Vorgehängte Holzfassade — eine Selbstbau-Anleitung

holzfassade.jpgWer sich dafür entscheidet, ein (altes) Haus mit einer Holzfassade aufzuwerten, kann dies mit unserer Selbstbau-Anleitung durchaus bewerkstelligen. Die erste Frage, die sich der Hausbesitzer stellt, gilt natürlich den Alternativen der horizontalen oder der vertikalen Verschalung.

Wie für alles in diesem Land, gibt es auch für Fassaden einige baurechtliche Vorschriften, die beachtet werden müssen. Es müssen Abstände und Feuerschutzbestimmungen eingehalten, die Standfestigkeit muss gewährleistet sein und die mechanischen Verbindungen müssen nachgewiesen werden. Zum Glück verfügen die maßgebenden Herstellerfirmen über Zulassungen und technische Informationsschriften, die das Ganze etwas vereinfachen. 

Unsere Anleitung haben wir in zwei Abschnitte unterteilt: 

  • Holzverkleidung ohne Zusatzdämmung
  • Holzverkleidung mit Zusatzdämmung

Beachten Sie bitte in diesem Zusammenhang, was wir über den konstruktiven Holzschutz gesagt haben, insbesondere über den richtigen Abstand zwischen Holzverkleidung und Erdboden.

Holzverkleidung ohne Zusatzdämmung

Wenn Ihre Außenwand gut gedämmt ist, kommen Sie mit einer Traglattung zurecht. Wichtig ist, dass Sie Latten von mindestens 30 mm Dicke aufbringen, denn die Luftschicht zwischen Wand und zusätzlicher Fassadenbekleidung sollte mindestens 30 mm betragen. 

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Schritt 1: Die richtigen Latten wählen

Wählen Sie für die Grundlattung Latten von 30 x 50 mm (Dicke x Breite), die Sie im Abstand von 600 mm anbringen. Wenn Sie für die eigentliche Verkleidung ein Brett oder Profilholz von mindestens 24 mm Dicke verwenden, sind Sie mit diesen Maßangaben auf der sicheren Seite.

Schritt 2: Schraublöcher vorbohren

Die Schraublöcher sollten Sie vorbohren und als Schablone an die Wand halten, um die Bohrlöcher für den Dübel zu markieren. Mit einem Spezialbohrer wird dabei eine konische Vertiefung in das Holz gebohrt, in die sich der Senkkopf der Schraube sauber versenken lässt. Wenn Sie ganz akkurat vorgehen wollen, so können Sie die Bohrlöcher an der Außenseite der Latte auch "ausreiben". 

Schritt 3: Dübel setzen

Befestigen Sie die Grundlattung unbedingt mit Dübeln im Mauerwerk. Wir empfehlen dafür den TOX Allzweck-Langdübel VLF - vorgeschraubt -, der in Längen von 50 - 160 mm zu haben ist. Die Länge hängt von der Dicke des Teils ab, das angeschraubt werden soll. Hat Ihre Grundlattung z.B. eine Dicke von 30 mm, beträgt die erforderliche Verankerungstiefe 50 mm. Der Dübel muss also eine Länge von 80 mm haben. Setzen Sie die Dübel im Abstand von 25 cm. Verwenden Sie nur Edelstahlschrauben.

Schritt 4: Lattung mit Wasserwaage anbringen

Sie brauchen natürlich eine Wasserwaage (und zwar eine von mindestens 80 cm Länge), um die Lattung absolut waage- oder lotrecht anzubringen. 

Schritt 5: Unebenheiten ausgleichen

Da keine Fassade absolut gerade ist, müssen Sie Unebenheiten mit Sperrholzplättchen oder Unterlegscheiben ausgleichen.

