Trittschalldämmung in Altbauten mit Fermacellplatten

Dämmung mit Trockenestrich 

Renovierte Altbauten stehen zur Zeit wieder hoch im Kurs. Kein Wunder, schließlich haben viele ältere Gebäude eine ganz besondere Atmosphäre. Aber Schönheit hin, Romantik her - um den Trittschallschutz ist es der alten Holzbalkendecken wegen oft nicht zum Besten gestellt. Wenn dann noch Kinder andauernd durch ihr Zimmer "poltern" ist der Ärger mit den Nachbarn fast schon vorprogrammiert. 

In den meisten Fällen läßt sich dieser Ärger jedoch vermeiden. Von einer ganzen Reihe von Anbietern gibt es inzwischen Systeme, mit denen sich die Trittschalldämmung alter Holzbalkendecken erheblich verbessern läßt. Dabei kommen in der Regel Trockenestrichsysteme zum Einsatz, die auf einer Dämmstoffschüttung aufbauen. Die Systeme Perlite und Fermacell stellen wir hier näher vor.

System Perlite 

perlite1.jpgDas System Perlite besteht bei einer Trittschalldämmung aus einer Dämmstoffschüttung (Siliperl), ergänzt mit einem Trittschallelement (Fasoperl-TS) und dem Trockenestrichelement Perlcon-TE. Die Schüttung - sie besteht aus kleinen Bröckchen veredelten Vulkangesteins - entspricht der Baustoffklasse A1 - ermöglicht also den Aufbau von sehr brandsicheren Bodenkonstruktionen. Siliperl hat gleich mehrere interessante Eigenschaften: Zum einen läßt sich in Verbindung mit Fasoperl-TS ein entkoppelter Fußbodenaufbau und damit ein effizienter Trittschallschutz erreichen, zum anderen zeichnet sich das Material durch einen hohen Luftschallschutz und eine gute Wärmedämmung aus. 

Siliperl läßt sich recht leicht anwenden: Schrauben Sie zunächst lose oder quietschende Dielen nach und sägen Sie knarrende Nut-Feder-Verbindungen auf. Das Gestein muss nur auf die Rohdecke bzw. auf den alten Fußboden geschüttet und mit Abziehlehren planeben abgezogen werden. So kann jeder auch unebene oder schräge Boden ausgeglichen werden. Rohrleitungen und Kabel brauchen nur mit mindestens 10 mm Siliperl überschüttet zu werden. Siliperl-Schüttungen, die nicht höher als 60 mm sind, können durch vollflächiges Begehen verdichtet werden, bei größeren Schütthöhen ist eine mechanische Verdichtung notwendig. 

Nach der Schüttung werden die Dämmplatten Fasoperl-T eingesetzt. Die handlichen Platten bestehen aus Steinwolle und sind mit einem Glasvlies kaschiert. Trotz der geringen Stärke von nur 11 mm sind sie nach der Verlegung sofort begehbar. 

perlite2.jpgAuf die Dämmplatten kommt das Trockenestrich-Element Perlcon-TE. Diese bestehen aus zwei versetzt miteinander verbundenen zementgebundenen Platten. Diese werden miteinander verklebt und verschraubt - es entsteht ein durchgängig schwimmender Trockenestrich, der bereits 12 Stunden nach dem Verlegen voll belastbar ist. Für den Randbereich kommen spezielle Dämmstreifen zum Einsatz, die das Entstehen von Schallbrücken vermeiden sollen. Anschließend können beliebige Bodenbeläge auf den Trockenestrich verlegt werden.


System Fermacell

fermacell.jpgMit diesem von den Fels-Werken hergestellten System schlägt man zwei Fliegen auf einmal: Der Aufbau weist neben der Trittschalldämmung auch eine gute Wärmedämmung auf. Er besteht aus der Fermacell Estrich-Wabe in Verbindung mit der darauf abgestimmten Wabenschüttung und den zugehörigen Fermacell-Estrich-Elementen. 

Die Estrich-Waben werden vollflächig auf dem Rohboden verlegt. Um eine optimale Schalldämmung zu gewährleisten empfiehlt der Hersteller, die Waben direkt auf die Deckenbeplankung zu legen. Ein Rieselschutz muss nur an den Stirnseiten der Waben angebracht werden, wenn die Gefahr besteht, daß sich sonst die Schüttung durch Astlöcher in den Dielen wieder "verabschiedet". An den Längsseiten sind die Waben mit überstehenden Papierstreifen versehen - hier ist ein Rieselschutz natürlich nicht notwendig. 

Die Elemente lassen sich mit einem Teppichmesser auf die passende Größe zuschneiden. Installationsleitungen und Kabel können ebenfalls eingeschnitten und verfüllt werden. Dabei sollten Sie darauf achten, daß der auszuschneidende Bereich nicht breiter als zehn Zentimeter ist, da der Aufbau sonst an Stabilität einbüßt. 

Nach dem Verlegen werden die Estrich-Waben mit der Fermacell Wabenschüttung aufgefüllt. Dabei sollten Sie die Schüttung von der Tür her vornehmen, so daß Sie über nur über die gefüllten Waben laufen müssen. Die Schüttung wird zum Schluß bündig mit einem Richtscheit abgezogen. Falls ein Höhenausgleich erforderlich ist, können Sie die Estrich-Waben auch bis maximal drei Millimeter überschütten. Ein darüberhinausgehender Höhenausgleich ist nur mit der Fermacell-Ausgleichsschüttung möglich. Darauf müssen nur noch die Fermacell-Estrich-Elemente verlegt werden. Nach 24 Stunden ist der Estrich begehbar und Sie können den gewünschten Belag aufbringen.

(Mit freundlicher Unterstützung der Perlite Dämmstoff GmbH & Co. und der Fels-Werke GmbH)