Waschen und Wohlfühlen -das private Bad im Wandel der Zeit

Früher war alles ganz einfach. Samstags wurde in der Küche der Waschbottich aufgestellt, Wasser auf dem Küchenherd erhitzt und zusammen mit kaltem Wasser in den Zuber gegeben. Nach und nach durfte jedes Familienmitglied den Schmutz der Woche abwaschen bzw. gleichmäßig verteilen, denn gebadet wurde im selben Wasser. Vielleicht auch ein Grund dafür, dass Baden in manchen Kreisen lange Zeit als ungesund galt. Damit es wenigstens noch ein bisschen warm war, musste der Waschvorgang so schnell wie möglich abgeschlossen werden - getreu dem Motto: "der Zweck reinigt die Mittel". Von Wohlfühlen oder Wellness, wie es auf Neudeutsch heißt, war im "Küchenbad" überhaupt nicht die Rede. Wer es komfortabler haben wollte, ging in öffentliche Badeanstalten. Hier konnte man für wenig Geld ein gemütliches Wannenbad nehmen und die Oma und der Rest der Familie blieben dabei außen vor.

Mittlerweile ist das Wohlfühl-Gefühl im privaten Badezimmer angekommen und die Hersteller reagieren darauf. Whirlwanne oder Sauna sind nichts besonderes mehr. "In" sind heute Dampfbad, Dampfdusche oder Multifunktionsdusche. Auch die öffentlichen Badehäuser der Römer werden ins häusliche Bad unserer Zeit geholt. Wer genug Platz hat, kann sich ein Tepidarium, Caldarium oder Odorium einbauen (lassen). Es gibt sogar Badhersteller, bei denen das Fitnesscenter gleich mitgeliefert wird. Musik wurde sicher schon bei den Römern in den Badehäusern gespielt. Einige hübsche Sklavinnen haben sich immer gefunden, die tänzerische und musikalische Einlagen boten. Beim modernen "Soundpool" kommt die Musik direkt aus der Wanne. Es fragt sich, wann es die erste Wanne mit eingebautem PC gibt.

Whirlwanne und Whirlpool

bad01.jpgDer Unterschied zwischen Whirlwanne und Whirlpool ist nicht allein an der Größe auszumachen. Bei großen Whirlpools bleibt das Wasser über mehrere Badegänge im Pool. Es muss daher nach jedem Badegang sorgfältig gereinigt und aufbereitet werden, wofür eine aufwändige Technik sorgt incl. automatischer Trocknung der Zuleitungen. Dafür haben auch mehrere Leute darin Platz. Wer würde nicht gerne zu den beiden Damen in den Whirlpool Michigan von Hoesch hineinspringen? Die Whirlwanne hingegen ist, wie der Name schon sagt, nur etwa so groß wie eine normale Wanne und daher für das häusliche Bad besser geeignet. Whirlwannen sind bis zu zwei Personen konzipiert, wie das Modell Santa Monica von Hoesch. Das Badewasser wird wie in einer normalen Wanne jedesmal frisch eingelassen. Das Wellness-Vergnügen ist bei Whirlpool und Whirlwanne jedoch das gleiche.

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Aus vielen feinen Düsen kommen Luft- oder Wasserstrahlen, die Haut wird auf sehr angenehme Weise stimuliert. Die Wasserstrahlen wirken auf alle Hautschichten und Nervenenden. Dadurch wird nicht nur die Durchblutung verbessert, sondern auch die Haut soll gestrafft und das Gewebe gefestigt werden. Wasser, Wärme und Luft vereinen sich im Whirlbad zum ungetrübten Wohlbefinden.

Während wohldosierte Wärme den Kreislauf stabilisiert, erzeugt das sprudelnde Wasser ein Gefühl angenehmer Schwerelosigkeit. Haut, Gefäße und Muskulatur entspannen sich unter der prickelnden Einwirkung sanfter Massage. Verspannungen und Stress verschwinden mit perlender Leichtigkeit.