Holzverkleidung mit Zusatzdämmung

hfass03.jpgDa Sie sich aber dazu entschieden haben, nicht nur die Fassade optisch zu verschönern, sondern auch eine zusätzliche Wärmedämmung aufzubringen, müssen Sie eine Konterlattung anlegen. Die Dicke der Dämmschicht kann, je nach Dicke und Beschaffenheit des Mauerwerks, bis zu 140 mm betragen. Im Normalfall werden jedoch Dämmschichten von 60 bis 100 mm aufgebracht, so dass Sie auch für diese Lattendicken den schon erwähnten TOX-Allzweckdübel einsetzen können.

Die Grundlattung dient bei Brettbekleidungen ausschließlich der Aufnahme der Wärmedämmschicht. Hier raten wir zu ISOVER Glaswolle-Dämmplatten des Typs " Kontur FSP 1 bzw. FSP 2", die speziell für diese Zwecke entwickelt wurden. Das Anbringen einer diffusionsoffenen Folie ist bei diesem Produkt nicht notwendig. Doch Achtung: Bei einer Breite der Wärmedämmung von 600 mm sollte der Abstand der Grundlattung eine lichte Weite von 598 mm aufweisen, so dass Sie die Platten einklemmen können. Die Platten schmiegen sich dann dicht an das Holz und bedürfen im Prinzip keiner zusätzlichen Befestigung. Sicherheitshalber sollten Sie die Platten jedoch mit Metall-Dämmstoff-Dübel tdM kombiniert mit Teller Ø 80 mm der Firma Tox befestigen.

  • A = Mauerwerk
  • B = Grundlattung
  • C = Wärmedämmung
  • D = diffusionsoffene, wasserabweisende Bahn/Folie 
  • E = Traglattung 
  • F = Luftschicht 
  • G = Außenschalung

Wie die Grundlattung herzustellen ist, haben wir schon beschrieben. Hier nennen wir Ihnen gerne auch die Dicken der handelsüblichen Latten bzw. Rahmenhölzer, auf die Sie die Dicke der Dämmung abstimmen müssen (oder umgekehrt):

  • 30 mm x 50 mm
  • 40 mm x 60 mm
  • 60 mm x 60 mm
  • 60 mm x 100 mm

Schritt 1: Dübel setzen

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Pro Platte (600 mm x 1250 mm) sollten Sie fünf Dübel verwenden. Einen Dübel setzen Sie genau in die Mitte, jeweils zwei weitere auf jede Seite. Lassen Sie dabei einen Randabstand von jeweils 20 cm.

Schritt 2: Folie einziehen

Dieser Arbeitsschritt entfällt, wenn Sie Isover "Kontur FSP 1 bzw. FSP 2" einbringen. Bringen Sie jedoch eine nicht wasserabweisende Dämmschicht ein, empfehlen wir das Anbringen einer Folie, die einerseits wasserabweisend und andererseits diffusionsoffen sein muss.

Schritt 3: Bekleidung befestigen

Zur Befestigung der Bekleidung wird eine Traglattung mit dem Querschnitt 30 mm x 50 mm empfohlen ( Mindestquerschnitt 24 mm x 48 mm ). In der folgenden Tabelle sind als Orientierungshilfe Erfahrungswerte für Lattenabstände in Abhängigkeit von der Brettdicke genannt.

Die Traglattung sollten Sie mit Edelstahlschrauben an der Grundlattung befestigen.

Brettdicke [mm] Lattenabstand [mm]
18,0 400
19,5 500
22,0 550
24,0 600
25,5 700
28,0 800

Schritt 4: Brettbekleidung mit Grundierung schützen

Wenn Sie sich nicht dafür entschieden haben, gleich vorbehandeltes, farbig beschichtetes Profilholz aus dem Holzfachhandel zu verarbeiten, müssen Sie natürlich das gehobelte Holz schützen. Sinnvoll ist, die Bretter vor der Anbringung mit einem Primer vorzubehandeln. Eine solche Grundierung darf natürlich nur mit Produkten erfolgen, die speziell für die Behandlung von Holz im Außenbereich angeboten werden. Sind die Bretter dann angebracht, liegt es an Ihnen, ob sie eine Lasur oder einen deckenden Anstrich vornehmen wollen. Hier bietet der Holzhandel, aber auch der nächste Baumarkt geeignete „atmende“ Farben an, denn Holz darf ja nicht austrocknen und muss „atmen“ können.

