Tipps, um die Schneckenplage einzudämmen

Während wir Menschen uns noch überlegen müssen, ob manche Sommer überhaupt als solcher zu bezeichnen sind, bietet das feuchte Wetter für die Pflanzen im Garten relativ gute Bedingungen. Die Kombination aus feuchtem Wetter und üppigem Fruchtertrag bereitet auch unliebsamen Gästen ein wahres Festmahl: Schnecken. Hat man nicht frühzeitig Gegenmaßnahmen ergriffen, fallen sie nun in Massen über die Fruchterträge her und was am Vorabend noch ein stolzes Blattwerk war, ist am Morgen nicht mehr als ein karges Gerippe.

Mittel gegen Schnecken gibt es etwa so viele wie gute Ratschläge. Und tatsächlich wirkt am besten eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen. Wir stellen diese hier vor und geben Tipps, wie man auch mit Blick aufs nächste Frühjahr die Schneckenpopulation in Grenzen halten kann. Doch was hilft eigentlich gegen Schnecken?

Nun, zunächst muss man einmal unterscheiden, um welche Schnecken es sich handelt. Die meisten Schnecken mit Haus ernähren sich eher von kleinen Algen, als von unseren Zier- und Nutzpflanzen und können deswegen ruhig in unserem Garten bleiben. Bänderschnecken sind in Deutschland besonders verbreitet. Man erkennt sie an ihrem gelben bis rötlichen, mitunter auch mit dunkelbraunen Streifen geschmückten Haus. Sie ernähren sich überwiegend von totem Pflanzenmaterial und sind deswegen nicht als Schädlinge anzusehen. Sie zersetzen die Pflanzen und tragen zur Humusbildung bei. Weinbergschnecken sind zudem geschützt und dürfen nicht bekämpft werden. Wer Weinbergschnecken im Garten hat, hat einen Mitstreiter gefunden, da sie sich auch von Nacktschneckengelegen ernährt.

Problematisch sind Nacktschnecken und allen voran die spanische Wegschnecke, die Mitte des 20. Jahrhunderts aus dem Mittelmeerraum eingeschleppt wurde und sich seitdem erfolgreich gegen die einheimischen Arten behaupten kann. Sie kommt besser mit Hitze zurecht und stellt auch weniger Ansprüche an ihre Nahrung. Der Eindruck, dass Schnecken mehr essen als früher, ist also zutreffend.

aktuell_schnecke_1.jpgTipp 1: Natürliche Feinde stellen das biologische Gleichgewicht her

Vögel, Igel, Blindschleichen und Kröten sind natürliche Fressfeinde der Nacktschnecke. Der Nachteil dieser Bekämpfungsmethoden ist, dass es in vielen Gegenden von Deutschland gar keine Blindschleichen gibt oder, dass Igel und Kröten keinen Zugang zum Garten finden. Gerade in Städten herrscht dadurch ein Ungleichgewicht in den Gärten, das sich nicht einfach beheben lässt. Ein weiteres Problem ist, dass die stark schleimende spanische Wegschnecke auch nicht auf dem Speiseplan von Igeln und Kröten steht. Man kann seinen Garten jedoch für Insekten und Vögel ansprechender gestalten. In unserem Do-it-yourself-Bereich gibt es zahlreiche Bauanleitungen, um Tieren im Garten ein Zuhause zu bieten.

