So trennen Sie Räume mit Glasbausteinen

Trennwände aus Glasbausteinen bieten viele Vorteile

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Wer einmal Wände mit Glasbausteinen gezogen hat, kommt gerne wieder darauf zurück. Gegenüber herkömmlichen Baustoffen lassen sie sich leicht montieren und die Verarbeitung ist eine saubere Sache. Wenn Sie sich für das moderne Quicktech-System entscheiden, kommt zum Beispiel nur Kleber zum Einsatz — Putz- oder Mörtelarbeiten fallen dann überhaupt nicht an. Auch benötigen Sie für die Arbeit mit modernen Systemen keine besonderen handwerklichen Kenntnisse.

In puncto Gestaltung sind Glasbausteine äußerst flexibel, denn sie lassen sich beliebig erweitern und verbinden. Ein weiterer Vorteil der Bausteinwände aus Glas: Während Wände aus Putz den Raum verdunkeln, bleibt der Lichtfluss mit Glasbausteinen erhalten. Durch Ihre Lichtdurchlässigkeit fluten Sie den Raum auch weiterhin mit Licht. Je heller der Stein ist, desto mehr Licht bleibt im Raum. Dadurch lassen Bausteinwände den Raum optisch größer erscheinen.

Mörtelverarbeitung oder Quicktech-System?

Sie können Bausteinwände auf herkömmliche Weise mit Mörtel verarbeiten oder auf das moderne Quicktech-System zurückgreifen. Letzteres eignet sich besonders für Personen, die handwerklich nicht besonders geschickt sind. Beim Quicktech-System werden die Glasbausteine auf einfache Art mit Kunststoffprofilen und Spezialkleber verbunden. Gegenüber der Verarbeitung mit Mörtel sind Quicktech-Systeme eine saubere Sache. Es gibt wenig Staub und lästige Anrühr-Arbeiten entfallen. Grundvoraussetzung für diese Bauweise ist ein fester Untergrund. Die Mauer darf daher nur auf Stein, Fliesen oder Beton stehen. Eine Verbindung zu Wand oder Decke setzt ebenfalls eine massive Bauweise voraus.

Achten Sie auf die Statik

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Sie wollen kleine, kniehohe Wände bauen? Dann brauchen Sie statische Vorgaben nicht zu beachten. Soll Ihre Wand aber Tischhöhe haben oder sogar bis zur Decke hinaufgehen, dann sollten Sie sich auch mit den statischen Aspekten auseinandersetzen. Als Richtlinie gilt hier die empfohlene Norm der oberen Bauaufsichtsbehörden vom Institut für Bautechnik in Berlin.

Falsche Materialien können die Statik einer Wand aus Glasbausteinen beeinflussen. Generell sollten Sie nur Glasbausteine verwenden, die der DIN 18175/EN 1051 entsprechen. Arbeiten Sie mit Mörtel gilt es zu beachten, dass dieser maßgeblich an der sicheren Statik der Wand beteiligt ist. Am besten eignet sich gleichfester und schwindarmer Zementmörtel mit einer Druckfestigkeit von mindestens 12 N/mm2. Wenn Sie zusätzlich einen speziellen Fugenmörtel verwenden möchten, darf dieser in keinem Fall die Druckfestigkeit des Mauermörtels überschreiten. Auch für den Mörtel gibt es eine DIN-Norm.

Der Mauerbau mit Glasbausteinen sollte nach statischen Empfehlungen geschehen:

  • Bauen Sie die Steine so, dass sie nur durch ihre Eigenlast lotrechte Belastungen erhalten.
  • Wollen Sie die Trennwand mit einer Mauerwand verbinden, dann muss sie so angeschlossen werden, dass sie nicht durch Zwängungskräfte beansprucht wird. Alle Wände sollten mindestens an zwei gegenüberliegenden Seiten Auflagen vorweisen, die die Aufnahme der waagerechten Kräfte sicherstellen.
  • Zwängungen können Sie generell verhindern, indem Sie umlaufend Gleitfugen anordnen und die oberen und die seitlichen Dehnungsfugen mit elastischen Stoffen ausfüllen. Generell sollte eine Dehnungsfuge eine Mindestdicke von 10 mm haben. Dadurch fangen Sie auch eventuelle Formveränderungen auf.
  • Benutzen Sie bei freistehenden Wänden metallische Verankerungsmittel. Das verhindert eine Zwängung.
  • Grundsätzlich sollten Mauern aus Glasbausteinen einen Randstreifen haben, der nicht dicker als die Wand sein sollte. Thermische Zwängungen können Sie verhindern, indem die Randstreifen eine Breite von 100 mm nicht überschreiten.
  • Die Breite der Wand darf maximal 1,40 m betragen. Die maximale Höhe liegt bei 2,20 m. Halten Sie diese unbedingt ein, damit die Statik der Wand nicht gefährdet wird.

Das sollten Sie während und nach der Arbeit beachten

Bei der Arbeit mit Glasbausteinen darf der Raum nicht zu kalt sein. Für die Verarbeitung mit Mörtel darf die Temperatur nicht unter 5°C fallen. Auch trocknen einige Mörtelsorten lange aus. Während der gesamten Trocknungszeit muss für ein warmes Raumklima gesorgt werden. Besonders ist der Erhärtungsphase muss eine konstante Temperatur sichergestellt sein, damit keine Risse im Mörtel entstehen.

Die Trocknungszeit beträgt mindestens einen Tag. Beginnen Sie erst dann mit den Fugenarbeiten, damit die Stabilität der Wand garantiert ist. Verwenden Sie auch hier nur Fliesen- oder Fugenbreit, das speziell für Glasbausteine geeignet ist. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass die Fugen reißen. Das führt zur Instabilität und bringt unweigerlich auch die Statik in Gefahr. Da die Fugen dauerelastisch ausgefüllt werden müssen, greifen Sie hier auf Dichtstoff aus Silikon zurück. Er ist sowohl im Innen- als auch im Außenbereich einsetzbar. Verwenden Sie keine Dichtstoffe, die nicht ausdrücklich für die Verarbeitung von Glasbausteinen geeignet sind.

Autor: Philip Kullmann ist Inhaber von Meingartenversand.de. Der Hamburger gilt als Experte für alle Themen rund um die Bereiche Garten und Pflanzen. Als Autor hat er sich darüber hinaus auch in den Bereichen Hausbau, Sanierung und Inneneinrichtung einen Namen gemacht.