Wandkonstruktionen und Sanierungsmöglichkeiten

Leichtbau-Konstruktionen

Zu den Leichtbau-Wandkonstruktionen gehören die Skelett- oder Ständerbauweise (einer Weiterentwicklung des Fachwerks) und die Rippenbauweise, zu der man den Rahmen- und den Tafelbau zählt. Die meisten heute in Deutschland hergestellten Fertighäuser werden in Tafelbauweise hergestellt. Wand- und Deckentafeln werden im Werk komplett vorgefertigt und brauchen auf der Baustelle nur noch zusammengesetzt zu werden.

Gebäude in Holzrahmenbauweise sind absolut trocken und dicht und verfügen über eine ausgezeichnete Wärmedämmung. Aber auch was die Herstellungskosten angeht, ist diese Bauweise günstig, schließlich sorgen die schlanken Wandquerschnitte für Wohnraumgewinne von bis zu zehn Prozent. Zudem sind die Bauzeiten kurz.

Der Holzrahmenbau ist ein flexibles System, das man den unterschiedlichsten Gegebenheiten, Nutzungskonzepten und Wünschen leicht anpassen kann. Fertige Planungen lassen sich mit unterschiedlichen Grundrissen nutzen und vom Einfamilienhaus über Reihenhäuser bis hin zum Geschoßwohnungsbau stehen dem Bauherrn alle Möglichkeiten offen. 

Der moderne Holzrahmenbau verfügt über eine ausgezeichnete Dämmung und auch was die Haltbarkeit von Leichtbauwänden angeht, muss man sich als Bauherr heute keine Sorgen machen.

Massive Wand

Die massive Wand aus Backstein gilt als die robuste, langlebige Wandkonstruktion schlechthin. Schon früh wurden Häuser mit einer einschaligen Außenwand, häufig in Kombination mit einem optisch ansprechenden Verblendmauerwerk errichtet. Der Nachteil dieser dauerhaften Konstruktion ist der vergleichsweise schlechte Wärmedämmwert. Eine Backsteinwand, die den Vorschriften der Wärmeschutzverordnung entspricht, ist über 50 Zentimeter dick.

Alternativ wurden daher die sog. porosierten Steine entwickelt. Bei diesen Steinen sind Luftbläschen im Stein eingeschlossen, die zwar die Wärmedämmung erheblich verbessern, gleichzeitig aber die Tragfähigkeit vermindern. Daher wurden zum Teil schon im vorigen Jahrhundert die verschiedenen, weiter unten genauer beschriebenen Bauweisen entwickelt, die dünne, aber massive Wände mit einer guten Wärmedämmung verbinden. Übrigens muss eine massive Wand nicht notwendigerweise aus Backstein gemauert werden: der Blockholzbau wird heute allerdings nur noch ganz selten eingesetzt.
b1.gif
Einschalige Außenwand

1. Verblendmauerwerk;
2. Mauerwerk;
3. Innenputz

Putze

fassade_p.jpgWer das Aussehen von Sichtmauerwerk nicht mag, der kann als Alternative die Außenwand verputzen. Das ist eine sehr gute Methode, um die Außenwand dauerhaft zu schützen. Speziell mineralische Putze der Mörtelgruppe II (z. B. aus Kalk- und Zementmörteln mit verschiedenen Zusatzstoffen) werden im Außenbereich eingesetzt, weil sie sehr widerstandsfähig gegen Frost, Feuchtigkeit und UV-Strahlung sind. Gleichzeitig lassen sie noch ausreichend Wasserdampf aus dem Gebäudeinnern entweichen. Ausgewiesener Zementputz sollte an der Außenwand vorzugsweise im Sockelbereich eingesetzt werden. Er ist besonders frost- und tauwasserbeständig. Durch unterschiedliche Putze (Rauhputz) und verschiedene Putzweisen lassen sich Putzfassaden mit durchaus unterschiedlichem Aussehen realisieren. Darüberhinaus gibt es auch schon durchgefärbte Putze, die einen zusätzlichen Anstrich in der Wunschfarbe überflüssig machen. 

