Teppichböden und elastische Bodenbeläge verlegen

Vorbereitung

Ausmessen

Um die benötigte Bodenbelagsmenge zu ermitteln, muss zunächst die Raumfläche ausgemessen werden. Ein Raum ist selten quadratisch, und die wenigsten Wände verlaufen geradlinig.

Messen Sie daher die Heizkörpernischen und Türaussparungen (wird oft vergessen).

Insgesamt sollten sowohl in der Längs- als auch in der Querrichtung 10 cm zugegeben werden.

Warenbreite

Die meisten Bodenbeläge werden in zwei oder mehreren Breiten gefertigt. Beraten Sie mit dem Fachverkäufer, welche Warenbreite für Ihren Raum die vorteilhafteste ist.

Nähte

Sind Nähte unvermeidlich, dann planen Sie diese Nähte bitte so ein, daß Sie nach der späteren Möblierung am wenigsten auffallen.

Nähte sollen möglichst immer in Richtung des einfallenden Lichtes (Fenster) verlaufen.

Laufrichtung

Alle Bodenbeläge besitzen produktionsbedingt eine sogenannte "Laufrichtung". Diese Laufrichtung wird von der Konstruktion (z.B. Velours) und/oder von der Dessinierung vorgegeben.

Wenn Bodenbeläge angesetzt werden, müssen dabei beide Teile dieselbe Laufrichtung besitzen.

Soviel zur Planung des Mengenbedarfs.


Welche Werkzeuge werden benötigt?

Für eine fachgerechte Verlegung von Bodenbelägen - gleich welcher Art - sind wenige, aber wichtige Werkzeuge sowie Zubehör erforderlich. Als erstes brauchen Sie ein Verlegemesser mit auswechselbaren Klingen.Damit wird das Bahnenmaterial auf das richtige Maß zugeschnitten. Für Teppichboden haben sich sogenannte Hakenklingen als besonders geeignet erwiesen. Für elastische Kunststoffbeläge werden Trapezklingen eingesetzt.

Sparen Sie nicht beim Einsatz von Klingen! Ein falscher Schnitt mit einer stumpfen Klinge kostet mehr als ein paar scharfe Klingen.

Überall dort, wo Sie lange, gerade Schnitte machen müssen, also beim Nahtschnitt sowie im Kantenbereich, brauchen Sie als Führung eine Tapetenschiene oder ein Stahllineal. Im Wandbereich muss mit dem Messer der Wandverlauf geschnitten werden. Falls der Bodenbelag vollflächig verklebt werden soll, ist ein Zahnspachtel mit einer den Klebstoffvorschriften entsprechenden Zahnung zu benutzen.


So wird der Untergrund vorbereitet

Der Untergrund muss unabhängig von dem darauf zu verlegenden Bodenbelag glatt, planeben, fest, dauertrocken und frei von Staub und Verunreinigungen sein. Ist dies nicht der Fall, sind folgende Maßnahmen durchzuführen:

  • ggf. alten Bodenbelag sowie evtl. zurückgebliebene Schaum- und Klebstoffreste entfernen
  • Risse auffüllen bzw. ausspachteln
  • Unebenheiten mit Spachtelmasse ausgleichen
  • Poröse Oberflächen mit Tiefengrund behandeln
  • Putz-, Klebstoff-, Farb- und Lackreste ggf. durch Schleifen entfernen
  • Staub beseitigen (z.B. absaugen). Der Untergrund soll trocken und gegen aufsteigende Feuchtigkeit geschützt sein.

Wichtig: Die richtige Verlegung fängt mit der richtigen Untergrundvorbereitung an. Je gewissenhafter diese erfolgt, um so besser wird das Ergebnis der Verlegung sein.


Die drei Verlegemethoden

Nachfolgend werden drei Verlegemethoden beschrieben. Welche von Ihnen gewählt wird, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab. Zum Beispiel, ob der vorhandene Bodenbelag nicht beschädigt werden darf, wie groß der Raum ist, wie stark der neue Belag beansprucht wird, und welche Qualität er besitzt.

Vollflächige Verklebung

Dies ist die anspruchsvollere Verlegemethode. Sie bietet ein optimales Gebrauchsverhalten und garantiert ein langes Bodenbelagsleben.

Vollflächige Fixierung

Häufig darf in Mietwohnungen der bestehende Untergrund (z.B. Parkett, Linoleum, Keramik, etc.) nicht durch das Darüberverlegen eines anderen Belags beschädigt werden. In solchen Fällen bietet sich die Fixierung des neuen Belags mit dem Unterboden an.

Diese Fixierung (Fixierkleber) gibt es sowohl für Teppichboden als auch für elastische Kunststoffbeläge.

