Welche Umbauten sind in einer Wohnung erlaubt - ein Überblick

Haus- und Wohnungseigentümer haben es gut. Sie können ihre Räumlichkeiten ganz nach ihren Wünschen gestalten und werden höchstens durch die Statik des Hauses in ihrer Ausfaltung begrenzt. Mieter hingegen können nicht aus dem Vollen schöpfen und müssen sich an geltende Regeln halten. Diese schließen zwar einen Umbau in der Wohnung nicht aus, beinhalten aber auch, dass viele Umbauten beim Auszug wieder in die Ursprungsform zurückgebaut werden müssen. Grundlage für die Regelungen bilden bundesweit die Vorschriften aus dem BGB.

Die Rechtslage für Mieter

Eine Durchreiche von der Küche zum Esszimmer würde vieles vereinfachen und eigentlich wird das am Wohnzimmer angrenzende Arbeitszimmer kaum genutzt - ist es da nicht möglich, die Räume miteinander zu verbinden? Mieter haben die Möglichkeit, die Wohnung nach den eigenen Wünschen zu gestalten. Hier gilt letztlich eine Regel, die Ärger vermeiden kann: Die bauliche Substanz darf ausschließlich mit einer schriftlichen Genehmigung des Vermieters verändert werden. Diese Regel schließt bereits etliche Veränderungen aus. Allerdings können selbst mit einer Genehmigung des Vermieters und Hausbesitzers Grenzen auftreten. Bei Anbauten oder Veränderungen, die die Fassade des Hauses oder die Statik betreffen, ist eine Genehmigung vom Bauamt notwendig. Diese Vorschriften unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Niedersachsen setzt beispielsweise andere Kriterien bei der Modernisierung von Altbauten oder Fachwerkhäusern an, als Gemeinden in Bayern. Wohnungen in Hannover können also ganz anders umgebaut werden als in München.

Was Mieter immer dürfen

Manchmal genügen schon kleinere Änderungen, um der Wohnung einen neuen Schliff zu verpassen. So können Mieter beispielsweise laut der Auffassung des Mieterschutzbundes selbstständig die Sanitäranlagen im Bad austauschen. Passt das Waschbecken also nicht mit den eigenen Vorstellungen überein, darf ein neuer Waschtisch eingesetzt werden. Bleibt das alte Becken im Keller, kann es notfalls leicht beim Auszug erneut eingesetzt werden. Auch dürfen Mieter einen Teppichboden oder Laminat verlegen. Bei letzterem gilt aber, den Trittschall zu beachten und für den notwendigen Schutz zu sorgen. Es kann durchaus sein, dass der Vermieter beim Auszug verlangt, den Boden in den Ursprungszustand zurückzuversetzen. Dieses Recht steht ihm zu, ebenfalls, wie zu verlangen, dass eine sehr ausgefallene Wandgestaltung mit knalligen Farben oder komplett eingeschwärzten Tapeten bei Auszug gegen eine neutrale Wandgestaltung eingetauscht wird.