Spanplatten wölben sich auf - wieso?

Toni S.: Habe im Dachgeschoss einen sogenannten Trockenestrich verlegt. Bituperl-Schüttung und darauf 25mm starke wasserfeste V100-Spanplatten in Nut und Feder verleimt. Jetzt (einige Wochen nach der Verlegung) haben sich die Platten total verzogen (konkav).Am Rand stehen sie bis zu 2cm (!) auf. Kann es sein, dass in den Platten eine gewisse Restfeuchtigkeit war, die jetzt von oben nach unten austrocknet? Kann es sein, dass die Platten wieder plan werden, wenn völlige Durchtrocknung erreicht ist? Was ratet ihr mir?

Antwort des Baumarkt-Teams: Lieber Toni,
wir vermuten, daß sich die Platten zur Wand hin aufschüsseln, weil die Tragekonstruktion nicht richtig oder ausreichend angelegt wurde. Falls die Platten nur auf der Schüttung aufliegen, kann das der Grund sein. Schüttungen müssen sich generell erst einmal setzen, bevor darauf eine Platte gelegt wird. Und ohne Unterkonstruktion würden wir solche Platten nicht verlegen.

Soweit unser Kommentar. Nun erhielten wir offenbar von der Tischlerei, die den Fußboden verlegt hat, einen geharnischten Protest. Der Tischlermeister erklärt, er habe den Boden genau nach Vorgabe des Schüttgut-Herstellers angelegt. Danach muss eine Trockenschüttung mit 10 % Überhöhung angelegt und dann mechanisch, idealerweise auch mit einem Flächenrüttler, verdichtet werden. Ob der Einbau "werkgetreu" erfolgt ist, können wir nicht wissen. Der Tischlermeister schreibt nun, die Aufschüsselung der Spanplatten sei dadurch erfolgt, daß die Räume frisch verputzt und dann aufgeheizt worden seien. Die freiwerdende Feuchtigkeit sei dann durch die Decke diffundiert und habe den Schaden verursacht. Diese Aussage ist für das Baumarkt-Team überhaupt nicht verständlich, denn wenn die Feuchtigkeit von  unten  in den Fußboden eingedrungen sein soll, dann müßten sich die Spanplatten  gewölbt  haben.

"Wasserfest" bedeutet bei Spanplatten nur, daß sie wasserfest verleimt sind, jedoch durchaus aufquellen können. Die hier beschriebene "Aufschüsselung" kann  auch  dadurch entstanden sein, daß die Spanplatte, die ja eine herstellerbedingte Restfeuchte hat, auf der Oberseite ausgetrocknet ist. Um das zu vermeiden, sollten Spanplatten so lange von oben mit einer Folie abgedeckt werden, bis der endgültige Bodenbelag verlegt wird. Das muss ein Tischlermeister wissen, der ja ständig mit Spanplatten umgeht. Ein nachträgliches Anfeuchten der Spanplatten kann dazu beitragen, daß sich die Aufschüsselung weitgehend wieder legt - was dann noch hochsteht, müßte abgeschliffen werden.

Generell bleiben wir dabei, daß insbesondere bei einer großflächigen Schüttdämmung eine Tragekonstruktion sinnvoll ist - die Hersteller von Schüttgut haben auch keineswegs etwas dagegen.