Wasserleitung angebohrt — was ist zu tun?

Nun mal schnell die neue Duschstange befestigen, das kann doch nicht so schwer sein. Ist es auch nicht, doch wie schnell wird dabei die Wasserleitung angebohrt und das Wasser spritzt einem entgegen. Dann kann guter Rat teuer sein — muss es aber nicht, denn ein angebohrtes Wasserohr ist an sich ein kleiner Schaden, der sich mit geringem Arbeitsaufwand beheben lässt.

Zunächst muss möglichst schnell das Wasser abgestellt werden, damit es durch das austretende Wasser nicht zu Folgeschäden kommt. Ist im Badezimmer oder der Küche — je nachdem, wo das Wasserrohr leckt — eine Absperrarmatur vorhanden, ist das Abstellen des Wassers eine Sache von wenigen Sekunden. Schwieriger kann es in Altbauten sein, wenn auf solche einfachen Dinge wie eine Absperrarmatur verzichtet wurde. Hier hilft dann nur noch ein Lauf in den Keller und das Schließen des Hauptabsperrventils.

Ist das Wasser abgedreht, muss die Wasserleitung freigelegt werden. Zuvor sollte noch die Leitung vollständig entleert werden, damit kein Restwasser die Flickarbeiten behindern kann. Muss eine Fliese entfernt werden, gelingt das meist durch gezielte Hammerschläge. So wird die Oberfläche gesprengt und die Fliese lässt sich dann mit Hammer und Meißel leichter aus dem Verbund lösen. Wie man eine Fliese entfernt, wird in dem Beitrag "Beschädigte Fliese austauschen" ganz gut beschrieben. Ist die Fliese ab, muss rund um die Schadstelle das Mauerwerk weggestemmt werden. Auch hinter der Wasserleitung.

Doch Vorsicht beim Stemmen: Mit den Stemmwerkzeugen das Rohr nicht noch weiter schädigen, ein weiterer "Treffer" kann für sehr viel aufwendigere Reparaturarbeiten sorgen.

Ist das Wasserrohr freigelegt, muss es gesäubert und mit einem Streifen Schleifpapier das Kupferrohr metallisch blank geschliffen werden. Danach geht es an das Löten. Mit einem Lötbrenner oder einer Lötlampe wird das Rohr erwärmt und das Leck unter Zugabe von Lot geschlossen. Es kann sein, dass dabei Wasserdampf austritt. Dann ist noch Restwasser in der Leitung. Das ist nicht weiter tragisch, erschwert aber das Arbeiten. Ist das Rohr wieder verschlossen, muss kontrolliert werden, ob alles dicht ist. Dazu wieder Druck auf die Wasserleitung geben. Tröpfelt kein Wasser aus der Lötstelle, ist alles im grünen Bereich.

Nach diesem Dichtigkeitstest muss zunächst abgewartet werden, bis die Wand wieder völlig trocken ist. Ist dies der Fall, dann kann die Wand mit Gips verfüllt und an die umgebende Wand angeglichen werden. Nach der Trocknungszeit des Gipses bzw. des Füllstoffes, kann eine neue Fliese mit Fliesenkleber angesetzt werden. Nach dem Verfugen erinnert dann nichts mehr an das kleine Malheur.

Wer nicht sofort zum Löten kommt oder das Flicken des Wasserrohrs lieber einem Profi überlassen möchte, der kann die angebohrte Rohrleitung zunächst mit einem Gummiflicken und Schlauchschellen provisorisch schließen (was im Übrigen auch bei Kunststoffleitungen funktioniert). So abgedichtet, kann auch problemlos der Wasserhahn aufgedreht werden. Eine Lösung für die Ewigkeit ist das allerdings nicht.

Wasserrohr anbohren muss nicht sein

Wer in der Nähe von Wasserrohren bohrt, muss immer damit rechnen, dass er diese trifft. Es gibt jedoch einige Grundregeln, die dabei helfen, das Risiko eines Anbohrens der Wasserleitung zu minimieren. Bei neueren Gebäuden verlaufen die Leitungen z.B. meist senkrecht über und unter den Wasserentnahmestellen. Auf diese Regel darf man bei Altbauten allerdings nicht bauen, hier ist es besser, mit einem Metalldetektor zu arbeiten und so die Wasserleitungen aufzuspüren. Heute sind Wasserleitungen allerdings häufig auch aus Kunststoff. Hier hilft dann nur der liebe Gott bzw. ein gewisses Maß an Vorsicht und der gesunde Menschenverstand. Wer in der Nähe von sichtbaren Abzweigungen bohrt, braucht sich nicht zu wundern, wenn plötzlich Wasser rausgeschossen kommt.

Ist die Leckortung bei einer angebohrten Leitung noch ganz einfach, weil das Wasser eben dort raus schießt, wo das Bohrloch ist, ist sie in anderen Fällen nicht so einfach. Eine Wasserleitung kann nämlich auch aus anderen Gründen (z.B. Rohrbruch) undicht werden und für nasse Flecken auf der Wand sorgen. Hier ist dann nicht sofort sichtbar, von wo das Wasser kommt, denn es muss nicht unbedingt sein, dass das Wasser dort aus der Leitung tritt, wo der Fleck ist. Wasser kann meterweit "wandern", ehe es irgendwo aus dem Mauerwerk austritt. Damit in solch einem Fall die Wand nicht komplett aufgerissen werden muss, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Leckortung.