Tipp 2: Schnecken sind Leckerbissen für Enten und Hühner

aktuell_schnecke_2.jpgDie wenigsten werden im Garten Platz für Enten oder Hühner haben. Zudem bedeutet das Federvieh auch jede Menge Arbeit. Der Vollständigkeit halber seien sie dennoch genannt. Hühner scharren und picken. Wenn sie dabei auf ein Schneckengelege stoßen, wird das schnell gefressen. Enten hingegen sind auf der Suche nach den bereits geschlüpften Tieren. Sie pflücken diese von Boden und Pflanzen ab. Chinesische Laufenten entwickeln dabei einen besonderen Appetit. Dabei machen die Enten auch keinen Unterschied zwischen Schädlingen und Nützlingen. Alles, was essbar erscheint, wird auch gefressen. Diese Tatsache spricht eindeutig gegen die Option, etwa solche Enten für einen gewissen Zeitraum zu mieten. Sind die Nützlinge weg, haben die Schädlinge danach umso leichteres Spiel. Wer jetzt überlegt, sich selber Enten anzuschaffen, darf nicht vergessen, dass die Tiere auch dann noch Nahrung benötigen, wenn alle Schnecken aufgefressen worden sind. Auch brauchen sie eine Schwimmgelegenheit, deren Ausmaß deutlich über die Größe einen durchschnittlichen Gartenteiches hinausgeht.

Tipp3: Koffein im Kaffeesatz hält Schnecken fern

Alten Kaffeesatz kann man rund um die Pflanzen austreuen. Wahrscheinlich wirkt das enthaltene Koffein wie ein Nervengift auf die Schnecken, so dass sie den Kontakt meiden. Mit der Zeit wird der Kaffeesatz aber abgebaut und vom Regeln verwaschen, so dass er regelmäßig erneuert werden muss.

Tipp 4: Bierfalle - der Klassiker mit Nebenwirkungen

Die Bierfalle ist ein altes Hausmittel. Es genügt, etwas Bier in ein Glas oder eine Schale zu geben und abzuwarten. Der Geruch des Bieres zieht die Schnecken magisch an. Diese schauen dann tief ins Glas und ertrinken im Gerstensaft. Dass die Bierfalle sehr effektiv ist, kann man nicht bestreiten. Nur ist sie in vielen Fällen zu effektiv. Der Biergeruch lockt nämlich auch die Schnecken aus den Nachbargärten an. Diese finden aber nicht alle den Weg in die Bierfalle, sondern werden sich unterwegs auch an den Pflanzen im eigenen Garten stärken.

Tipp 5: Sägemehl und Kalk sind Schnecken zu trocken

Sägemehl, Kalk oder Gesteinsmehl stellen für Schnecken eine unangenehme Barriere dar — solange sie trocken sind und die Schnecken entfeuchten können. Sobald es regnet oder die Pflanzen gegossen werden, ist die schützende Wirkung dahin. Kalk hat zudem Auswirkungen auf den pH-Wert des Bodens, weshalb man ebenfalls von dem Einsatz absehen sollte.

Tipp 6: Der Schneckenzaun ist eine echte Barriere

Deutlich wirksamer ist da schon ein Schneckenzaun. Diese gibt es in verschiedenen Varianten. Zäune aus Plastik sind häufig mit dünnen Kunststoffstacheln bewehrt, die senkrecht zum Boden zeigen und Schnecken abhalten sollen. Auch Zäune aus Metall sind am oberen Ende meist so umgebogen, dass Schnecken diese nur schwer überwinden können. Die Metallzäune bestehen meist auf Kupfer oder auf Zinkblech wurde ein Kupferband angebracht. Gelöstes Kupfer wirkt bereits in kleinen Dosen giftig, weshalb die Schnecken den Kontakt meiden. Die Zäune sollten fünf oder besser noch zehn Zentimeter tief im Boden versenkt werden und mindestens 10 Zentimeter aus dem Boden herausragen. Wichtig ist, dass die Zäune keine Lücken aufweisen und zuvor sämtliche Schnecken aus dem umzäunten Bereich abgesammelt wurden. Jedoch sind Schneckenzäune eine relativ teure Angelegenheit und auch nur wirksam, wenn sich keine Brücken über den Zaun bauen lassen. Man muss also darauf achten, dass keine Äste oder Blätter über den Zaun hinwegreichen. Das sollte man nach einem ausgiebigen Regenschauer kontrollieren, wenn die Äste und Blütenstände schwer vom Wasser nach unten hängen.

