Warum kann Glas von außen beschlagen?

Marie: "Hallo, wir haben ein neues Holzfenster bekommen. Uns ist jetzt aufgefallen, dass nachts die Fenster von außen beschlagen und auch beim putzen, also wenn es nass ist, von außen Schlieren zu sehen sind, Wo der Aufkleber saß, kann man im Nasszustand auch sehen. Ist das ok, oder sollte man reklamieren?"

Antwort von Sandro: "Scheiben können nur beschlagen, wenn sie kälter sind als die Luft um sie herum und wenn diese Luft viel Feuchtigkeit enthält. Denn Luft kann nur eine bestimmte Menge an Wasserdampf aufnehmen - und zwar umso mehr, je wärmer sie ist. Wenn die feuchtwarme Luft auf die kalte Fensterscheibe trifft, kühlt sie ab und gibt einen Teil des Wasserdampfes an der Oberfläche ab: Die Scheibe beschlägt. Wenn sich die Luft am Morgen schneller erwärmt als das Fensterglas, kann es darum passieren, dass sich Tauwasser auf den Außenscheiben niederschlägt. Betroffen sind oft Dachfenster, weil sie stärker auskühlen als vertikale Scheiben. Solch eine Tauwasserbildung ist kein Produktmangel, sondern eher ein Qualitätsmerkmal. Bei älteren Isoliergläsern kann der Effekt nicht auftreten, weil sie eine schlechtere Wärmedämmung haben. So geht Heizwärme aus dem Gebäude durchs Glas verloren. Die Außenscheibe wird also ungewollt mitbeheizt - auf Kosten des Wohnkomforts und der Heizrechnung. Ein modernes Wärmedämmglas dagegen bildet eine strikte "Wärmeschranke": Die Isolierung zwischen der Innen- und der Außenscheibe funktioniert, die Heizwärme bleibt im Raum und die Aussenscheibe am Morgen kalt. So kann es vorübergehend zu Kondensation kommen. Der Effekt verschwindet aber auch wieder schnell, sobald sich die Scheibe erwärmt. "