Sauna

bad03.jpgDer Begriff "Sauna" stammt ursprünglich aus dem finnischen und bedeutet "Raum aus Holz". Ein ganzer Raum ist mittlerweile nicht mehr nötig. Von Hoesch gibt es beispielsweise Saunen, die sich optimal in das Badezimmer integrieren lassen. Ein Saunagang entspannt Körper und Geist, reinigt und entgiftet. Er verbessert die Stimmung und das Leistungsvermögen. Die typisch finnische Sauna funktioniert mit trockener Heißluft von 60°C bis 100°C. Es gibt aber kreislaufschonendere Saunavarianten wie beispielsweise das Danarium, auch Bio-Sauna oder Sanarium genannt.

Dort beträgt die Temperatur zwischen 45°C und 60°C bei einer Luftfeuchtigkeit zwischen etwa 40 und 60%. Der regelmäßige Besuch des Danariums beeinflußt den Blutdruck positiv, wodurch einem Herzinfarkt wirksam vorgebeugt wird. Auch kommt es zu einer erheblichen Verbesserung der Blutversorgung der Gefäße an Armen und Beinen. So einfach lässt sich eine Sauna realisieren.

Dampfbad und Dampfdusche

bad04.jpgIm Dampfbad ist, im Gegensatz zur Sauna, nicht starkes Schwitzen das Ziel. Ein feiner, feuchter Nebel sorgt vielmehr dafür, dass sich die Poren öffnen und die Haut gründlich gereinigt wird. Außerdem werden verspannte Muskeln sanft gelockert und die Durchblutung gefördert. Auch wenn das Schwitzen nicht im Vordergrund steht, wird es einem doch feucht bei einer Wärme von etwa 43°C bis 48°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 100%. War ein Dampfbad ursprünglich ein größerer Raum, wie er auch in römischen Badehäusern vorkam, gibt es inzwischen auch kleinere, die ohne weiteres in das Badezimmer integriert werden können. Diese Kabinen für ein bis zwei Personen werden dann meist auch Dampfduschen genannt, da noch weitere Funktionen wie beispielsweise eine Dusche mit eingebaut sind. Wie bei dem auf der Abbildung zu sehenden Modell von Hoesch. Die Dusche ist für die tägliche Brause ebenso geeignet, wie für den kühlen Guss nach dem Dampfvergnügen. Erst dampfen, dann duschen - und sich nebenbei massieren lassen: Die praktische Kombination aus Dampf- und Duschkabine beinhaltet zusätzlich Massagedüsen, die in die Rückwand eingelassen sind.

bad05.jpgSchon die alten Römer hatten Gymnastikräume in ihren Badehäusern. Also dachte sich Markenproduzent Roca: "Warum nicht Fitness und Wellness miteinander verbinden". "Aquatech Fitness" nennt er die Kombination von Fitnessgeräten mit einem Dampfbad. Zuerst wird auf der Hantelbank oder dem Laufband mächtig geschwitzt und die Muskeln in Form gebracht. Anschließend werden im Dampfbad die Muskeln wieder gelockert und es wird noch ein bisschen weiter geschwitzt. Zum Wohle der Gesundheit. Manche Dampfduschen wie das Modell Pharo von Hansgrohe haben zusätzlich noch ein Duftdosiersystem. Es verwandelt die Dampfdusche in eine Oase der Düfte. Je nach Lust und Laune kann man sich dann vom Duft zarter Rosen, vom beruhigenden Lavendel, belebenden Zitrusdüften oder wohltuendem Eukalyptus oder Minze umhüllen lassen.

