Vorsatzschale aus Fachwerk

Bringt eine optische Verbesserung und bessere Wärmedämmung


Wenn man auf einer Durchreise mit kritischen Augen die Bausubstanz in vielen Dörfern und Städten betrachtet, fällt auch dem Laien auf, daß viele alte Einfamilienhäuser "in der Landschaft stehen", die optisch einen eher bescheidenen Eindruck machen. Schaut sich dann der Fachmann solche Häuser an, stellt er zusätzlich fest, daß der Wandaufbau dringend verbessert werden müßte, weil die Wärmedämmung miserabel ist. Eine interessante Alternative ist die Vorsatzschale aus Fachwerk. Eine solche Konstruktion wertet ein Gebäude optisch ganz erheblich auf. Werden die Gefache mit den richtigen Materialien ausgefacht, kann der neue, zweischalige Wandaufbau (erste Schale: das vorhandene Mauerwerk - zweite Schale: das vorgesetzte Fachwerk) ohne weiteres alle Wärmedämm-Normen erfüllen, die der Gesetzgeber für Neubauten vorschreibt. Die Fachwerkschale hat natürlich keine Tragefunktion. Die "Schwelle", also der unterste "Balken" des Fachwerks, darf natürlich auch nicht einfach auf das Boden aufgesetzt werden, sondern muss entweder auf einen vorbetonierten (oder gemauerten) Sockel gesetzt werden (Foto links), kann im Einzelfall aber auch frei am Mauerwerk hängen, also mittels Anker befestigt werden, wenn dies statisch möglich ist. Das Aufsetzen auf einen Sockel ist in jedem Fall die bessere Lösung.

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Wie stark die Riegel sein sollten, das richtet sich nach den örtlichen Begebenheiten. Unter Umständen sind bauaufsichtliche Grenzabstände und Fluchten zu beachten, wie denn auch eine Baugenehmigung zwingend erforderlich ist, denn man darf in Deutschland nicht ohne amtlichen Stempel so ohne weiteres das Aussehen seines Hauses verändern oder in die Statik seines Hauses eingreifen. Grundsätzlich gilt logischerweise: Je "dicker" das Gebälk, je besser die Dämmwirkung. Auf dem Foto rechts betragen die Maße des Gebälks 18 x 14 cm. Bei einer Tiefe von 18 cm können schon ganz erhebliche Dämmwerte erreicht werden.

vorsatz.jpg Aus Sicht des Fachwerkliebhabers ist die vorgesetzte Fachwerkschale nur dann ein Ärgernis, wenn der Zimmermann die Tugenden seines Berufes vergißt und statt klassischer Holzverbindungstechnik, die ohne Holzverbinder aus Metall auskommt, das Holz ausschließlich mit metallenen Holzverbindern verbindet. Die Balken stoßen stumpf auf, die ganze Konstruktion sieht nachher nicht wie echtes Fachwerk, sondern wie imitiertes Fachwerk aus, was sogar dem Laien auffällt. Immerhin wurden (siehe Foto) doch aus den dekorativen Gründen Holznägel eingesetzt, so daß das Ergebnis dann doch nicht so übel ausfällt. Wie sollte aber nun das vorgesetzte Fachwerk ausgefacht werden? Die Quick-Mix-Gruppe hat hier einen guten Lösungsvorschlag. Bitte schauen Sie sich zunächst die Detailzeichnung an.
vorsatz3.jpg Details:
1. Fachwerkbalken
2. Fugendichtband IDS
3. Speedrock-Lamellendämmplatte
4. Armierungsgewebe und Spachtel- und Klebemörtel
5. Oberputz
6. Ausfachung-Riegelmauerwerk
7. Spachtel- und Klebemörtel

Und nun zu den einzelnen Arbeitschritten:
  1. Reinigen des Untergrundes von evtl. anhaftenden Staub, groben Mörtelnasen und trennenden Beschichtungen z.B. Schalölreste.
  2. Bevor die Dämmplatten verklebt werden, wird an den Holzbalken umlaufend eine 20 mm breite und 5 mm dicke Holzleiste befestigt.
  3. Anschließend die Speedrock-Lamellen-Dämmplatte RP-SP II im Verband auf das Mauerwerk verkleben. Die Platten sind exakt einzupassen. Die Verklebung erfolgt mit einem mineralischen Spachtel- und Klebemörtel z.B. SKS-leicht. Der Kleber kann auf die Wand oder auf die Dämmplatten vollständig mit einem Kammspachtel (Zahnung 10x10x10 mm) aufgetragen werden. Die Platten werden in den frischen Kleber mit der flachen Hand oder einem Brett angesetzt. Die Dämmplattendicke ist so zu wählen, dass die nachfolgende Armierungsschicht plus Edelputz außen bündig mit dem Holz abschließt (Verklebungsdicke nicht vergessen!). (Die Platten sind in den Dicken von 40, 50, 60, 80, 90, 100, 120, 140, 160, 180, und 200 mm erhältlich).
  4. Nach Abbindung des Klebers, je nach Witterung und Temperatur nach ca. drei Tagen, werden die Holzleisten entfernt.
  5. In diese freigewordene Nut wird das Fugendichtband IDS 15/2-6 mit der Selbstklebeseite gegen die Dämmplatte eingeschoben.
  6. Aufbringen der Armierungsschicht durch auftragen des Spachtel- und Klebemörtels auf die Dämmplatten mittels eines Kammspachtels Zahnung 8x8x8 mm. In diese Mörtelschicht ist mittig, flächig und faltenfrei das Armierungsgewebe GWS einzubetten. Die Oberfläche ist eben zuzuziehen. Das Gewebe darf an keiner Stelle sichtbar sein. Die Schichtdicke der Armierungsschicht beträgt mind. 4 mm.
  7. Nach Abtrocknen (ca. 5 Tage) der Armierungsschicht kann der Edelputzauftrag erfolgen. Je nach Strukturwunsch können verschiedene Edelputze zur Anwendung kommen z.B. Varioputz VPS für gefilzte Oberflächen oder Landhausstrukturen, der Scheibenputz SPS und Fachwerkbalken auszuführen.
  8. Nach einer Standzeit von zwei Wochen kann ein Anstrich mit einer mineralischen Farbe z.B. LOBAKAT 300 (lk 300) erfolgen.
Abschließender Hinweis: Die technischen Merkblätter der vorgeschlagenen Produkte können Sie online bei quick-mix abrufen.