Bretter für Außenbekleidung sollen mindestens 18 mm dick (Regeln des Zimmererhandwerks) und höchstens 200 mm breit sein. Sie sind sowohl für horizontale Stülpschalungen als auch für vertikale Deckelschalungen geeignet.

Wie oben erwähnt, kann die Bekleidung sowohl auf horizontale als auch auf vertikale Weise angebracht werden. Gemeinsam haben alle Varianten, dass jedes Brett für sich befestigt wird. Überlappende Teile dürfen nicht durchgenagelt oder -geschraubt werden, da sonst Risse vorprogrammiert sind. Diese Befestigung erleichtert auch den Austausch schadhafter Bretter, zum Beispiel im spritzwasserbeanspruchten Bereich von Stülpschalungen.

Horizontale Brettbekleidung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Bretter auf horizontale Weise anzubringen. Bei einer Stülpschalung werden die Bretter schräg überlappend an der Traglattung befestigt. Hierfür nehmen Sie am besten ein Glattprofil (a) oder ein Profil mit einer Tropfnase (b). Es stehen Ihnen aber auch zahlreiche Profile unterschiedlicher Hersteller mit Nut und Feder sowie sichtbarer (c) oder verdeckter Befestigung (d) zur Verfügung. Am besten lassen Sie sich im Holzfachhandel beraten und schauen sich die verschiedenen Profile und Möglichkeiten an. Da die Schrauben meist sichtbar bleiben, müssen Sie für die Befestigung der Bretter Senkkopfschrauben aus nichtrostendem Stahl verwenden.

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Vertikale Brettbekleidung

Eine Variante einer vertikalen Brettbekleidung ist die Boden-Deckel-Schalung. Wie schon der Name sagt besteht diese Bekleidung aus einem Boden (a) und einem Deckel (b). Klassisch verwendet man ein Glattkantprofil, gerundet oder gefast. Die Bodenbretter werden in gleichen Abständen senkrecht zur Traglattung geschraubt. Anschließend werden die Deckbretter separat auf der Traglattung verschraubt. Dabei ist eine Überdeckung von 20 mm üblich. Je nachdem, wie groß Sie die Abstände zwischen den Bodenlatten wählen, lassen sich verschiedene Effekte erzielen. Schauen Sie sich im Fachhandel Beispiele an und lassen Sie sich inspirieren. Es stehen auch bei vertikaler Verbauung zahlreiche Profile (Rundprofil, Faseprofil, Blockhausprofil usw.) zur Auswahl. Auch hier gilt: Nehmen Sie Senkkopfschrauben aus nichtrostendem Stahl.

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Die Eckausbildung bei einer Holzfassade

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Natürlich können Sie sich die Mühe machen und die Eckausbildungen selbst konstruieren. Bei der Boden-Deckelschalung lässt sich die Eckausbildung ohne zusätzliche Hölzer sehr einfach gestalten, indem man das letzte Deckbrett einer Wandseite etwas über die Ecke hinaus stehen lässt. Wollen Sie die Bretter horizontal befestigen, bilden zwei Rahmenhölzer den Kantenabschluss an den Außenecken. Die Fassadenschalung kann mit ca. 10 mm Abstand zum Rahmenholz verlegt werden, so dass sich keine Wassernester bilden. Die beiden Zeichnungen entstammen übrigens einem Prospekt der Firma PINUS.

Im Fachhandel gibt es auch schon fertig ausgebildete Eckprofile, siehe Zeichnungen W1 und R1 des Herstellers OSMO. Lassen Sie sich beraten, welches Eckprofil für Sie am besten geeignet ist. Sie sparen sich dadurch viel Mühe und manchen Ärger.

Foto: www.fotoatelier-schumacher.de