Über die Klebstoffe für Gummibeläge und Kautschukbeläge

Gummibeläge als Nischenprodukt


Gummibeläge werden hauptsächlich als Industrieboden eingesetzt, haben sich durch ihre speziellen Eigenschaften (robust, elastisch und trittschalldämmend, pflegeleicht) aber mittlerweile auch eine Nische im privaten Wohnbereich erobert. In Hobbyräumen, Fluren, Küchen und Treppen werden sie gerne eingesetzt.

Die Beläge werden in Bahnenform, als Platten sowie als speziell geformter Treppenbelag angeboten und müssen stets vollflächig verklebt werden. Prinzipiell ist der Gummibelag auch für Nassbereiche geeignet, aber dort müsste dann ein feuchtigkeitsbeständiger Zweikomponentenklebstoff auf Polyurethanbasis zum Einsatz kommen, weshalb die Verlegung dieser Beläge im Bad nicht uneingeschränkt empfohlen werden kann.

Viele Belagvarianten


Achten Sie schon beim Kauf des Belags auf die Herstellerempfehlungen hinsichtlich der geeigneten Klebstoffe. Es gibt Beläge aus Naturkautschuk oder synthetischem Kautschuk, mit und ohne Altgummianteil, einschichtig, mehrschichtig und so fort. Ebenso unterschiedlich sind die geeigneten Klebstofftypen und deshalb die dringende Empfehlung:

Verwenden Sie nur Klebstoffe, die von der Herstellerfirma ausdrücklich für das Kleben des jeweiligen Gummibelags empfohlen werden. Er sollte mit weichmacher- und lösungsmittelfreien Dispersionsklebstoffen nach GISCODE D1 zu verlegen sein. Wird dieser Klebstofftyp für Ihren favorisierten Belag nicht empfohlen, wählen Sie unbedingt einen anderen Belag, jedoch nicht einfach einen anderen Kleber.

Es kommen Dispersionskontaktklebstoffe für den beidseitigen Klebstoffauftrag oder spezielle Dispersionsklebstoffe für den einseitigen Klebstoffauftrag in Frage. Darunter sind auch geeignete Typen für den Einsatz auf Fußbodenheizungen zu finden (aber nicht alle Gummibeläge sind für FBH geeignet).

Grundsätzlich nicht empfehlenswert sind folgende Klebstofftypen:


  • alle Epoxidharz- und Polyurethan-Produkte (GISCODE RE und RU), und zwar auch dann nicht, wenn sie lösungsmittelfrei sind
  • alle stark lösungsmittelhaltigen Produkte (GISCODE S)
  • alle lösungsmittelhaltigen Dispersionskleber (GISCODE D2 bis D7)
Zur Verlegung von Gummibelägen benötigt man einen Klebstoff mit hoher Sofortklebkraft und lange Zeit wurden dafür vorwiegend stark lösemittelhaltige Kontaktklebstoffe eingesetzt (GISCODE S), die jedoch heute auf keinen Fall mehr verwendet werden sollten.

Es gibt mittlerweile die oben bereits genannten, lösungsmittelfreien Kontaktklebstoffe (GISCODE D1), doch selbst die sind nicht alle unbedingt empfehlenswert. Sie enthalten, wie bereits im Abschnitt "Allgemeine Grundlagen" erwähnt, oft stark gesundheitsschädliche Weichmacher, die als sogenannte Hochsieder offiziell nicht als Lösungsmittel gelten, aber trotzdem über viele Jahre hinweg an die Raumluft abgegeben werden. Deshalb achten Sie unbedingt neben der GISCODE D1-Kennzeichnung auch darauf, daß keine Weichmacher enthalten sind! (Die Kennzeichnung mit "EMICODE EC1" ist ein Indiz für die Abwesenheit von solchen Weichmachern.) Eventuell notwendige Grundierungen sollten selbstverständlich die gleichen Anforderungen erfüllen wie der Klebstoff.