Versickerungsfähiges oder "normales" Pflaster?

Miriam: "Wir wollen ca. 170 m² auf unserem Grundstück pflastern und können uns nicht entscheiden, ob wir ein versickerungsfähiges Pflaster nehmen wollen oder ein "normales", was uns besser gefallen würde, wobei natürlich die höheren Abwassergebühren zu Buche schlagen würden. Ich habe mich schon bei der Stadt erkundigt, um diese Gebühren sparen zu können, müßten wir entweder Split- bzw. Rasenfugen setzen oder eben dieses Versickerungsfähige Pflaster wählen. Wir wollen aber gerne so ein Antik-Pflaster, was getrommelt oder gerumpelt ist und soweit wir bis jetzt wissen, gibt's das nicht als versickerungsfähig. Kann mir jemand seine Erfahrungen diesbezüglich mitteilen und/oder uns einen Rat geben?"

Antwort von Martin: "Jedes Steinpflaster ist versickerungsfähig. Den von verschiedenen Herstellern angebotenen "wasserdurchlässigen" Pflastersteinen (Aquatop etc) habe ich nie getraut (und hat mir auch noch nie ein Vertreter erfolgreich demonstrieren/beweisen können). Erklären Sie einfach gegenüber dem Tiefbauamt ihr Pflaster als "ausreichend wasserdurchlässig bis ca 200 Liter je Sekunde mal Hektar (l/s*ha)" und wählen Sie ein Splittbett (4 cm dick) aus 2/5er Edelsplitt-Brechsandmischung (aus gleichen Teilen aus gewaschenen Brechsand 0/2 und Edelsplitt 2/5) unter den Steinen. Ferner werden die Steine mit einer Fugenbreite von minimum 8-10 mm versetzt und die Fugen mit eben der Edelsplitt-Brechsandmischung 2/5 abgesandet (regelmäßig in den ersten Jahren nachfüllen!). Damit können Sie auf jegliche Entwässerung verzichten. Ferner haben Sie eine Pflasterfläche aus gerumpelten, antik aussehenden Steinen, die sich komplett selbst entwässert. (Noch einen Tipp: Fragen Sie beim Hersteller nach 2. Wahl-Steinen, die für den regulären Straßenbau qualitativ nicht ausreichend waren und als Ausschuß ausgesondert wurden. Für Ihr Grundstück sind die allemal mehr als ausreichend, aber preislich erheblich günstiger. Optisch sehen Sie keinen Unterschied, dieser liegt lediglich in der maximal möglichen Punktbelastung je cm²!)"