Vom Schrupphobel bis zum Grathobel - kleines Hobel 1x1

"Wo gehobelt wird, fallen Späne!", sagt der Volksmund. Und Späne fallen schon seit mehreren hundert Jahren, denn der Hobel ist ein sehr altes und dennoch ein sehr zeitgemäßes Werkzeug, denn immer mehr Menschen haben Spaß daran, mit Holz zu arbeiten und dabei den Hobel anzusetzen. Der besteht ursprünglich und auch heute noch hauptsächlich aus Holz - bis auf das Hobeleisen natürlich. Jedoch sind aus dem englischsprachigen Raum auch Hobel aus Ganzmetall zu uns gekommen und werden rege gekauft. 

Der Hobel dürfte eines der wenigen Werkzeuge sein, dem sozusagen ein Lied gewidmet wurde - das berühmte Hobellied aus dem Volksstück "Der Verschwender" von Ferdinand Raimund, 1843 in Wien uraufgeführt. Grund genug also, dass wir uns in unserem kleinen Hobel 1x1 mit diesem Werkzeug näher beschäftigen.

Schrupphobel

hobel01.jpgDer Schrupphobel wird zur Grobbearbeitung von Holzflächen, zum Vorhobeln stark verformter oder rauher Hölzer oder zum Abhobeln dicker Holzschichten verwendet. Die Schneide des Eisens ist bogenförmig geschliffen und steht weiter vor als bei anderen Hobelarten. Um eine Rißbildung im Holz zu vermeiden, muss "mit der Faser" gehobelt werden, also in Wuchsrichtung der Holzfaser.

Rauhbank

hobel02.jpgLanger Hobel zum Vorbearbeiten und Ebnen unregelmäßiger Holzstücke. Wegen seiner Länge folgt der Hobel nicht den Unebenheiten des Holzes. Er eignet sich insbesondere zum Bearbeiten langer Arbeitsstücke und Brettkanten. Zum Abrichten und Ebenhobeln von Flächen, Fugen und geraden Kanten wird die Kurzrauhbank verwendet. Besonderes Merkmal ist der Schnittwinkel von 49°, der der Kurzrauhbank die Charakteristik eines besonderes langen Putzhobels verleiht.

Schlichthobel

hobel03.jpgEines der nützlichsten Werkzeuge im Tischlerhandwerk. Mit dem Schlichthobel wird ein sägerauhes oder zuvor mit einem Schrupphobel oder der Raubank bearbeitetes Brett geglättet. Der Schlichthobel nimmt nur einen relativ dünnen Span ab. Er ist auch zum Bestoßen von Hirnholz geeignet. So lässt sich zum Beispiel eine Tür nach dem Verlegen von Teppichboden abhobeln.

Heimwerker- oder Knabenhobel

Der Heimwerkerhobel ist ein kleiner Schlichthobel. Er erleichtert den Ungeübten die Arbeit. Daher kommt auch der Name. Er kann zum Beispiel für Bastelarbeiten eingesetzt werden.

Doppelhobel

hobel04.jpgHobel mit einem Doppelhobeleisen zur endgültigen Dimensionierung des Bretts und zur Säuberung der Oberfläche. Die Verwendung ist ähnlich wie mit der Rauhbank, lediglich bei kleineren Werkstücken. Eventuell muss das Brett zuvor mit einem Schrupphobel oder Schlichthobel abgerichtet werden. Das "Doppeleisen" dieses Hobels besteht aus dem Hobeleisen und einer aufgeschraubten Klappe. Diese bildet direkt hinter der Schnittkante eine Stufe aus, die als "Spanbrecher" wirkt und ein Ausreißen des Holzes verhindert.

Putzhobel

hobel05.jpgDer Putzhobel hat mit dem Putz, wie er auf eine Wand aufgebracht wird, natürlich nichts zu schaffen. Er ist ein kurzer Hobel mit besonders scharfem Hobeleisen und wird verwendet zum abschließenden "Putzen" von Vollholz und furnierten Flächen sowie für feine Einpaßarbeiten. Er sorgt für eine maximale Oberflächenqualität am Werkstück

Reform-Putzhobel

hobel06.jpgBeim Reform-Putzhobel kann das Hobelmaul stufenlos verstellt werden, um auch bei Abnutzung der Sohle den Spandurchgang klein halten zu können. Er wird für feinste Putzarbeiten in Faserrichtung, besonders bei furnierten Flächen verwendet.

Simshobel

hobel07.jpgSimshobel werden zum Aus- und Nachhobeln von Fälzen, Profilen und Profilkanten verwendet. Der klassische Simshobel ist aus Holz, Simshobel werden natürlich auch in Ganzmetallausführung hergestellt. Das Hobeleisen, das genauso breit ist wie die Sohle, ist auf beiden Seiten bündig, so dass Fälze und Absätze scharfkantig ausgeputzt werden können. Falze findet man zum Beispiel an Tür- und Fensterrahmen, Türblatt und Fensterflügel. Klemmt das Fenster oder die Tür, hobelt man mit dem Simshobel einige Späne aus dem Falz heraus, das heißt man vertieft den Falz.