Multifunktionsdusche oder Erlebnisdusche

bad06.jpgHigh-Tech hat auch beim Duschen Einzug gehalten. Vorbei sind die Zeiten, als eine einfache Brause von oben für das notwendige Nass sorgte, das nötig war, sich zu säubern. Eine Multifunktiondusche oder, wie sie auch genannt wird, eine Erlebnisdusche ist das Wasserereignis unserer Tage. Bei der Runddusche "Scala" des österreichischen Spezialisten Palme kann beispielsweise ein Wasserfall mittels einer Schwallbrause erzeugt werden. Braucht man eine Massage - ebenfalls kein Problem mit zuschaltbaren Massageköpfen. Nacken-, Seiten- und Rückendüsen tragen zur Entspannung bei. Von oben kommt auch kein dünnes Rinnsal, sondern ein tropischer Regenschauer aus einem extra breiten Duschkopf, von manchen Herstellern Rainshower oder auch Monsunbrause genannt.

Weniger tropisch geht es zu, wenn man aus dem Kneipp-Gießrohr eiskalte Güsse abbekommt. Aber auch dies soll bekanntlich gesund sein. Und damit man während des Duschens nicht so viel denken muss, lässt sich der Programmablauf für unterschiedliche Duschabläufe mit Kaltwasser-, Warmwasser-, Duftereignissen oder Lichteffekten elektronisch steuern. Eine Lichttherapie ist bei einer Multifunktionsdusche nämlich häufig auch dabei. Abwechselnd wird man weiß, rot, grün, gelb und blau angestrahlt. Wie bei der Dampfdusche, die eigentlich ebenfalls eine Multifunktionsdusche ist, duftet es zusätzlich noch aromatisch.

Frigidarium, Tepidarium und Caldarium

bad07.jpgWie vermuten lässt, stammen diese Begriffe aus dem Lateinischen, wobei frigidus kalt, tepidus lauwarm und calidus heiß bedeutet. Der Name war Programm bei den unterschiedlichen Räumen der Badehäuser der Römer. Wer ganz viel Platz und ganz viel Geld übrig hat, kann sich heute alle drei Räume in sein Haus einbauen lassen. Beim Tepidarium handelt es sich um einen Entspannungsraum, bei dem Bänke, Wände und Decken aus Stein, Keramikfliesen oder Marmor auf eine Wärme von etwa 39°C beheizt werden. Die gleichbleibende, angenehme Wärme mobilisiert die Abwehrkräfte und stärkt das Immunsystem. Das Caldarium ist ein Dampf- und Inhalationsraum. Hier kommt zusätzlich zur Temperatur von 40°C bis 48°C eine hohe Luftfeuchtigkeit hinzu. In das Caldarium integriert sein kann ein Odorium ein Duftinhalationsbad. Zusätzliches Einatmen von Kräutern wirkt positiv auf die Atemwege, die Wärme entspannt die Muskulatur. Das Caldarium dient beispielsweise zur Vorbereitung auf einen Saunagang. Hat man weniger Platz, kann man sich auch das Tecaldarium von Hufland einbauen lassen. Das Tecaldarium ist ein Multifunktionsraum, der sich auf Knopfdruck in ein Tepidarium, Caldarium, Odorium oder Dampfbad verwandelt.

Soundpool mit Schwingungen

bad08.jpgDiese Badewanne hat Musik im Blut oder besser gesagt im Wasser. Äußerlich unterscheidet sich der "Soundpool" von Ideal Standard nicht von einer herkömmlichen Whirlwanne. Lediglich das elektronische Bedienfeld am Wannenrand wirkt etwas ungewohnt. Der Clou: Die Wanne selbst wirkt als Membran. Vier Schallüberträgerpaare, sogenannte Aktuatoren bzw. Shaker, versetzen den Wannenrand mit einer Verstärkerleistung von 200 Watt in Schwingungen und übertragen Musik auf das Wasser und in den Luftraum darüber. Wie stark der Sound und damit die Vibration des Wassers ist, bestimmt der Benutzer. Da hilft es auch nicht, sich Ohrstöpsel ins Ohr zu stecken, wenn der Partner Bohlen statt Beethoven abspielt. Es gilt die Devise: Wer nicht hören will, muss fühlen.