Wenn das Dach in die Jahre kommt und saniert werden muss

Alles kommt einmal in die Jahre. Dem Dach geht es dabei nicht anders, als dem Menschen. Das Erfreuliche bei der Sanierung eines Daches ist, dass diese in aller Regel problemlos verläuft - anders als etwa die nachträgliche Unterkellerung eines Hauses oder die Aufstockung eines Geschosses. Für die Sanierung eines Daches braucht man also keinen Architekten und keinen Statiker, aber man braucht den Fachmann, denn Arbeiten auf dem Dach sind nichts für Heimwerker — auch dann nicht, wenn sich diese als schwindelfrei einschätzen.

Schadhaftes und unattraktives Dach
Schadhaftes und unattraktives Dach

Neueindeckung mit Marken-Dachziegeln
Neueindeckung mit Marken-Dachziegeln

Welcher Heimwerker verfügt schon über ein sicheres Gerüst? Und ohne die nötigen Sicherheitsvorkehrungen wird das Werkeln auf dem Dach zu einem unkalkulierbaren Risiko. Die Gründe, weshalb ein Dach saniert werden muss, können optischer Art sein (siehe Foto links), wenn Betondachsteine vermoost sind. Meistens geht es aber an die Dachsanierung, wenn Dachziegel brüchig und porös geworden sind oder ein Sturmschaden ein Neueindeckung nötig macht. Dann ist auch die Zeit gekommen, dass sich der Hausbesitzer über Arten, Formen, Farben und Größen insbesondere der Dachziegel informieren sollte.

Ein Flachdach sanieren kann auch der Heimwerker

Geht es um das Flachdach, so hat dieses fast ausschließlich eine Dachhaut aus Bitumen-Schweißbahnen, die umgangssprachlich auch "besandete Dachpappe" genannt werden. Mit Pappe haben diese Produkte nichts zu tun; sie sind in Wirklichkeit Hochleistungsfolien, die extremer Hitze wie extremer Kälte trotzen und Dächer schön dicht halten, solange sie nicht beschädigt werden. Wie ein solches Dach auch in Eigenleistung saniert werden kann, können Sie in unserem Beitrag "Dachbahn auf Garagendach aufbringen" nachlesen. Wie ein Flachdach generell aufgebaut ist und welche Unterschiede es gibt, darüber gibt unser Beitrag "Flachdächer — grundsätzlicher Aufbau und Wirkungsweisen" Auskunft.

Wollen Sie ein solches Flachdach im Rahmen der Sanierung gleich auch noch begrünen, also einen Dachgarten anlegen, muss allerdings doch ein Statiker hinzugezogen werden, der berechnen muss, ob das Dach die Zusatzlasten von Steinen und Pflanzsubstrat aufnehmen kann. War das Flachdach mit Flusskieselsteinen belegt, wie es bis in die 80-er Jahre üblich war, dann ist es in jedem Fall so massiv konstruiert, dass es einen Dachgarten trägt.

Was ist zu tun, wenn Gefälledächer saniert werden müssen?

Zu den Gefälledächern zählen das bundesweit übliche Satteldach und das Walmdach. Im Trend liegen auch Pultdächer, die jedoch erst seit den späten 90-er Jahren Furore machen und aufgrund ihres jungen Lebensalters kaum sanierungsbedürftig sein dürften. Wer sich einmal die rund 25 Dachformen anschauen will, die es bei uns zu Land gibt, der Spezialinfo "Dachformen". Im Prinzip ist die Dachform bei der Dachsanierung aber egal — es kommt auf ganz andere Dinge an. Soll z.B. eine asbestzementhaltige Dacheindeckung saniert werden, muss unbedingt ein dazu qualifizierter bzw. zertifizierter Handwerksbetrieb ran. Dieser entsorgt das Asbestdach dann so, wie es der Gesetzgeber verlangt.

Gute Gelegenheit, eine Aufsparrendämmung anzubringen

Aufsparrendämmung Problematisch kann es auch werden, wenn ein leichtes Wellplattendach durch eine schwere Ziegeldeckung ersetzt werden soll. Der Dachstuhl ist für eine solche Belastung in der Regel nicht ausgelegt. In diesem Fall sollte ein Statiker zu Rate gezogen werden. Sollen alte, brüchig gewordene Dachziegel gegen neue ausgetauscht werden, ist die Gelegenheit günstig, um einen Zimmermann den Dachstuhl hinsichtlich Schädlingsbefall und Feuchtigkeitsschäden untersuchen zu lassen. Was bei einer solchen Dachsanierung unbedingt ausgeführt werden sollte, ist eine Aufsparrendämmung, die wesentliche Vorteile im Vergleich zur Zwischensparrendämmung besitzt. Durch die vollflächige Verlegung entfallen die Wärmebrücken im Bereich der Sparren. Zudem ist die Sparrenhöhe nur nach statischen Erfordernissen zu bemessen. Mehr zu diesem Thema und auch zur Wahl des richtigen Dämmstoffes, erfahren Sie in dem Beitrag "Dachdämmung — auf die Kopfbedeckung kommt es an".

Abgesehen von statischen Zwängen, hat der Hausbesitzer bei der Dacheindeckung dann die Qual der Wahl. Ob Dachziegel, Betondachsteine, Schiefer oder Metall: auf das Dach kommt, was der Geldbeutel hergibt und was dem Bauherrn gefällt — allerdings mit der Einschränkung, dass in historischen Altstädten und für denkmalgeschützte Bauten die Behörden vorschreiben können, wie das Dach zu decken ist. Die Unterschiede im Quadratmeterpreis sind je nach Material und Ausführung beträchtlich, wie Sie in unserem Spezialbeitrag "Was kostet eine Dacheindeckung" nachlesen können. Ausgebremst werden kann der Dachsanierer dann nur noch von der vorhandenen Neigung des Daches. Nicht jede Dacheindeckung ist für jede Dachneigung geeignet. Dacheindeckungen besitzen eine Regeldachneigung, bis zu der sie regensicher decken. Liegt die vorhandene Dachneigung unter der angegebenen Regeldachneigung der gewählten Dacheindeckung, muss ein wasserdichtes Unterdach für Regensicherheit sorgen.

"In einem Rutsch" Photovoltaikelemente einbauen

Eine Dachsanierung ist immer auch ein guter Zeitpunkt, über einen Dachausbau nachzudenken. Steht das Gerüst erst einmal, kann man sozusagen "in einem Rutsch" auch neue Gauben oder Photovoltaikelemente auf dem Dach einbauen. Solche Elemente können Warmwasser für eine ganzes Haus liefern und auch noch Energie an den Heizkessel abgeben. Auch der Einbau eines zusätzlichen oder neuen Dachwohnfensters ist eine leichte Übung, wenn die alte Dacheindeckung erst einmal im Container liegt. Die Regenrinne und die Fallrohre müssen im Falle einer Dachsanierung häufig ebenfalls erneuert werden. Wie die Dachentwässerung bei einem Gartenhaus montiert wird, zeigt die Redaktion von baumarkt.de in einer Bauanleitung. Bei einem Wohnhaus funktioniert das auf die gleiche Weise, allerdings besteht hier wieder eine größere Unfallgefahr, weshalb Heimwerker sich auf Bungalow-Höhe beschränken und Montagen im 2. oder gar 3. Stockwerk dem Fachmann überlassen sollten.