Sind Fensterfolien schädlich für die Fensterscheibe?

fensterfolie.jpg Im Sommer knallt die Sonne ungehindert durch das Fenster und verwandelt das Wohnzimmer in einen Backofen. In der Nachbarschaft wurde schon wieder eingebrochen und dabei das Fenster eingeschlagen. Das Küchenfenster geht zur Strasse und so kann jeder Ihnen beim Kochen zuschauen. Das soll Ihnen nicht passieren. Da neue Fenster ziemlich teuer sind, entscheiden Sie sich für Fensterfolien. Diese lassen Sie nachträglich vom Fachpersonal des Folienherstellers anbringen. Die werden das schon richtig machen. Was die Scheibe zu solch einer Behandlung sagt, wird meist verschwiegen oder ist überhaupt nicht bekannt. Schließlich ist der Monteur Fachmann für Folien und nicht Fachmann für Glas. Wenn dann die Scheibe doch einen Riss bekommt, ist gegebenenfalls das Glas schuld. Ganz so einfach ist es jedoch nicht und daher haben wir einige Flachglashersteller um ihre Meinung zu diesem Thema befragt.

Von Isolarglas haben wir eine Kundeninformation erhalten, die das Problem sehr gut beschreibt und Lösungsmöglichkeiten bereithält. Diese wollen wir Ihnen nicht vorenthalten:

Bekleben / Bemalen von Fensterscheiben


Das nachträgliche Aufbringen von Folien und Farben auf Verglasungen führt bei Sonneneinstrahlung grundsätzlich zu einer hohen thermischen Belastung des Glases. Insbesondere, wenn es sich dabei um stark absorbierende Folien und Farben handelt, kann die durch Sonneneinstrahlung erzeugte thermische Belastung des Glases eine erhebliche Größe erreichen. Durch den zu erwartenden örtlichen Temperaturunterschied bzw. Hitzestau bei Sonneneinstrahlung entstehen im Glas hohe Spannungen, die zum Bruch oder zu Sprüngen in der Scheibe führen können.

Wenn bereits in der Planungsphase eines Gebäudes bekannt ist, dass Scheiben beklebt oder bemalt werden (z.B. Kindergärten), so können die Scheiben aus ESG gefertigt werden. Einscheiben-Sicherheits-Glas verträgt als vorgespanntes Glas wesentlich höhere thermische Belastungen als das normalerweise verwendete Floatglas. Das Bruchrisiko wird deutlich gemindert.

Es ist auch zu berücksichtigen, welcher Himmelsrichtung die betreffenden Scheiben zugewandt sind. Entscheidend ist dabei die Frage, ob solche Scheiben einer senkrechten oder nahezu senkrechten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Dann ist die thermische Belastung am größten.

Deshalb ist es unbedingt empfehlenswert, vor dem Bekleben oder Bemalen der Verglasungseinheiten Rücksprache mit einem Fachbetrieb zu nehmen. Dieser sind die Glasermeister, die Hersteller von Flachglas und eventuell die Glasgroßhändler.