Wählt man einen Wärmedämmputz, schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Wärmedämmputz besteht aus mineralischem Putz, dem ein körniger Dämmstoff (z. B. Perlite, Korkgranulat oder Polystyrolkügelchen) beigemischt ist. Das Aufbringen eines solchen Putzes ist leider nicht gerade etwas für den Heimwerker, weil er einen mindestens dreiteiligen Aufbau erfordert. Als Unterlage kommt gegebenenfalls noch ein Spritzbewurf zum Einsatz. Darauf folgen der eigentliche Unterputz, eine fünf bis zehn Zentimeter starke Schicht Wärmedämmputz und zum Schluß der schützende Oberputz. Knifflig ist das Aufbringen des Wärmedämmputzes deshalb, weil das - bedingt durch die hohe Putzstärke - in mehreren Arbeitsgängen geschehen muss. Die maximal mögliche Stärke des Putzsystems sollte von einem Statiker berechnet worden sein.
Soll das Mauerwerk nach einem Feuchteschaden neu verputzt werden, bietet sich der Einsatz eines Sanierputzes an. Dieser Baustoff, der ebenfalls mehrlagig aufgetragen wird, verhindert Salzausblühungen auf der Fassade. Die bei der Durchfeuchtung ins Mauerwerk gelangten Salzkristalle, die mit der Dampfdiffusion in Richtung Oberfläche wandern und auf normalem Putz häßliche Kränze hinterlassen, werden von der besonderen Struktur des Sanierputzes zurückgehalten. 


So geht es auch: Sauber verputzte Fassade, um die Fensteröffnung ein Rahmen aus hellblauer Farbe, vor die Fenster Klappläden. Und schon wird aus einer "Mietskaserne" ein wohnliches Haus - jedenfalls äußerlich.

Mehr über Putze lesen Sie hier...

Wärmedämm-Verbundsysteme

Die sogenannten Wärmedämm-Verbundsysteme (abgekürzt WDVS; werden auch gerne als Thermohaut bezeichnet) bieten sich in sehr vielen Fällen als preiswerte Kombination aus Wärmedämmung und Witterungsschutz für massive Außenmauern an. Entsprechende Systeme gibt es seit 30 Jahren - sie sind also entsprechend ausgereift. Die Hersteller gewähren daher zum Teil 10 Jahre Garantie. Wurden die Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) ursprünglich nur zur nachträglichen Dämmung von Fassaden verwendet, setzt man sie heute wegen des günstigen Preises darüberhinaus gerne bei Neubauten ein. 

Eine Thermohaut besteht aus einer Dämmschicht (Polystyrolplatten, Mineralfaserplatten oder Korkplatten), die beispielsweise mit einem Kunstharzputz verputzt werden. Alternativ können auch Flachverblender oder Riemchen als optische Gestaltungsmittel und "Schutzschicht" der Wand gewählt werden. So hat der Bauherr mehrere Gestaltungsmöglichkeiten zu Auswahl. Neben typischen Putzfassaden läßt sich so auch preiswert und schnell die Optik einer "Klinkerwand" erzielen.
b2.gif
Wärmedämm-Verbundsystem (Thermohaut)
1. Außenputz;
2. Dämmschicht;
3. Mauerwerk;
4. Innenputz

Bauphysikalisch scheinen Wärmedemm-Verbundsysteme auf den ersten Blick problematisch, weil augenscheinlich die Dampfdiffusion des Mauerwerks durch die vergleichsweise dampfdichten Materialien behindert zu werden scheint. In der Praxis ist das bei sachgemäßer Ausführung kein Problem. Zwar erhöht sich nach der Montage der Thermohaut tatsächlich die Menge des Wasserdampfes im Mauerwerk - aufgrund der guten Dämmeigenschaften bleibt das Mauerwerk aber so warm, daß der Wasserdampf nicht kondensiert. Und da kein Tauwasser entsteht, kommt es auch nicht zu Bauschäden führt. Nur bei hoher Feuchtigkeit im Haus und sehr dünnen Außenwänden ist es empfehlenswert, das Wärmedämmverbundsystem aus Mineralfaserplatten und einem mineralischen Putz aufzubauen.