Doppelsimshobel

hobel08.jpgDieser Hobel hat dieselbe Aufgabe wie der Simshobel, allerdings besitzt das Hobeleisen eine aufgeschraubte Klappe - eben das Doppeleisen. Dieses bildet direkt hinter der Schnittkante eine Stufe aus, an der der Span gebrochen wird. Dadurch wird ein Ausreißen des Spans verhindert und eine glatte, gleichmäßige Oberfläche erzielt. Der Doppelsimshobel wird zum Aushobeln und Putzen von Fälzen an Türen und Fenstern, Profilecken und -kanten verwendet.

Falzhobel

hobel09.jpgMan unterscheidet einfache und verstellbare Falzhobel. Beim einfachen Falzhobel springt eine Hobelkastenwange zurück und dient als Auflauf. Hierdurch wird die Tiefe des Falzes bestimmt. Die andere Wange springt gegen die Hobelsohle vor und bildet den Anlauf, wodurch die Breite des Falzes festgelegt ist. Da beide Wangen unverstellbar sind, können mit diesem Hobel nur Falze von bestimmter Breite und Tiefe hergestellt werden. Bei dem verstellbaren Falzhobel werden einstellbare Metall- oder Holzschienen als An- und Auflauf zur Festlegung der Größe der Fälze benutzt. Es können bis zu 30 mm breite Falze hergestellt werden. Für Querholzbearbeitung ist außer der Schrägstellung des Eisens ein Vorschneider vorhanden. Der Vorschneider durchschneidet die Holzfaser, bevor die Spanabnahme durch das Eisen erfolgt. Der Falzhobel wird zum Nacharbeiten (Stoßen) von Ecken und Fälzen an Fensterrahmen sowie Nachstoßen von durchgehenden Fälzen verwendet.

Grathobel

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Der Grathobel wird zum Anhobeln von Gratfedern verwendet. Seine Sohle steht in einem Winkel von 75° bis 80° zur echten Seitenfläche des Hobels. Er besitzt eine verstellbare Anschlagschiene zur Einstellung der gewünschten Tiefe der Feder. Die Schrägstellung des Hobeleisens bewirkt einen ziehenden Schnitt, der eingebaute Vorschneider verhindert ein Einreißen des Querholzes.

Nuthobel

hobel11.jpgMit einem Nuthobel werden Nute in das Holz gehobelt. Durch zwei Anschläge ist der Hobel in Breite und Tiefe verstellbar. Die Nutbreite wird durch die auswechselbaren Hobeleisen bestimmt.

Grundhobel

hobel12.jpgDurch seine außergewöhnliche Form besticht der Grundhobel. Durch Verstellen des Hobeleisens mit einer Stellschraube kann die Hobeltiefe verändert werden. Die mit der Gratsäge eingeschnittene und mit dem Stechbeitel vorgestemmte Gratnut wird mit dem Grundhobel auf gleiche Tiefe ausgearbeitet. Die genaue Tiefe und der ebene Nutgrund werden ebenso hergestellt. Gleichzeitig werden Böden von rechtwinkligen Nuten und Gratnuten ausgearbeitet.

Schiffhobel

hobel13.jpgMit einem normalen Hobel lassen sich gekrümmte Flächen nicht bearbeiten. Die Sohle des Schiffhobels läßt sich hingegen stufenlos an verschiedene Krümmungen anpassen, und zwar sowohl konvex als auch konkav. Dementsprechend wird er auch verwendet zum Hobeln nach außen und innen gebogener Flächen sowie zum Nachhobeln und Glätten gekrümmter Flächen, geschweifter und gebogener Holzteile.


Alle vorangegangenen Abbildungen stammen von Ulmia Qualitätswerkzeuge.

Taschenhobel

Kleiner Hobel, der - wie sein Name schon sagt - in der Tasche mitgeführt werden kann, um kleinere Hobelarbeiten insbesondere auch an schwer zugänglichen Stellen auszuführen. Taschenhobel werden immer aus Metall gefertigt, und zwar meistens aus Leichtmetall. Die Normalausführung wird auch in einer Variante mit zusätzlichem Handgriff angeboten. Er ist besonders bei Boots- und Modellbauern sehr beliebt.

Kantenhobel

hobel14.jpgDer Kantenhobel ist ein Werkzeug zum sauberen Abschneiden der Überstände von Umleimerkanten. Die Überstände lassen sich bei Rundungen scharfkantig abschneiden. Bei geraden Kanten eignet er sich zum Abschneiden und Fasen in einem Arbeitsgang.

Einlasseckenhobel

hobel15.jpgGanz spezieller Hobel zum Einarbeiten von Beschlägen. Dabei wird die Vertiefung ausgehobelt, in der die Einlassecken später dann bündig zur Holzoberfläche zum Liegen kommen

Bestoßhobel

hobel16.jpgDieser Hobel wird speziell zum Bestoßen von Hirnholzflächen verwendet. Bestoßen bedeutet, dass die Holzteile rechtwinklig und maßgerecht bearbeitet werden. Bestoßen wird allerdings nicht nur mit dem Bestoßhobel, sondern mit allen Hobeln