Verblendmauerwerk - nicht nur optisch eine Alternative

Wollen Sie sich und ihrem Haus etwas Gutes tun, sollten Sie neben einer Putzfassade auch eine verklinkerte Fassade in Betracht ziehen. Zum Beispiel ist die Optik einer Klinkerfassade besonders hervorzuheben. Reizvolle und sehr individuelle Akzente lassen sich durch Zierverbände setzen. Dabei können Sie sich klassischer Formen bedienen oder Ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Spielen Sie mit den Farben und Formen der Klinker. Interessante Effekte kann man auch durch die Gestaltung der Fugen mit farbigem Fugenmörtel erzielen. Neben dem gestalterischen Aspekt sorgt das Klinkermauerwerk zusätzlich noch für ein gesundes Raumklima. Dabei übernimmt bei diesem zweischaligen Mauerwerk die Innenschale die Aufgaben der Tragkonstruktion und des Wärme- und des Schallschutzes, während die Außenschale aus Backstein als Wetterschutz fungiert und eine individuelle Fassadengestaltung ermöglicht. Das Verblend-Mauerwerk trägt nur sich selbst und wird mit Edelstahlankern an der Innenwand befestigt. Die Maßgaben des Wärmschutzes können durch das Anbringen einer Wärmedämmung zwischen Innen- und Außenschale erfüllt werden. Wem das zu viel Aufwand ist, aber dennoch auf die Ziegelsteinoptik nicht verzichten möchte, kann die Wand mit sogenannten Riemchen bekleben.

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Die Klinker

Klinker sind Ziegel, die bei besonders hohen Temperaturen gebrannt wurden und daher besonders hart und dicht sind. Aus diesem Grunde sind sie auch besonders für Verblendmauerwerk geeignet. Die Ziegel können als Vormauersteine mit Mörtel direkt mit der Hausmauer verbunden sein. Man kann aber auch eine 6 cm dicke Luftschicht zwischen der Hausmauer und der äußeren Schale lassen. Wichtig ist aber eine ausreichende Hinterlüftung, die über Öffnungen unten und oben im Verblendmauerwerk erreicht wird. Klinker sind in vielen verschiedenen Farbtönen von beige, braun, rot bis hin zu violett erhältlich. Da die Farben lichtbeständig sind, ist ein nachträgliches Bleichen durch Sonneneinstrahlung nicht zu erwarten. Ein unschätzbarer Vorteil, denn Sie sehen sofort, wie das Haus auch noch in zwanzig Jahren aussehen wird.

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Das Aussehen der Fassade wird sehr stark auch von den Steinformaten beeinflußt. Die gebräuchlichsten Formate heißen NF, DF und 2DF. Die Abkürzung NF bedeutet Normalformat. Das Normalformat bringt eine klare Fassadenaussage. DF bedeutet Dünnformat. Dieser flache Klinker sorgt für eine feingliedrige Fassadenwirkung . 2DF bedeutet zweifaches Dünnformat. Es eignet sich überall dort, wo große Flächen nur sparsam gegliedert werden sollen. Wollen Sie nachträglich Ihr Haus mit einer Klinkerfassade versehen, haben aber nicht genügend Platz, eignen sich Sparverblender. Diese haben die gleichen Formate wie normale Verblender, nur daß sie etwa halb so dick sind. Nicht gemauert, sondern an die Hauswand geklebt werden Riemchen, die eine Stärke von etwa 8-20 Millimeter haben.

Zierverbände

Neben dem klassischen Mauerwerksverband, bei dem jede zweite Reihe um einen halben bzw. viertel Stein gegenüber der vorherigen Steinreihe versetzt angeordnet wird, kommen auch noch Zierverbände in Frage. Wie haben Ihnen einige gebräuchliche und klassischen Verbände zusammengestellt und auch mit verschiedenen Farben experimentiert. Schauen Sie selbst:

Gotischer Verband

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Beim Gotischen Verband liegen in jeder Schicht abwechselnd Läufer und Binder nebeneinander. Läufer sind Steine, bei denen man die Längsseite sieht. Sind die Kopfseiten der Steine zu sehen, spricht man von Bindern. Natürlich können Sie diesen Verband nach Belieben auch nach Ihren Vorstellungen abwandeln.