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Realisation eines Wärmedämm-Verbundsystems finden Sie hier!

Vormauerschale mit Hinterlüftung

b5.gif
Vormauerschale mit Hinterlüftung
1. Verblendmauerwerk;
2. Dämmschicht;
3. Mauerwerk;
4. Innenputz
In einigen Regionen Deutschlands wird diese Methode seit Jahrhunderten im Hausbau eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine zweischalige Mauerwerks-Konstruktion, bei der die gemauerte Außenschale den Schutz für die dahinter liegende Innenschicht übernimmt. Diese tragende Schale besteht heute aus massiven oder porosierten Steinen, auf die eine Wärmedämmschicht aufgebracht wird. Zwischen den Schalen zirkuliert Luft (Hinterlüftung). Es entsteht eine Kaminwirkung: die sich gegebenenfalls bildende Feuchtigkeit wird dadurch abtransportiert.

Dieses Verfahren ist eine grundsolide, stabile und alterungsbeständige Lösung. Selbst bei ersten Schäden in der äußeren Schale bleiben die Dämmung und der Wetterschutz durch die Hinterlüftung intakt.

Die Nachteile seien aber nicht verschwiegen: Die Konstruktion ist teuerer und kostet eine Menge Platz. Eine nachträgliche Errichtung scheitert daher oft an den Folgekosten: Die Dachüberstände müssen in vielen Fällen verlängert werden, neue Fensterbänke sind fällig, die Fenster müssen nach vorne in die Dämmung verlegt werden.
Dazu kommt noch, daß die Verankerung der äußeren Schale im alten Mauerwerk nur mit großem Aufwand möglich ist.

Geeignete Materialien für die Vormauerschale sind spezielle Vormauerziegel oder die noch härter gebrannten und damit widerstandsfähigeren Klinkersteine. Auch aus Kalksandstein gibt es entsprechende Vormauer- bzw. Verblendersteine. Denkbar ist auch die Verwendung von Natursteinen wie Sandstein oder Granit. Aus Kostengründen spielen sie aber im Wohnungsbau keine große Rolle.

Kerndämmung

Die Kerndämmung ist eine Variante der Vormauerschale. Auf die Hinterlüftung wird verzichtet, stattdessen wird der gesamte Raum zwischen den Schalen mit einer Wärmedämmung verfüllt. Diese muss wasserbeständig sein.

Als Material in Frage kommen daher vorzugsweise Mineralfaser- und Hartschaumplatten. Aber auch Schüttstoffe wie Kork oder Perlite können nach einer entsprechenden Behandlung in einer Kerndämmung benutzt werden. Bei Bauherren ist die Kerndämmung wegen der guten Wärmedämmung sehr beliebt, um Bauschäden auf Dauer zu vermeiden, bevorzugen Architekten aber normalerweise die Variante mit Hinterlüftung. Wie auch die Vormauerschale mit Hinterlüftung ist das Verfahren für die Fassadensanierung zu aufwendig.

b4.gif
Vormauerschale ("Kerndämmung")
1. Verblendmauerwerk;
2. Dämmschicht;
3. Mauerwerk; 
4. Innenputz

Vorhangfassaden als hinterlüftete Variante

b3.gif
Vorhangfassade
1. Fassadenelemente;
2. Dämmschicht;
3. Mauerwerk;
4. Innenputz
Diesen Wandtyp findet man an vielen Fachwerkhäusern. Die Außenwände der Gebäude werden in verschiedenen Regionen schon seit Jahrhunderten mit Holzschindeln oder Schiefer verkleidet. Besonders häufig sieht man diesen zusätzlichen Schutz auf den Wetterseiten der Gebäude. 

