Wärmedämmung zwischen Doppelhaushälften

Bernd H.: Bestehen aus Ihrer Sicht Bedenken, wenn mein Nachbar die Lücke zwischen unseren Doppelhaushälften mit Styropor-Platten zustellt? Unser Haus ist ein vollständig verputztes Fertighaus. Das Haus des Nachbars wird aus Kalksandsteinen gebaut und derzeit außen mit Styropor-Platten gedämmt. Gibt es nicht sinnvollere Dämmstoffe, um so eine Lücke zu schließen?

Antwort des Baumarkt-Teams: Lieber Bernd,
Hier geht es um Baupysik. Bisher war Ihre Wand eine Außenwand. Durch den Anbau der Doppelhaushälfte wird daraus einen Innenwand, sofern keine Luftschicht zwischen den Doppelhaushälften besteht und alles dicht ist. Dadurch verlagern sich die Probleme. Das Problem von Feuchtigkeitsbildung ist dann nicht mehr vorrangig, die Gefahr von Tauwasserbildung nicht mehr gegeben. Es ist kein Temperaturgefälle zwischen außen und innen mehr vorhanden. Wichtiger wird bei den Trennwänden von Doppelhäusern vielmehr die richtige Schallisolierung, damit Sie nicht jedes Wort vom Nachbarn mitbekommen. Dies geschieht durch vollständige Entkopplung beider Bauteile. Zur Schallentkopplung eignet sich Mineralwolle sehr gut, da sie sehr weich ist und die Schallwellen quasi verschluckt. Aber auch mit Styropur und strikter Trennung beider Gebäudehälften werden Schallschutzforderungen eingehalten. Besteht die Gefahr von Feuchtigheitsbildung dennoch, ist dies ein Problem Ihres Nachbarn und nicht Ihres, denn: Das Haus Ihres Nachbarn hat einen diffusionsoffenen Wandaufbau; feuchte Luft kann also diffundieren. Polystyrol läßt eine solche Dampfdiffusion zu, jedenfalls in einem gewissen Maße. Doch wohin soll die feuchte Luft entweichen, wenn die Lücke geschlossen ist? Sie bleibt also in seiner Dämmung, nicht in Ihrer, da Fertighäuser eben so konstruiert sind, daß feuchte Luft nicht in den Wandaufbau geht, sondern durch ein Lüftungssystem nach außen abgeführt wird. Im Grunde kann es Ihnen egal sein, ob sich (möglicherweise) einmal in der Dämmung Ihres Nachbarn Feuchtigkeitsnester und damit Schimmel bildet.