Das Auftragen auf den Untergrund geschieht mit einer Schaumstoffrolle. Die Fixierung des Bodenbelages gibt die Garantie, daß die spätere Entfernung des Belages ohne Beschädigung des Untergrundes geschehen kann.

Lose Verlegung

Unter dieser Verlegemethode ist zu verstehen, daß der Bodenbelag im Wand-, Kanten- und ggf. Nahtbereich durch doppelseitiges Klebeband mit dem Untergrund verbunden wird.

Diese einfache Verlegemethode empfiehlt sich aber nur für Räume bis max. 20 m² Fläche.


Die Verlegung

Unabhängig von der Verlegemethode sollte der neue Bodenbelag in der Nacht vor der Verlegung in dem zu verlegenden Raum ausgerollt liegen. Im Wand- und Kantenbereich soll das Material ca. 5cm "hochstehen". Nachdem sich das Material "beruhigt" hat, wird der Bodenbelag im Raum grob eingepaßt. Nun wird die Bahn zur Hälfte zurückgeschlagen. Im Fall vollflächiger Verklebung/Fixierung wird jetzt der Klebstoff aufgetragen.

Bitte beachten Sie die Hinweise des Klebstoff-Herstellers. Klebstoffe haben unterschiedliche "offene Verarbeitungs-Zeiten". Das bedeutet, daß die Verklebung innerhalb der angegebenen Zeiten stattfinden muss.

Die zurückgeklappte Bahnenhälfte wird nun vorsichtig in das Klebstoffbett eingerollt und dann sorgfältig angerieben (hierzu können Sie eine Papprolle oder eine leere Flasche benutzen). Anschließend wird im Wand- und Kantenbereich das überschüssige Material mit dem Verlegemesser abgeschnitten und in diesem Bereich ebenfalls nochmals sorgfältig angerieben. Nun wird die andere Hälfte zurückgeschlagen, Klebstoff auftragen, hineingerollt und angerieben. Sollten zwei Bahnen in einem Raum verlegt werden, so muss eine Naht geschnitten werden. In diesem Fall werden die Bahnen im Nahtbereich ca.5 cm überlappend ausgelegt.

WICHTIG: Achten Sie darauf, daß die Bahnen in Produktions- d.h. Laufrichtung nebeneinander liegen. Sollte der Belag gemustert sein, so müssen bereits jetzt die Bahnen so gelegt werden, daß die Musterung im Nahtbereich fließend übergeht.

teppich-3.gifSo angepaßt, empfiehlt es sich, die beiden Bahnen in diesem Bereich zu beschweren. Zuerst werden - wie vorher beschrieben - die Bahnenhälften im Wandbereich verklebt, so daß die Bahnen nicht mehr verrutschen können. Alsdann wird vor dem Klebstoffauftrag die Naht geschnitten. Dies geschieht vorteilhaft durch einen sog. Nahtdoppelschnitt, d.h. die sich überlappenden Bahnen werden in einem Schnitt gleichzeitig durchgeschnitten.

teppich-5.jpgAls Führung wird eine Tapezierschiene empfohlen. Das Messer soll für elastische Kunststoffbeläge mit einer neuen Trapezklinge, für Teppichboden mit einer neuen Hakenklinge bestückt sein. Nach dem Nahtschnitt werden beide Bahnenhälften zurückgeschlagen und der Klebstoff/Fixierung aufgetragen.

Anschließend werden die beiden Hälften vorsichtig im Klebstoffbett eingelegt und die beiden Nahtkanten sorgfältig zusammengelegt.

teppich-4.jpgHierbei reibt man mit einem Tuch oder mit der Holzrückseite des Zahnspachtels die Bahnen in Richtung Naht an. Das Verlegen mit doppelseitigem Klebeband erfolgt vom Ablauf her wie die vollflächige Verklebung. Das Klebeband wird im Wandkantenbereich auf dem Untergrund angebracht. Im Nahtbereich empfiehlt es sich, zwei Bänder nebeneinander anzubringen.

Nicht vergessen: Auch hier sorgfältig anreiben!

Umwelt-Tipp

Kleber-Reste in Ihrem Eimer sollten Sie keinesfalls der Mülltonne "anvertrauen"! Als gewissenhafter Heimwerker gehören Sie sicherlich nicht zu den Umweltsündern - und dafür sind wir Ihnen dankbar. Lack-, Farb- und Kleber-Reste können mittlerweile in allen Gemeinden und Städten an besonderen Sammelstellen oder durch das "Schadstoffmobil" entsorgt werden. Erkundigen sie Sich bitte bei der zuständigen Stadt- oder Kreisverwaltung.