Wachs, Öl oder Lack-Versiegelung für Massivholzdielen?

  Abschleifen und Versiegeln unbehandelter Dielen
  Das Wachsen oder Ölen


lackoderoel.gif Der Hausherr steht, wenn er einen Altbau gekauft hat, oft vor der Frage, ob er einen unbehandelten Holzboden einbaut oder nicht. Muß er mit den neuen Holzdielen Höhenunterschiede zwischen den einzelnen Zimmern ausgleichen, was gerade bei Altbauen ja der Fall ist, erübrigt sich oft schon die Frage. Unbehandelte "Naturdielen" lassen sich abschleifen, endbehandelte natürlich nicht - es sei denn um den Preis eines nachbearbeiteten, aber deutlich sichtbaren Fleckens.

Unter Versiegelung versteht man ein- oder zweikomponentige Lackschichten, die immer härter sind als das darunter liegende Holz, selbst wenn es sich um Eiche handelt. Von draußen hereingetragener Sand und kleine Steinchen, aber auch herunterfallende Vasen, Scheren und dergleichen beeinträchtigen die Versiegelung. Es entstehen Kratzer oder sogar Einkerbungen. In diese "Macken" dringt dann Feuchtigkeit ein von nassen Putzlappen, Schuhen etc. Gerade weil wegen der Versiegelung diese Feuchtigkeit nicht auf natürliche Art und Weise schnell abtrocknen kann, können im Holz graue Flecken entstehen.

Aus diesem Grund bevorzugen viele Wachse oder Öle, die als "weiche" Oberflächenbehandlung nicht brechen und auch nicht von Feuchtigkeit unterwandert werden können. Andere (be)stehen (buchstäblich) auf der schützenden Lackschicht, weil feuchtes Wischen problemlos möglich ist (Einschränkungen wurden von uns dargelegt!). Die "Lackliebhaber" argumentieren vor allem mit dem tatsächlich geringeren Erhaltungsaufwand, weil versiegelte Böden nicht in regelmäßigen Abständen nachgewachst oder nachgeölt werden müssen.

Der einschlägigen Industrie ist es fast egal, für was sich die Selbermacher entscheiden - sie verkaufen Produkte für beide Verfahren.

Doch kommen wir nun zur Arbeitsanleitung:


 Abschleifen und Versiegeln unbehandelter Dielen
Das Schleifen der Dielen mit einem Bandschleifer bedarf einer erheblichen Erfahrung! Setzt man die Maschine falsch oder zu intensiv auf, entstehen Dellen.

Hier empfiehlt es sich, die Fläche mit dem Bandschleifer grob vorzuarbeiten und anschließend mit einem Exzenterschleifer den Feinschliff zu machen. Dann ist die Gefahr nicht so groß, Furchen in die Dielen zu schleifen.

Befinden sich diese Dellen noch überhalb des Endniveaus, können sie mit feinerer Körnung beigeschliffen werden.

Damit Sie stets das richtige Schleifpapier verwenden haben wir Ihnen in einem gesonderten Beitrag alle wichtigen Informationen hierzu zusammen gestellt.

Aber gerade das bedarf einer erfahrenen Hand! Hat man die Delle unterhalb des Endniveaus eingearbeitet, muss man damit leben.

Beim Lackieren ist wichtig, daß der Lack zügig von einer Wand zur anderen aufgetragen wird. Wenn der Pinsel beim letzten "Strich" abgesetzt wird, bilden sich leicht Verdickungen, die dann später unter der Fußleiste verborgen werden können.

 Das Wachsen oder Ölen
Bevor man sich für einen geölten Holzboden entscheidet, sollte man das Öl hinsichtlich des "Nachklebens" testen. Man nehme ein Restholz, behandele es mit dem Öl, warte die lt. Gebrauchsanweisung nötige Zeit des Abbindens ab - und betrete dann das Holz mir dem Schuh. Ist das Ergebnis negativ (das Öl klebt also nicht am Schuh), kann man unbesorgt die Naturholzdielen ölen.

Beim Wachsen empfiehlt sich eine Vorbehandlung mit einem dünnflüssigen Klarwachs und danach der Auftrag eines transparenten Dekorwachses. Zwei bis viermal im Jahr, je nach Abnutzung, sollte der Boden dann mit einem pastösen Wachs nachbehandelt werden. Dies kann auch partiell erfolgen an den Stellen, die besonders strapaziert werden.