Tipps für ein Kinderbadezimmer zum Wohlfühlen

chaos_im_badezimmer.jpg Baut man ein Haus neu oder ein altes um, gehören nicht mehr nur Badezimmer und Gästetoilette zur Standardeinrichtung. Ein extra Badezimmer für die Kinder einzuplanen, ist heute eher die Regel als die Ausnahme. Für die einen mag es Luxus sein, für die anderen haben diese Pläne vor allem ganz praktische Gründe. Eine weitere Toilette ist generell sinnvoll. Der volle Mehrwert kommt aber zum Tragen, wenn die Kinder das Teenager-Alter erreicht haben und nun auch täglich duschen. Bis der Lidstrich sauber gezogen wurde oder die Frisur richtig sitzt, vergeht eine gefühlte Ewigkeit. Der Morgen startet in jedem Fall entspannter, wenn Mutti oder Vati nicht extra früh aufstehen muss, um zu duschen, man aus der Dusche gejagt wird, weil der nächste ins Bad will oder man vor der verschlossenen Tür wartet.

Für die Einrichtung eines weiteren Badezimmers spricht natürlich auch die Überlegung, was man mit den frei gewordenen Räumen macht, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Bleibt man in dem Haus wohnen, ist durch ein extra Badezimmer bereits die nötige Infrastruktur geschaffen, um beispielsweise eine Mietwohnung einzurichten, Übernachtungsgästen ein eigenes Badezimmer anzubieten oder einfach den Weg vom neu eingerichteten Hobbyraum zur Toilette denkbar kurz zu halten.

Ein kindgerechtes Badezimmer einrichten

kind_in_einer_badewanne.jpg All das sollte man bei der Gestaltung des Kinderbadezimmers stets im Hinterkopf halten. Denn der Ausdruck „Kinderbadezimmer“ ist natürlich verführerisch. Sucht man voller Enthusiasmus mit den Kindern zusammen die Einrichtung für das Badezimmer aus, fällt die Wahl der Fliesen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf „lustige“ Fliesen mit Kuhflecken, Dinosaurier- oder Feen-Motiven. Fünf bis acht Jahre später sind die Motive aber auch in den Augen der Kinder nur noch halb so cool, wie sie es damals waren. Man sollte also lieber neutrale Fliesen wählen und das Badezimmer mit verschiedenen dekorativen Accessoires kindgerecht gestalten. Die Auswahl ist von der Gummiente über den kindgerechten Duschkopf bis zum lustigen Toilettenpapierhalter zahlreich. Mittlerweile gibt es viele Waschtischarmaturen, die mit Hilfe von der LED-Leuchten die Wassertemperatur anzeigen. So „eingefärbtes“ Wasser ist nicht nur eine nette Spielerei, sondern hilft den Kindern auch, die Temperatur richtig einzuschätzen. Auch Fliesen lassen sich mit Aufklebern „aufpeppen“. So kann das Bad mit geringem Aufwand alle paar Jahre dem Entwicklungsstand des Kindes angepasst werden. Denn gefällt das Badezimmer nicht mehr oder schämen sich die Teenager sogar dafür, nehmen sie sicher alsbald das Badezimmer der Eltern in Beschlag.

Das „mitwachsende“ Badezimmer

zaehneputzendes_maedchen.jpg Das kann auch passieren, wenn man bei der Einrichtung des Badezimmers vor allem darauf geachtet hat, dass das Badezimmer kindgerecht ist, dabei aber vergessen hat, dass die Kinder heranwachsen. Und das ist eine echte Herausforderung. Was bringt ein Kinderbadezimmer, wenn die Kleinen, es nicht nutzen können, weil für sie die Toilette zu hoch hängt oder das Waschbecken kaum zu erreichen ist? Ähnliches gilt für die Handtuchhaken. Will man verhindern, dass die Handtücher auf dem Boden liegen oder die Handtuschschlaufe regelmäßig abreißt, dürfen die Haken nicht zu hoch hängen. Nun ist es aber auch keine Lösung, niedrig zu beginnen und dann jedes Jahr die Handtuchhaken höher zu hängen und dabei die Fliesen mit Löchern zu überziehen. Dann wäre es schon nach wenigen Jahren nötig, neu zu fliesen. Eine mögliche Alternative sind Handtuchhaken, die durch ein Vakuum auf den Fliesen haften.

Bei dem Waschbecken oder den Toiletten ist das schon schwieriger umzusetzen. Die einfachste und günstige Möglichkeit ist, Waschbecken und Toilette auf Standard-Höhe zu installieren und den Kindern einen Hocker ins Badezimmer zu stellen. Das funktioniert auch, wenn sich Eltern und Kinder ein Badezimmer teilen und hat sich seit Generationen bewährt.

Das Kinderbadezimmer im Alter nutzen

barrierefreies_bad.jpg Wer etwas mehr Geld in die Hand nehmen möchte, kann für die Kinder ein barrierefreies Badezimmer einrichten. Das ist weit mehr als eine bodengleiche Dusche. Höhenverstellbare Toiletten und Waschbecken können „mitwachsen“. Ein Kippspiegel bewirkt, dass auch kleine Kinder einen prüfenden Blick auf ihr Äußeres werfen können. Gegen eine große Badewanne werden die Kleinen sicher nichts einzuwenden haben und rutschhemmende Oberflächen kommen Menschen jeden Alters zugute.

Die Investitionen können sich viel Jahre später auszahlen. Man kann das Haus von Anfang an so planen, dass es auch ein Wohnen im Alter ermöglicht. So kann man aus den alten Kinder­zimmern den zentralen Wohnbereich machen. Das Badezimmer ist dann schon mit der nötigen Technik ausgestattet.

Das sollte man außerdem beachten

Gerade kleine Kinder haben noch nicht das nötige Fingerspitzengefühl, um die Wassertemperatur in Dusche oder beim Händewaschen ausreichend zu regulieren. Bei der Auswahl der Armaturen sollte man darauf achten, dass sie mit einem Verbrühschutz ausgestattet sind. Das lohnt sich übrigens auch, wenn man sich mit den Kindern ein Badezimmer teilt. Kinder bewegen sich zudem nur selten mit der gebotenen Vorsicht. Runde Formen und abgerundete Kanten bei Badkeramik, Fliesen und Möbeln helfen, dass sich die Kleinen keine Platzwunden holen, wenn sie auf dem nassen Untergrund ausrutschen. Duschtüren sollten so konstruiert sein, dass nicht nur Erwachsene sie mühelos öffnen und schließen können. Auch Stauraum für Handtücher, Toilettenpapier oder Duschbad sollte in einem kindgerechten Bad leicht erreichbar sein, wenn die Kinder das Bad wirklich selbstständig nutzen sollen.

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