Versicherer entdecken die KfW

Inzwischen steigen Versicherungsunternehmen immer mehr in das Geschäft mit Hypothekendarlehen ein. Um sich einen noch größeren Teil vom Kuchen zu sichern, ist seit Anfang April 2012 auch die Kombination zwischen Baudarlehen vom Versicherer und KfW-Darlehen denkbar. Mehr Versicherer wollen zukünftig auch KfW-Darlehen vermitteln. „Darlehen von der KfW machen es in vielen Fällen erst möglich, eine solide Finanzierung auf die Beine zu stellen“, erklärt Michael Lorenz vom Baufinanzierungsportal HypoStar.de. „Daher ist auch für Bauherren wichtig, diese zinsgünstigen Darlehen in Anspruch zu nehmen“.

Eine Zeit lang gab es kaum Baufinanzierungen über Versicherer, da die Versicherungs-hypothek durch gesetzliche Änderungen unrentabel wurde. Doch dies hat sich inzwischen geändert. Die Versicherer sind im Bereich Immobilien und damit auch der Immobilienfinanzierung auf dem Vormarsch. Der Grund liegt im Solvency-II-Abkommen, für Aktien und Beteiligungen müssen Assekuranzen mehr Eigenkapital vorhalten. Nicht so bei Investitionen in Immobilien. Gerade Baufinanzierungen bieten den Versicherern stabile Investitionen und gute Erträge. Die Investitionen in den deutschen Immobilienmarkt haben für die Versicherungsunternehmen noch ein weiteres Plus: Die Schwankungsbreite bei der Wertentwicklung ist wesentlich geringer. Außerdem liegt die Verzinsung für Hypothekendarlehen deutlich über dem zugesicherten Zinssatz von derzeit 1,75 Prozent beispielsweise bei Lebensversicherungen. Insoweit lohnt sich für Versicherer das Geschäft mit Baufinanzierungen.

„Versicherungsunternehmen wollen durch Hypothekendarlehen die höheren Anforderungen an Eigenkapital durch sichere Investments in Immobilien kompensieren“, so Michael Lorenz, „dies wird sich belebend auf den Markt der Baudarlehen auswirken.“ Für Verbraucher hat das den Vorteil, dass die neue Konkurrenz Druck auf den Finanzierungsmarkt ausübt und so zu einer größeren Bandbreite an Lösungen zur privaten Baufinanzierung führt. „Die Vermittlung von KfW-Darlehen ist ein erster Schritt in die Richtung“, merkt Michael Lorenz an. Allerdings: Nicht alle Versicherungsunternehmen sind auf dem Markt der Immobilienfinanzierung vertreten, und ob auch alle Versicherer KfW-Darlehen vermitteln werden, ist bislang unklar. Damit sollten Verbraucher vor Aufnahme von Kreditgesprächen klären, ob das Versicherungsunternehmen mit der KfW zusammenarbeitet. Eine Vermittlung von Darlehen der Landesförderbanken ist zurzeit hingegen nicht möglich. Die Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) werden über Banken, Sparkassen und Versicherungsunternehmen beantragt. Die Institute übernehmen dabei die Prüfung der Bonität für die KfW und leiten den Antrag auf ein KfW-Darlehen entsprechend weiter. So soll gewährleisten werden, dass der Darlehensnehmer auch seinen Verpflichtungen ordnungsgemäß nachkommen kann und die Gesamtfinanzierung tragbar ist. Das Förderdarlehen ist damit ein weiterer Finanzierungsbaustein im Rahmen der Gesamtfinanzierung.

KfW-Darlehen bieten Bauherren eine Förderung beim Erwerb oder Bau sowie bei der energetischen Sanierung und Modernisierung von Häusern und Wohnungen. Außerdem stehen Möglichkeiten im Rahmen der Förderung für erneuerbare Energien sowie des altersgerechten Umbauens zur Verfügung. „Die Konditionen der Staatsbank sind sehr gut“, führt Michael Lorenz aus, „daher lohnen sich die Kredite.“ Darüber hinaus gibt es weitere Vorteile wie tilgungsfreie Anlaufjahre und langfristige Verträge. Bei einigen Darlehensvarianten gibt es zudem die Möglichkeit, statt des Darlehens einen Zuschuss zu beantragen. Welche Förderdarlehen der KfW für den Kunden interessant sind, hängt somit immer vom Vorhaben ab.