Trapezprofile aus Stahl oder Aluminium für Fassade und Dach

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Die als Wellblechhütten verkleideten Gewerbe- und Industriebauten vergangener Tage sind sicher jedem noch vor Augen. Wird heute neu gebaut, so werden Fassaden und Dächer meist mit sogenannten Trapezprofilen verkleidet. Selbst auf den Dächern von Wohnhäusern sind diese Metallprofile mitunter zu finden. Zur Beliebtheit von Trapezprofilen haben vor allem die einfache, schnelle Montage und die Wirtschaftlichkeit beigetragen. Hergestellt werden die Profile aus Stahl- oder Aluminiumbänder, die auf speziellen Profiliermaschinen ihre trapezförmige Form erhalten. Die Bänder sind bis zu 1.500 mm breit und erhalten vor dem Biegen noch eine Beschichtung. Zum Einsatz kommen zum Beispiel Lacke auf PVDF-, Acrylat-, PVC- oder Polyester-Basis, wobei die Art der Beschichtung vom Anwendungsgebiet abhängt. Trapezprofile gibt es in unterschiedlichen Formen und mit unterschiedlicher Materialdicke, beides beeinflusst die Tragfähigkeit doch maßgeblich. Im Handel gibt es etwa 50 verschiedene Profilformen, die zwischen 500 und 1.050 mm breit und 10 bis 165 mm hoch sind.

Zum Einsatz kommen Trapezprofile auf dem Dach und an der Fassade — und das sowohl für tragende als auch für nichttragende Konstruktionen. Auf dem Dach lassen sich mit den Profilen Spannweiten bis zehn Meter überbrücken. Mit speziellen Bogenprofilen, die die Gewölbewirkung ausnutzen, sind sogar Spannweiten bis 20 Meter ohne zusätzliche Unterstützung möglich. Bei einfachen Lagern oder Schuppen reichen einschalige Konstruktionen für Fassade oder Dach vollkommen aus. Allerdings bildet sich an der Unterseite des Daches gerne Kondenswasser. Damit dieses nicht herabtropft, sollte an der Innenseite ein Vlies angebracht werden. In geheizten Gebäuden bietet sich eine doppelschalige Metalldacheindeckung an. Die tragende Aufgabe kommt hier Stahltrapezprofilen zu. Auf den Profilen wird die Dämmschicht, die aus der Dampfsperre und der Wärmedämmung besteht, angebracht. Die oberste Schicht — also die Wetterhaut — bilden Aluminiumtrapezprofile. Die Befestigung dieser Profile erfolgt mit Montagebändern, Distanzpfetten oder Haften.

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Als robuste und langlebige Fassadenverkleidung werden Trapezprofile ebenfalls gerne verwendet. Als Untergrund einer solchen Verkleidung sind sowohl Beton als auch Mauerwerk oder sogar Holz möglich. Die Isländer verkleiden ihre Fassaden zum Beispiel seit fast 100 Jahren auf diese Weise. Es bietet sich hierbei an, zwischen Wand und vorgehängter Fassade eine Wärmedämmung mit einzubringen. Insbesondere bei Industrie- und Gewerbebauten kommen gerne sogenannte Kassettenwände zum Einsatz. Bei diesem klassischen zweischaligen Wandaufbau wird die Wärmedämmung in die Metallprofile eingelegt. Die Kassetten werden von Binder zu Binder der Skelettkonstruktion gespannt. Um solche handelt es sich bei Industrie- und Gewerbegebäuden nämlich in der Regel. Die äußere Schale der zweischaligen Wand bilden dann die Trapezprofile.

Auch verschiedene Deckenkonstruktionen lassen sich mit den Trapezprofilen verwirklichen. Im Trockenbau kommen sie zum Beispiel als tragende Decke zum Einsatz. Als verlorene Schalung werden die Trapezprofile hingegen häufig im Betonbau verwendet. Verlorene Schalung bedeutet, dass die Profile dem noch flüssigen Beton zunächst den nötigen Halt geben, nach dem Erhärten des Betons jedoch nicht entfernt werden, sondern Teil der Tragkonstruktion bleiben. Indem sie statische Aufgaben übernehmen, können zum Beispiel die Stützen im Bauzustand deutlich reduziert werden. Die Trapezprofile machen dann die gleiche Arbeit wie eine Bewehrung, sie tragen die Zugkräfte ab. Beton kann nämlich nur geringe Zugkräfte, dafür umso größere Druckkräfte aufnehmen. Ohne die Trapezprofile bei einer solchen Verbunddecke würde der Beton ganz schnell reißen und unbrauchbar werden.

Fotos: Luxmetall