Welcher Estrich für welchen Fußboden-Belag?


In dem Beitrag "Estrich - schwimmen, fließend oder trocken?" wurden die Estrich-Arten erläutert. Dabei wurde auch erklärt, ob der Estrich beispielsweise für den Außenbereich geeignet ist oder nicht. Dies ist bereits ein Auschlußkriterium, wenn Sie Fliesen in Ihrem Badezimmer oder auf der Terrasse verlegen wollen. So können Sie in diesen Bereichen keinen Anhydritestrich verlegen. Zudem müssen Sie bereits beim Einbringen des Fließestrichs wissen, mit welchem Belag Sie ihn versehen wollen. Die Dicke des Estrichs hängt stark auch von der aufgebrachten Belastung ab. Ein Natursteinbelag erfordert dementsprechend eine größere Estrichdicke, als ein textiler Teppichboden. Ansonsten kommt es mehr darauf an, wieder Bodenbelag aufgebracht wird. Dies ist bei den verschiedenen Bodenbelägen unterschiedlich.

Spachtelungen



Spachtelungen haben die Funktion, eine Klebung mit lösmittelfreien Klebstoffen zu gewährleisten. Erst in zweiter Linie sollen Spachtelungen glätten oder Unebenheiten auszugleichen. Spachtelungen müssen laut DIN 18365- Bodenbelagarbeiten- unter elastischen und textilen Belägen aufgebracht werden.

Elastische und textile Beläge (dampfdicht oder dampfbremsend)



Diese Bodenbeläge lassen sich nach dem heutigen Stand der Technik ohne Spachtelung, d.h. durch Direktklebung verlegen. Dazu ist jedoch eine detaillierte Sachkenntnis erforderlich. Bei dampfdichten Belägen sind zusätzlich spezielle Hilfsstoffe erforderlich. Solche Klebungen funktionieren nur dann gut, wenn die Belagskonstruktion nach Abschluß der Verlegearbeiten nicht zu früh belastet wird. Dampfbremsende Beläge dürfen nicht mit dichten Materialien (PE-Folie etc.) abgedeckt werden, um die Klebeverbindung nicht zu schädigen.

Textile Beläge (diffusionsoffen)



Diese Beläge können nach vorhergehender Grundierung mit geeigneten Klebern direkt auf den Fließestrich geklebt werden. Hat der Zementestrich die erforderliche Ebenheit, kann auch dieser direkt beklebt werden. Bei diffusionsoffenen Oberbelägen ist darauf zu achten, daß direkt nach den Grundreinigungsarbeiten keine Abdeckung des Bodens mit dichten Materialien erfolgt, weil sonst die Klebverbindung unter Belastung geschädigt werden kann.

Parkett, Holzpflaster und Schichtstoffelemente



Die Verklebung bei Parkett erfolgt wie bei dampfdichten Belägen. Sie können mit Dispersions-, Reaktions- und/oder Kunstharzklebstoffen geklebt werden. Klebstoffsystem- und Parketthersteller sollten in jedem Fall zu den geeigneten Klebstoffen befragt werden, da die Wahl des Klebstoffes unter anderem abhängig von der Art, den Abmessungen und Formaten des Belages ist. Bei schwimmender Verlegung des Parketts, wenn also nur die Parkett- oder Dielenelemente untereinander verleimt und nicht mit dem Unterboden verbunden werden, geht man folgendermaßen vor: Bei Anhydritestrich und Rohbetondecken wird eine Feuchtigkeitssperre als Parkettunterlage aufgelegt. Eine Trittschalldämmung aus Wellpappe, Kork oder Extruderschaum erhöht zusätzlich den Gehkomfort. Sie wird ebenfalls vollflächig ausgelegt.

Fliesen, Platten, Betonwerk- und Natursteinbeläge



Die Verlegung von keramischen Belägen, Natur- und Betonwerksteinen kann, je nach Art der zu verlegenden Platten im Dünnbett, Mittelbett oder im Dickbett erfolgen. Dies gilt für Zementestrich ebenso wie für Fließestriche. Bei Anhydritestrichen müssen gesonderte Hinweise beachtet werden. Grundsätzlich muss bei der Verlegung von Feinsteinzeug ein geeigneter Klebemörtel verwendet werden, weil es an der dichten Rückseite der Platten keine Verkrallung der Zementpartikel geben kann. Der Haftverbund zwischen Feinsteinzeugfliese und Verlegemörtel erfolgt über den Kunststoffanteil im Kleber.

Linoleum



Zur Verlegung von Linoleum eigen sich alle Untergründe, die eben, fest, rissefrei und trocken sind und bleiben. Dichte, nicht saugende Untergründe, zum Beispiel Gussasphalt und grundierte Estriche sowie Holzuntergründe müssen bei Verwendung von Dispersionsklebern in ausreichender Dicke (mindestens 2 mm) gespachtelt werden. Linoleum wird grundsätzlich vollflächig geklebt. Der Klebstoffauftrag erfolgt in der Regel bei allen für Linoleum geeigneten Klebstoffarten mit der Spachtelzahnung B1. Der Fußbodenbelag kann auf Untergründen mit Fußbodenheizung verklebt werden. Auch auf Trockenestrichkonstruktionen aus Anhydrit- oder Gipsfaserplatten kann, nach Überspachteln der Fugen, Linoleum verlegt werden.