitteln. Zur Sturmsicherung das Dach an möglichst vielen Stellen an die Dachkonstruktion zu "nageln", hilft da nicht wirklich weiter.

Die Abstände zwischen den Befestigungspunkten sollten nicht geringer sein, als der Statik nach erforderlich. Die Metallprofile dehnen sich nicht nur in Längsrichtung, sondern auch in Querrichtung aus. Der Scharenverlauf ist daher so zu wählen, daß sich die Scharen (die einzelnen Bahnen) in beide Richtungen ungehindert ausdehnen können. Bei einem Temperaturanstieg von 20 °C auf 80 °C, wie es im Sommer durchaus vorkommen kann, dehnt sich beispielsweise eine Aluminumschar in Querrichtung um 0,9 mm aus. Es sind daher auch in Querrichtung Ausdehnungsmöglichkeiten an der Traufe, am First und dem Ortgang vorzusehen.