Unfälle auf Baustellen

Allein 2012 wurden knapp 2.300 private Unfälle und über 18.000 Arbeitsunfälle, davon 32 mit tödlichem Ausgang, auf deutschen Baustellen registriert. Damit gehören Baustellen zu einen der gefährlichsten Orte und sind Spitzenreiter in den Unfallstatistiken. Trotz gesetzlich vorgeschriebener Sicherheitsmaßnahmen ist die Tendenz als steigend zu betrachten. Die Gründe für Unfälle auf den Baustellen sind unterschiedlicher Herkunft, doch meist sind Unwissenheit und Leichtsinn die Auslöser. Ob Kinder, Bauarbeiter oder vorbeigehende Passanten, betroffen sein kann jeder. Daher ist es wichtig, präventiv vorbereitet zu sein, um das Unfallrisiko auf ein Minimum zu reduzieren.

Gründe für Unfälle auf Baustellen

Vom Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaft wurden als Hauptgründe für tödliche Unfälle auf Baustellen ermittelt, dass 28 Prozent aufgrund von Mängeln in der Organisation passierten, 35 Prozent der Todesfälle auf Planungsfehler zurückzuführen sind und 37 Prozent erlagen ihren Verletzungen durch Ausführungsfehler. Diese Gründe sind auch als generelle Unfallgründe anzusehen, die auch auf Baustellen spielende Kinder, Besucher von Baustellen sowie auch Lieferanten oder Passanten betreffen können. Nicht abgesicherte Gerüste, herumliegendes Werkzeug, unsachgemäß angeschlossene elektrische Geräte oder der Gebrauch von defekten Geräten, unbefestigte und unzureichend befestigte Gehwege, ungesicherte Bodenlöcher oder Gruben, unzureichende Absicherung durch Geländer an Abgründen oder Treppen, offenliegende Stromversorgungen, unsicheres Lagern und Umgehen mit Chemikalien oder nicht abgeschlossene Baufahrzeuge bzw. das Führen von Baufahrzeugen durch nicht-autorisierte Personen sind nur einige Gründe, die ein Unfallrisiko vervielfachen. Aber auch die Bekleidung kann die Unfallchance erhöhen. Loses Schuhwerk, flatternde Bekleidung oder ein fehlender Schutzhelm sind immer wieder Gründe, warum es zu Unfällen auf Baustellen kommt.

Auf die richtige Bekleidung kommt es an

Wer eine Baustelle betritt, sollte zuerst dazu auch berechtigt sein. Zudem ist eine angemessene Bekleidung notwendig. Festes Schuhwerk sorgt für einen sicheren Schritt, während der Schutzhelm vor herab fallende Gegenstände schützt. Eng anliegende Kleidung kann sich schlechter an hervorstehenden Nägeln oder Schrauben festsetzen und unkontrollierte Bewegungen vermeiden. Dennoch sollte die Kleidung ausreichend Bewegungsfreiheit besitzen, damit im Notfall einer schnellen Reaktion von Armen und Beinen nichts im Wege steht. Wenn Sie auf einer Baustelle arbeiten, darf die entsprechende Berufsbekleidung nicht fehlen. Ausgestattet mit Sicherheitselementen, wie Stahlkappen in den Arbeitsschuhen, Protektoren für Schienbeine, Knie oder Schultern und das Tragen von festen Handschuhen wirken je nach Tätigkeit, ebenfalls unfallminimierend.

Optimale Planung und Organisation von Baustellen

Ob während der Arbeitsphasen, nach Feierabend oder an arbeitsfreien Tagen, eine Baustelle muss grundsätzlich gesichert sein und einwandfrei verlassen werden. Das bedeutet, das herumliegende Materialien nicht frei für jedermann zugänglich sind, Gruben und Bodenlöcher verschlossen sind, Zugänge zum Bauprojekt für unbefugtes Betreten verschlossen werden und Sicherheitsschilder auf Gefahren hinweisen. Baufahrzeuge sind nach dem Abstellen zu verschließen und die Schlüssel dort zu deponieren, wo unbefugte Personen sie nicht leicht erreichen können. Geräte sind ausschließlich fachgerecht zu nutzen und müssen während arbeitsfreier Zeiten unter Verschluss gehalten werden. Besteht die Möglichkeit auf das Lösen oder Herunterfallen von Materialien oder Gegenständen, sollten diese durch Schutzplanen daran gehindert werden, darunter stehende Personen oder herlaufende Passanten zu treffen. Vor dem Verlassen der Baustellen sollte ein Sicherheitsbeauftragter die Baustelle auf Gefahrenquellen untersuchen und diese gegebenenfalls als diese ausweisen oder die Gefahr bannen.

Eltern haften für ihre Kinder

Baustellen haben insbesondere für Kinder einen großen Reiz, auch dann, wenn die Warnschilder gelesen werden können, sehen Kinder oftmals Baustellen als Spielplatz an. Das vollständige Ausschalten von Gefahrenquellen ist auf Baustellen nicht möglich und ein Rest-Risiko bleibt auch auf der sichersten Baustelle vorhanden. Daher sollten Sie insbesondere als Eltern Ihren Kindern die Gefahren einer Baustelle verdeutlichen und das Betreten dieser konsequent verbieten. Nur so sind Kinder wirklich vor den Unfallgefahren auf Baustellen sicher.