Holländischer Verband

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Beim Holländischen Verband wechseln Läufer-Binder-Schichten und Binderschichten regelmäßig miteinander ab. Die Binder jeder Läufer-Binder-Schicht liegen übereinander.

Kreuzverband

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Beim Kreuzverband wechseln sich Binder- und Läufer Schichten ab. Jede zweite Läuferschicht ist um einen halben Stein versetzt. Dadurch bildet sich eine Kreuzstruktur.

Märkischer Verband

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Beim Märkischen Verband wechseln sich in jeder Schicht zwei Läufern und ein Binder ab.

Schlesischer Verband

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Drei Läufer und ein Binder wechseln sich beim Schlesischen Verband in jeder Schicht ab.

Fugen beim Verblendmauerwerk

Verblendmauerwerk soll optisch ansprechend sein. Dazu gehören auch die Fugen. Das Verhältnis Fuge — Stein muss so beschaffen sein, daß es vom Betrachter als ansehnlich empfunden wird. Die DIN empfiehlt eine Dicke von 10 mm bei der Stoßfuge und bei der Lagerfuge von 12 mm. Diese Werte sind Richtmaße und kein “muß”, die Fugen sollten jedoch ein bestimmtes Kleinstmaß und Größtmaß nicht unter- bzw. überschreiten. Eine konstruktive Bedeutung haben die Fugen bei Verblendmauerwerk jedoch nicht, das heißt auf die Standfestigkeit haben die Fugen keinen Einfluß. Aus gestalterischen Gründen kann die Dicke der Fugen auch größer (maurische Fugen) oder kleiner (Dünnbettfugen) sein.

Nicht nur durch die Fugendicke kann die Optik des Verblendmauerwerks beeinflußt werden. Auch die Ausbildung der Fugen bestimmt wesentlich das Aussehen und die optische Wirkung der Verblendung. Die einfachste Lösung ist der Fugenglattstrich mit einem Stück Gummischlauch. Sie ersparen sich dabei das Auskratzen der Fugen und die Verwendung von Fugenmörtel. Doch gerade dies kann zu interessanten Effekten führen, denn Fugenmörtel ist in verschiedenen Farben erhältlich. Darüber hinaus können Sie die Fuge mit einer Spitzkelle V-förmig ausbilden oder mit einer schräg gehaltenen Kelle abschrägen. Besonders betont wird das Mauerwerk durch Schattenfugen, die mit einem speziellen Fugenauskratzer hergestellt werden.

Isolierklinker

Etwa einen Quadratmeter groß sind die Elemente eines Isolierklinkers. In diesem Element werden echte Ziegel mit Hartschaum kombiniert. Dabei sind die Riemchen mit der PUR-Hartschaumplatte dauerhaft verbunden. Die Platten übernehmen sowohl die Aufgabe der Fassadengestaltung als auch die Funktion einer zusätzlichen Wärmedämmung. Das System wird von zahlreichen Firmen und in den unterschiedlichsten Farben angeboten. Der Vorteil von Isolierklinker ist die einfache Montage. Die Platten werden mit Dübeln an der Wand befestigt, ein zusätzliches Fundament ist nicht notwendig. Weiterhin können Isolierklinker sowohl bei konventionellem Mauerwerk als auch bei den verschiedenen Wandkonstruktionen von Fertighäusern eingesetzt werden. Elemente für die Ecken des Hauses, für Tür- und Fensteröffnungen sowie Sturzelemente für Fenster und Türen werden individuell für jede Hauskonstruktion hergestellt.