So funktionell Vorhangfassaden auch sein mögen: Auch die Optik spielt ja eine Rolle. Seit den 50er Jahren wird die Technik gerne bei Mehrfamilien-Neubauten eingesetzt. Vorgefertigte Fassadenelemente aus Metall, Holz, Stein oder bituminierte, klinkerähnlich wirkende Pappen sorgten auf preiswerte Art und Weise zwar für einen Regenschutz, aber leider oft auch für eine miserable Optik. 

Denn mit der hochwertigen Ausführung unserer Vorfahren hatte diese Bauweise nicht mehr viel gemeinsam. Durch eine oft schlampige Bauausführung und die Verwendung ungeeigneter Materialien kam es durch schlechte Luftzirkulation und Tauwasserbildung auf der Innenseite der Verkleidung immer wieder zu Bauschäden.
Auch an eine Wärmedämmung hatte damals noch niemand gedacht. Das Konstruktionsprinzip wurde daher vor rund 20 Jahren noch einmal überarbeitet und um eine Dämmkomponente ergänzt.

Eine sorgfältige Ausführung vorausgesetzt, spricht heute nichts mehr gegen eine solche Konstruktion, zumal sich eine Vorhangfassade aus Holz vom Heimwerker relativ einfach und vor allen Dingen unschlagbar günstig herstellen läßt. Zudem ist eine aufwendige Vorbehandlung der renovierungsbedürftigen Fassade praktischerweise überflüssig.

Die neue Fassade benötigt eine gitterförmige Unterkonstruktion. Im allgemeinen kann man dazu kesseldruckimprägnierte und damit feuchtigkeitsgeschützte Holzlatten verwenden, die mit Dübeln an der Wand befestigt werden. Die Wärmedämmschicht sollte auf jeden Fall mindestens 10 Zentimeter dick sein. Die Dämmplatten werden im allgemeinen auf die Wand geklebt und festgedübelt. Achten Sie auf eine winddichte Ausführung der Dämmschicht. Ein Trick ist dabei hilfreich: Verlegen Sie die Dämmplatten in zwei Schichten und ordnen Sie die Platten jeweils versetzt an. Zum Schluß sollten Sie die Dämmung sicherheitshalber noch einmal mit Baupapier abdichten. Planen Sie mit Dämmschichten, die stärker als 10 Zentimeter sind, sollten Sie die Unterkonstruktion in Metallprofilen arretieren.

Vorhangfassaden aus Holz

Grundsätzliche Vorbemerkung, die Sie lesen sollten:
"Verbretterte" Außenwände sind auch in Deutschland im Kommen, nachdem auch hier die Holzbauweise mehr und mehr Liebhaber findet. In Skandinavien und Nordamerika sind die meisten privaten Wohnhäuser mit einer Holzverschalung bekleidet.

vorhang1.jpg
Foto: Sadolin-Holzschutz

Üblich ist bei uns die vorgehängte hinterlüftete Verschalung, was mehrere positive Folgen hat. Zum einen hält die vorgehängte hinterlüftete Holzverschalung das tragende Mauerwerk oder die Holzrahmenkonstrukion im Fertigbau trocken und trägt zur Verbesserung der Wärme- und Schalldämmung bei. Mindestens zwei, besser jedoch vier Zentimeter Hinterlüftung sollten jedoch berücksichtigt werden.


