Verlängerungskabel selbst herstellen

Wer kennt das nicht? Die tolle Haushalts-Kabeltrommel mit geschlossenem Kunststoffgehäuse läßt sich einfach nicht mehr aufrollen. Oder sie will das aufgerollte Kabel nicht mehr herauslassen. Das passiert natürlich immer 5 Minuten bevor die Gäste kommen und wir gerade festgestellt haben, daß die elektrische Warmhalteplatte ohne Strom einfach nichts warmhalten will. kabel01.jpg
Mit einem einfachen, offenen Verlängerungskabel gibt es diese Probleme nicht. Bauen Sie Ihre widerspenstige Kabeltrommel doch einfach um! kabel03.jpg
Hierzu brauchen Sie eine Schutzkontakt-Kupplung und, wenn der Stecker an der Leitung schon etwas brüchig geworden sein sollte, auch einen neuen Schutzkontakt-Stecker. Wenn Sie beides in spritzwassergeschützer Ausführung verwenden, können Sie die Verlängerung auch auf der Terrasse benutzen.
Zunächst wird die Leitung nahe an der Kabeltrommel mit einem Seitenschneider beherzt durchtrennt. Klar sollte dabei sein, dass dazu der Netzstecker gezogen sein muss! kabel04.jpg
Drehen Sie die Verbindungsschraube aus dem Außengehäuse und öffnen Sie die Kupplung. Stecken Sie das Ende der Leitung durch das Gehäuse (sehr ärgerlich, wenn dieser Schritt im Eifer des Gefechts vergessen wurde) und ziehen Sie die Leitung ca. 30 cm weit durch. kabel05.jpg
Jetzt muss die Isolierung der Leitung in Länge der Kupplung entfernt werden. Das geht natürlich (sehr vorsichtig) mit jedem Taschenmesser. Mit einem speziellen Absetzmesser geht es jedoch leichter und sicherer. Ein Absetzmesser verfügt über eine einstellbare, drehbar gelagerte Klinge. Diese sollte an der Stellschraube im Griff des Messers so eingestellt werden, dass der Mantel (äußere Isolierung) einer flexiblen Leitung angeritzt, nicht aber völlig durchschnitten wird. So ist gewährleistet, dass die Isolierungen der einzelnen Adern nicht beschädigt wird. kabel06.jpg
Drehen Sie das Messer an der gewünschten Position um die Leitung und knicken Sie dann die Leitung an der eingeritzten Stelle leicht. Der Mantel bricht an dieser Stelle vollständig und läßt sich leicht abziehen. kabel07.jpg
Befestigen Sie die Leitung im Innengehäuse der Kupplung in der dafür vorgesehenen Halteklammer so, daß die Klammer den Mantel der Leitung umschließt. kabel08.jpg
Kürzen Sie die einzelnen Adern auf die erforderliche Länge. Die grün-gelb isolierte Ader ist der Schutzleiter. Dieser wird an der mittleren Schraubklemme, die zu den Schutzkontakten der Kupplung führt, angeschlossen. Die beiden anderen Adern sind beliebig an den beiden Steckkontakten anzuschließen. Die grün-gelbe Ader muss etwas länger als die beiden anderen sein. So ist sichergestellt, dass diese Ader zuletzt reisst, wenn das Kabel zu stark aus der Steckdose gerissen wird. kabel09.jpg
Entfernen Sie die Isolierung der einzelnen Adern soweit, dass der abisolierte Teil in etwa der Länge der Schraubklemmen entspricht. Verwenden Sie hierzu möglichst eine Sicherheits-Abisolierzange, die die Kupferdrähte der Adern nicht beschädigt. Bei flexiblen Leitungen bestehen die Adern aus einem Bündel feiner Kupferdrähte. Diese sollten Sie vor dem Anklemmen verdrehen (verzwirbeln, verwürgen), um einen besseren Kontakt zwischen Ader und Klemmschraube zu erzielen. Profis sorgen natürlich mit Adernendhülsen und einer Crimpzange für einen sauberen Abschluss. Als Elektrolaie hat man beides aber in der Regel nicht zur Hand. Klemmen Sie jetzt die Adern an. Die Klemmschrauben sollten fest, aber mit Gefühl angezogen werden. kabel10.jpg
Beherzigen Sie dabei den alten Handwerkerlehrsatz:
Nach ganz fest - kommt ganz lose.
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Schieben Sie jetzt die Gehäuseteile der Kupplung ineinander und ziehen Sie die Gehäuseschraube wieder fest. kabel12.jpg
Verfahren Sie in gleicher Weise mit dem Schuko-Stecker am anderen Ende der Leitung. Denken Sie daran, wieder erst das Ende der Leitung durch das Steckergehäuse zu ziehen. kabel13.jpg
Der gute Tipp: Legen Sie die Kupferdrähte immer links neben die Feststellschraube.

Alle Fotos: fotoatelier-schumacher.de