Tipp 7: Absammeln von Schnecken ist mühsam, aber effektiv

aktuell_schnecke_3.jpgAuf lange Sicht ist das regelmäßige Absammeln der Schnecken die erfolgversprechendste Methode — und auch die wohl unangenehmste. Irgendwo müssen die Schnecken ja hin. Wer sie beim Nachbarn über den Zaun fallen lässt, hat nichts gewonnen und wer sie in der freien Natur aussetzt, sorgt nur dafür, dass sich die Schnecken weiter verbreiten. Die spanische Wegschnecke verdrängt so weiter heimische Arten. Der Griff zur Gartenschere, um die Nacktschnecke zu töten, ist beim Absammeln also unvermeidlich. Zudem verspricht diese Methode einen sehr schnellen Tod. Auch das Überbrühen mit kochendem Wasser geht rasch vonstatten. Die Überreste sollte man im Garten vergraben, da Schnecken auch Aasfresser sind und der Verwesungsgeruch sonst weitere Schnecken anlockt. Auf dem Kompost haben die Schnecken nichts zu suchen.

Damit man die Schnecken nicht mühsam zwischen den Pflanzen suchen muss, lohnt es sich, Ihnen einen Unterschlupf anzubieten. Holzbretter, alte Dachziegel oder Blumentöpfe werden gerne genutzt. Die nachtaktiven Schnecken suchen dort tagsüber Schutz, so dass man sie bequem einsammeln kann.

Tipp 8: Schneckenkorn — auf den Wirkstoff kommt es an

aktuell_schnecke_4.jpgEbenfalls sehr effektiv ist das Ausbringen von Schnecken­korn. Je nach Hersteller werden unter­schied­liche Wirkstoffe verwendet. Der Wirkstoff Metaldehyd zerstört das Körpergewebe der Tiere. Den Erfolg sieht man an einem hohen Schleim­vor­kom­men auf dem Boden, da die Schnecken versuchen, den Wirkstoff „auszuschleimen“. Kritisch bei Schneckenkorn mit dem Wirkstoff Metaldehyd ist die Kombination mit Haustieren. Hunde vertragen diesen Stoff nicht gut, in hohen Dosen ist er giftig. Dieses Schneckenkorn ist nicht sehr regenfest und muss häufig nach­ge­streut werden. Präparate mit dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat sind etwas feuchtig­keits­resis­tenter und dürfen auch im ökologischen Landbau eingesetzt werden. Die Produkte führen zu Veränderungen im Darmbereich der Schnecken. Sie stellen daraufhin die Nahrungszufuhr ein und ziehen sich in Verstecke zurück, wo sie langsam sterben.

Tipp 9: Präventiv tätig werden — Schneckenplagen vermeiden

Schneckenbekämpfung im Sommer grenzt an Sisyphos-Arbeit. Wenn man bereits im Frühjahr aktiv wird, hält sich diese aber in Grenzen. Besonders effektiv ist dann der Einsatz von Schneckenkorn. Es gibt noch nicht viel Grün, das die Schnecken abfressen könnten, wodurch die Schneckenkorn als Nahrung deutlich attraktiver wirkt. Gleichzeitig verhindert man so, dass sich die Schnecken fortpflanzen.

Auch manche Kräuter wirken abschreckend auf Schnecken. Bohnenkraut, Kamille, Salbei, Thymian, Rosmarin und Kapuzinerkresse gelten als Schneckenschreck. Diese können als dichter Ring um die Beete oder zwischen das Gemüse gepflanzt werden. Jedoch hilft diese Methode höchstens, das Problem einzudämmen und nicht jede Pflanze verträgt sich mit jedem Nachbarn.

Pflanzenreste und Laub, das im Winter den Boden vor Frost geschützt hat, sollte abgetragen und mit kompostiert werden. Dabei sammelt man auch Schneckeneier ein, die bei den hohen Temperaturen im Kompost kaputt gehen. Den Kompost kann man mit etwas Sand dazu verwenden, Lehmige Böden aufzubereiten. Ist der Boden lockerer und feiner kommt das vor allem den Pflanzen zugute. Eine positive Nebenwirkung ist, dass ein solcher Boden Schnecken nicht die besten Lebensbedingungen bietet.

Fotos: www.fotoatelier-schumacher.de