Zum anderen wird das trocken eingebaute Holz (maximal 20 % Holzfeuchte) auch schnell wieder trocken, falls es einmal vorhang2.gif"tüchtig eingeregnet" worden sein sollte. Nässe schadet dem Holz nur, wenn es dauernd durchnässt wird und aufgrund der fehlenden Hinterlüftung nicht abtrocknen kann. Aus diesem Grund sollte die Holzverkleidung auch etwa 30 cm über einem Spritzwassersockel aus Mauersteinen oder Beton enden A Ist jedoch eine Kiesdrainage angelegt und diese mit einem Rost abgedeckt worden B, kann die Verbretterung auch bis ca. 10 cm herabgeführt werden.

Von Vorteil ist auf jeden Fall der konstruktive Holzschutz, also das möglichst weit überkragende Dach. Dies ist jedoch heute schon eine Selbstverständlichkeit.


Wenn wir (an anderer Stelle) als durchaus angebrachte Möglichkeit aufgezeigt haben, ein unansehliches Haus durch eine vorgesetzte Fachwerkkonstruktion auch optisch aufzuwerten, so gilt das erst recht für die "Verbretterung", zumal sich mit den Farbtönen von Holzschutz-Lasuren oder mit deckenden Farben optisch sehr anspruchsvolle Variationen zaubern lassen. So kann sich ein Haus mit grauer, verschmutzter Putzfassade oder mit "geflickten" Ziegelsteinmauern zu einem echten Schmuckstück sich wandeln.

Die verwendeten Hölzer sind meistens nordische Fichte oder sibirische Lärche. Auch einheimische Kiefer und Douglastannen sind gut geeignet. Natürlich kommt auch Laubholz infrage, scheidet aus Kostengründen jedoch meistens aus. Hölzern aus nordischen Ländern wird zu recht eine besondere Langlebigkeit nachgesagt. Diese hängt aber auch von der etter- und Nässebelastung ab, dem das Holz bei uns ausgesetzt wird und von der Frage: Holzschutz ja oder nein? Bei optimalem konstruktiven Holzschutz kann das Holz zwar unbehandelt bleiben - es bildet sich dann unter der UV-Einwirkung eine graue Patina. Diese verteilt sich aber nicht etwa gleichmäßig, so daß die Holzverschalung sehr schnell nicht mehr zur Aufwertung, sondern zur Abwertung Ihrer Fassade führen kann. Wir sagen also "ja" zum chemischen Holzschutz im Außenbereich, um von vornherein Pilzbefall auszuschließen und die Lebensdauer Ihrer Holzfassade zu erhöhen.

Kommen wir nun zur Frage,  welch e  Konstruktionsart sinnvoll ist. Die Stülpschalung ist in Skandinavien allgegenwärtig. Die Bretter werden waagerecht auf der Unterkonstruktion befestigt, und zwar so, daß sich das nächsthöhere Brett jeweils über das nächstuntere "stülpt". So kann das Wasser ablaufen wie bei einer Dacheindeckung mit Ziegeln, die ja auch übereinander "gestülpt" werden. Sinnvoll ist, die unteren Kanten zu hinterschneiden, um "Tropfnasen" zu vermeiden.

Unser Foto des Profilholzlieferanten Pinus zeigt eine horizontale Verbretterung mit Vollprofilzholz im Stil einer Stülpschalung.
vorhang3.jpg

Bei der Boden-Deckel-Schalung werden Bodenbretter senkrecht und mit Zwischenraum untereinander auf die Unterkonstruktion genagelt. Die Zwischenräume werden dann überdeckt durch Deckelbretter. Je nachdem, wie breit oder schmal die Deckelbretter sind, wird der Holzfassade ein eher gedrungenes oder eher leichtes Aussehen verliehen.

Statt der Bretter mit allseits stumpf gesägten Kanten, die man natürlich immer noch in jeder Holzhandlung kaufen oder vorhang4.jpgbestellen kann, werden im Holzhandel verschiedene Systeme angeboten. Unser Foto zeigt das Fassadenprofil "Combi" der Firma Pinus.

