Verschiedene Arten von Mauerwerk aus künstlichen Steinen

Wird heute gebaut, verwendet man mit sehr großer Wahrscheinlichkeit künstliche Steine. Das können beispielsweise Mauerziegel, Hütten- oder Kalksandsteine sein. 

Die Steine werden auf verschiedene Arten vermauert - einschalig, zweischalig, unverputzt oder verputzt, ohne oder mit Wärmedämmung, wobei diese innen, außen oder in der Mitte sein kann. Grund genug, Ihnen einmal die verschiedenen Mauerwerksarten in Wort und Bild vorzustellen.

Einschaliges Mauerwerk

Sichtmauerwerk

mauerw01.gifBeim Sichtmauerwerk bleiben die Wände unverputzt und ohne Wärmedämmung. Dabei muss unterschieden werden, ob es sich um Innen- oder Außenwände handelt. Innenwände können in allen Wanddicken und aus allen Steinarten hergestellt werden. Bei Außenwänden müssen an der Außenseite für das Sichtmauerwerk frostbeständige Steine verwendet werden. Jede Mauerschicht muss mindestens zwei Steinreihen gleicher Höhe aufweisen. Zur Erhöhung der Schlagregensicherheit muss zwischen den Reihen eine 2 cm dicke Längsfuge verlaufen. Diese muss schichtweise versetzt, mit Gießmörtel hohlraumfrei verfugt und durchgehend sein. Dadurch erhöht sich die Mauerdicke jeweils um 1 cm, beispielsweise von 30 cm auf 31 cm oder von 36,5 cm auf 37,5 cm.

Verputztes Mauerwerk mit Innendämmung

mauerw02.gifUm den Anforderungen der Energieeinsparverordnung gerecht zu werden, ist bei Außenwänden das Bauen ohne Wärmedämmung fast überhaupt nicht mehr möglich. Eine Möglichkeit, wenn auch aus bauphysikalischer Sicht meist die zweitbeste, ist es die Außenwand von innen zu dämmen. Mehr über die verschiedenen Möglichkeiten der Innendämmung, finden Sie hier. Die Innendämmung ist allerdings häufig preiswerter und oft auch nicht anders machbar. Wenn die Fassade beispielsweise denkmalgeschützt ist oder eine Wärmedämmung von außen nur mit sehr großem Aufwand angebracht werden kann.

Verputztes Mauerwerk ohne Wärmedämmung

mauerw03.gifFrüher hatten Häuser grundsätzlich keine Wärmedämmung. Damals gab es allerdings auch keine Energieeinsparverordnung, die den Energieverbrauch regelte. Die Wände müßten daher sehr dick gebaut werden. Doch meist mangelt es dafür an Geld, an Platz oder an beidem. Verputzte Wände ohne Wärmedämmung findet man daher heute praktisch nur noch bei Innenwänden.

Vorhangfassade

mauerw04.gifBei einer Vorhangfassade liegt die Wärmedämmung außen, was bauphysikalisch die günstigere Variante ist. Über die Wärmedämmung kommt Konstruktion aus Holzlatten. Daran wird die Fassadenbekleidung befestigt. Die Auswahl an verschiedenen Materialien ist mittlerweile immens. Am häufigsten ist sicherlich die Bekleidung mit Holz, da diese auch vom Heimwerker einfach gemacht werden kann. Möglich ist aber auch die Fassadenbekleidung mit Natursteinen wie Schiefer oder Marmor und mit verschiedenen künstlichen Werkstoffen, wobei wir Sie gerne über Sanierungen bei Wandkonstruktionen informieren.

Wärmedämmverbundsystem

mauerw05.gifEin Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist Wärmedämmung und Fassadenbekleidung in einem. Es besteht aus mindestens drei Schichten: Der Wärmedämmschicht aus Dämmstoffen in unterschiedlicher Schichtdicke, der Armierungsschicht aus Armierungsmasse und Armierungsgewebe und der Schlussbeschichtung zur Gestaltung der Oberfläche. Mehr über Wäremedämmungsverbundsysteme erfahren Sie in einem gesonderten Beitrag bei baumarkt.de.

Plattenverkleidung an hoch wärmedämmendem Mauerwerk

mauerw06.gifHoch wärmedämmendes Mauerwerk zeichnet sich durch eine geringe Wärmeleitfähigkeit, einem hohen Schallschutz und gute Tragfähigkeit aus. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, sind Außenwände ohne Wärmedämmung möglich. Mittlerweile gibt es auf dem Markt Mauersteine aus Leichtbeton, mit denen das möglich ist. Dann kann die Fassadenbekleidung direkt am Mauerwerk befestigt werden.

Zweischaliges Mauerwerk

Verblendmauerwerk

mauerw07.gifVerblendmauerwerk besteht aus zwei Schalen. Die Innenschale übernimmt die Aufgaben der Tragkonstruktion und des Wärme- und des Schallschutzes. Die Außenschale aus Backstein fungiert als Wetterschutz und ermöglicht eine individuelle Fassadengestaltung. Das Verblend-Mauerwerk trägt nur sich selbst und wird mit Edelstahlankern an der Innenwand befestigt. Wollen Sie mehr über Verblendmauerwerk erfahren, so können Sie sich hier informieren.

Zwischendämmung ohne Luftschicht

mauerw08.gifEine zweischalige Außenwand mit Kerndämmung besteht aus Innen- und Außenschale, die durch eine Dämmschicht getrennt sind. Beide Mauerschalen sollten mindestens 11,5 cm dick sind und müssen mit Drahtankern verbunden sein. Die Kerndämmung sollte nicht dicker als 15 cm sein. Als Dämmstoff kommen Mineralfaser- oder Hartschaumplatten sowie eine Dämmschüttung in Frage. Die Schüttung besteht aus wasserabweisendem Leichtzuschlag, z.B. aus vulkanischem Gestein.

Zwischendämmung mit Luftschicht

mauerw09.gifBei einer zweischaligen Außenwand mit Luft- und Dämmschicht müssen die beiden Schalen ebenfalls miteinander verankert sein. Die Mindestdicke für die Außenschale betragen 9 cm, für die Innenschale 11,5 cm und für die Luftschicht 4 cm, wenn überquellender Mörtel abgestrichen ist. Da Luft- und Dämmschicht zusammen
15 cm nicht überschreiten sollen, darf die Dämmschicht nicht mehr als 11 cm dick sein. Die Luftschicht sorgt dafür, dass Feuchtigkeit vor der Dämmung abgeführt wird und somit kein Tauwasser entstehen kann. Die Feuchtigkeit muss durch entsprechende Öffnungen entweichen. Diese sind oben und unten an der äußeren Schale.

Verputzt mit oder ohne Luftschicht

mauerw10.gifZweischaliges Mauerwerk mit Zwischendämmung kann natürlich auch verputzt werden. An der Konstruktion der Wand ändert sich dabei nichts. Über die verschiedenen Putzweisen haben wir bereits einen Beitrag veröffentlicht. Wenn Sie sich dafür interessieren, welche Putze für glatte Wände infrage kommen, sollten Sie unseren Fachbeitrag lesen.