Solche Profile sehen optisch wie echte Stülp- oder Boden-Deckel-Schalungen aus, verfügen jedoch über eine Profilierung mit Feder und Nut, über gefaste oder abgerundete Kanten oder gerillte Oberflächen. Das alles erleichert dem Selbermacher die Arbeit oder verschönert das Ergebnis dieser Arbeit. Nicht uninteressant ist für den unentschlossenen Sanierer, daß er auch mit Anstrichen endbehandelte Profile kaufen kann, um deren Farbwirkung am Haus schon vorher zu beurteilen.
Ob nun die Verbretterung in Eigenleistung farbbehandelt wird oder nicht - der Bauherr bzw. Sanierer stellt sich natürlich die Frage, wo oft er "nachstreichen" muss. Die Antwort kann nur eine "in-etwa-Antwort" sein, denn das hängt erstens von der Qualität der Lasuren bzw. Farben ab und zweitens von der Wetterbelastung. Jedermann versteht, daß die Schlagregenseite öfters nachbehandelt werden muss. Bei Dünnschichtlasuren sind Überholungsanstriche nach zwei bis drei Jahren fällig, bei Dickschichtlasuren nach drei bis fünf Jahren, bei deckenden Anstrichen nach fünf bis acht Jahren. 
Über der Dämmschicht kommt dann die neue Fassade. Beachten Sie bitte, daß zwischen der Dämmschicht und den Fassadenpaneelen etwa zwei bis vier Zentimeter Platz bleiben, damit dahinter die Luft zirkulieren und Feuchtigkeit abführen kann. Sorgen Sie dafür, daß die Vorhangfassade über eine ausreichende Zahl an Zuluft- und Abluftöffnungen verfügt. Das ist um so wichtiger, je dampfdichter das Material der neuen Fassade gewählt ist. Bei luftdurchlässigeren, kleineren Platten kann die Luftschicht nach neuesten Erkenntnissen auch ein wenig dünner ausfallen.
Als Fassadenverkleidungen können die unterschiedlichsten Materialien verwendet werden. Klassisches Material sind die Holzschindeln, die im Laufe der Zeit auf eine attraktive Weise vergrauen - was der Haltbarkeit aber keinen Abbruch tut. Die Brettverkleidung mit kesseldruckimprägnierten Hölzern ist eine Fassadenart, die auch vom Heimwerker leicht zu realisieren ist.

In einigen Gegenden Deutschlands ist es seit Jahrhunderten auch üblich, Dachschindeln zum Schutz der Wetterseite von Gebäuden zu verwenden. Die Wirkung ist hervorragend, allerdings ist die Optik doch etwas gewöhnungsbedürftig.


schindeln01.jpgSchiefer ist ebenfalls ein seit Jahrhunderten eingesetztes Baumaterial für Vorhangfassaden. Vor allem die lange Lebensdauer sprechen für das Naturgestein, das heute nicht mehr ausschließlich aus der Eifel (Moselschiefer), aus dem Hunsrück und dem Sauerland, sondern auch in zunehmenden Umfang aus Spanien stammt. Wegen der Vielfalt der möglichen Verlegearten setzt der Einsatz von Schiefer die Arbeit eines geübten Dachdeckers voraus. 

Faserzement und andere mineralische Platten sind preiswert und langlebig. Das Material gibt es in verschiedensten Farbvarianten, die auch in den Formen der traditionellen Materialien wie Holz, Ton oder Schiefer hergestellt werden. Durch kleine Formate und die komplizierten Verlegetechniken eignen sich nicht gerade für den wenig routinierten Heimwerker. Allerdings gibt es auch größere Fassadentafeln und sogar montagefertige Paneele, die das Verkleiden der Fassade deutlich vereinfachen.

Es gibt sogar Vorhangfassaden mit dem Aussehen einer geschlossen, verputzten Oberfläche. Dabei werden als Putzträger Holzwolleplatten eingesetzt. Auch so entsteht eine regendichte Fassadenkonstruktion, hinter der jede Menge Dämmstoff Platz findet.

Vorhangfassade aus Composite-Werkstoffen

Etwas völlig neuartiges sind Fassadenelemente aus einem Composite-Werkstoff. Ein wahrlich edler Anblick:

putz1.jpgschiefer1.jpgstein.jpg

fassad09.jpgOb reliefartiger Naturstein oder Schiefercharakter, eine glatte, farblich strukturierte Oberfläche wie die Ausführungen Marmor, Glimmer oder Metallic: Es bieten sich eine Vielzahl von Möglichkeiten und Farben.


fassad08.jpgBei der Ausführung als vorgehängte, hinterlüftete Fassade werden die Profile auf eine Unterkonstruktion ( Dachlatte 40 mm x 40 mm ) mit den systemzugehörigen Schrauben befestigt.

Bei der Ausführung als vorgehängte, belüftete Fassade werden die Profile direkt auf die druckfeste Wärmedämmung aus expandiertem Polysterol aufgebracht.


Das Nut- und Feder-Prinzip und die seitliche Wasserfalz sorgen für Dichtigkeit und aktive Wasserabführung.

Vorhangfassade aus mineralischen Paneelen

Eine Möglichkeit, auf wirtschaftliche Weise kreative Fassadengestaltung mit konstruktiven Gebäudeschutz zu verbinden,fassad03.jpg bieten mineralische Paneele auf Zementbasis mit einer typischen Zedernholz-Struktur.

Mit ihnen lassen sich speziell an Putzfassaden kreative Akzente setzen, etwa durch die optische Hervorhebung konstruktiver oder funktionaler Elemente wie beispielsweise Vorsprünge, Treppenhäuser oder Fensterbänder.


Das Material ist nicht brennbar und gleichzeitig feuchteresistent. Die 10 mm starken Elemente in der Abmessung 180 cm x 19 fassad04.jpgcm lassen sich leicht verarbeiten. Die Paneele werden einfach als Stülpdeckung auf die Unterkonstruktion über der Wärmedämmung verschraubt.

Der Werkstoff kann problemlos ohne Vorbehandlung überstrichen werden. Es steht Ihnen somit die gesamte Palette an Farben zur Verfügung, die Ihrer Kreativität großen Spielraum lassen.

Vorhangfassade aus Fassadensteinen

fassad02.jpgWenn man von Fassadensteinen hört, denkt man zugleich auch an Mörtel. Eine seit Jahrtausenden bewährte Technik, die aber auch Nachteile mit sich bringt. Es geht aber auch so:

 Als vorgehängte, hinterlüftete Fassade, die auf eine Unterkonstruktion aus Holz (z.B. Dachlatten 40 mm x 40 mm) fassad01.jpgaufgeschraubt wird. Durch eine spezielle Form ergibt sich ein starker Verbund mit großzügiger Überlappung.  

Die Steine bestehen aus norwegischem Marmoredelsplit, jeder für sich ein Unikat. Sie sind farbecht, maßgenau, wetterfest und extrem langlebig. Mit Fassadensteinen erreichen Sie den Eindruck, als ob Ihr Haus auf klassische Weise verklinkert wäre.

Vorhangfassade aus Feinstein-Platten

eternit2.jpgWer das unansehnliche Aussehen seines Hauses gründlich aufpolieren will, der sollte über die Verwendung der sogenannten Feinstein-Platten für die Fassade einmal nachdenken. Das Material sieht fast so aus wie Marmor und ist in einer ganzen Reihe von Farben (von beige über gelb, blau und rot bis schwarz) erhältlich. 


Mit den großformatigen Platten, die auf eine Alu-Unterkonstruktion montiert werden, verschaffen Sie jedem Gebäude ein repräsentatives Aussehen. Ein weiterer Vorteil ist die Robustheit des Materials. Es ist nicht brennbar, frostsicher, UV-beständig, wasserundurchlässig und resistent gegen Säuren und Laugen.

Die bei hohen Temperaturen gesinterten Feinstein-Platten gibt es in zwei Oberflächenvarianten: Natur und Feinschliff. Die Variante "Natur" entspricht der nach dem Brennprozess matten, unbehandelten Tafel, während sich die oben abgebildete Variante "Feinschliff" durch ihre hochglänzende, fein geäderte Oberfläche auszeichnet.
Vorhangfassade aus Hart PC und PVC-Hartschaum
Falls Sie eine wartungsfreie, einfach zu verlegende Alternative für Ihre Fassade suchen, liegen Sie bei Kunststoffprofilen aus Hart PVC oder PVC Hartschaum genau richtig.

fassad11.jpgMit den großformatigen Platten, die auf eine Alu-Unterkonstruktion montiert werden, verschaffen Sie jedem Gebäude ein repräsentatives Aussehen. Ein weiterer Vorteil ist die Robustheit des Materials. 
Es ist nicht brennbar, frostsicher, UV-beständig, wasserundurchlässig und resistent gegen Säuren und Laugen.

Die Profile werden auf einer Unterkonstruktion (z.B. Dachlatten 40 mm x 40 mm) befestigt, die quer zur Montagerichtung der Profile auf den Untergrund montiert werden.
Das Material ist Witterungs- und UV-beständig, farbecht und nimmt keine Feuchtigkeit auf. Zudem ist es nicht brennbar sowie temperatur- und schalldämmend.

Glasdoppelfassade im Bürohaus- und Büroturmbau

glasfassade.gifIn Deutschland werden rund die Hälfte aller großen Büro- und Verwaltungsgebäude sowie eine Vielzahl kleinerer Gebäude in doppelschaliger Bauweise ausgeführt. Gleichzeitig ist ein Ansteigen der "Glasarchitektur" zu beobachten, weshalb immer mehr Gebäude mit einer Glasdoppelfassade ausgestattet werden. Dabei wird dem Gebäude in einem bestimmten Abstand eine Hülle aus Glas vorgesetzt. Grundsätzlich bestehen doppelschalige Fassaden aus der Innenfassade (Primärfassade), dem Fassadenzwischenraum und der Außenfassade (Sekundärfassade). Dabei kann der entlüftete Fassadenzwischenraum sehr unterschiedlich gestaltet sein. Die Konstruktionstypen reichen vom wenigen Zentimeter tiefen Luftspalt über begehbare Zwischenräume bis hin zu wintergartenähnlichen Aufenthaltsräumen. Der minimal erforderliche Platzbedarf für Wartungsarbeiten einerseits und wirtschaftliche Faktoren andererseits schränken diese Vielfalt jedoch meist auf Spalttiefen von 50 - 100 cm ein. Bei Glasdoppelfassaden besteht die Primärfassade in der Regel aus einer Zweischeibenisolierverglasung und die Sekundärfassade aus Einscheibensicherheitsglas. 

Glasdoppelfassaden werden sehr kontrovers diskutiert, da sie neben einigen Vorteilen auch sehr große Nachteile besitzen. Grundsätzlich bieten Glasdoppelfassaden einen verstärkten Schallschutz bei Außenlärm. Da sie zu Lüftungszwecken jedoch geöffnet werden müssen, sinkt die Schallschutzwirkung. Und gelüftet werden müssen die Gebäude auf alle Fälle, da wegen des hohen Glasanteils wahre Brutkästen entstehen. Da ist es in den Bürogebäuden im Sommer teilweise kaum mehr auszuhalten. Im Winter hingegen wird weniger Heizenergie benötigt. Aber da im Sommer sehr viel Energie zur Kühlung benötigt wird, verbraucht so ein "Glaspalast" übers Jahr verteilt sehr viel mehr Energie, als es ein vergleichbares Gebäude mit konventioneller Ziegel- oder Betonfassade tun würde.