Sicherheits-Standards und Prüfzeichen für Elektrogeräte

Ohne Strom geht nichts

Aus dem Haushalt sind sie fast nicht mehr wegzudenken, die praktischen elektrischen Helfer. Ob Toaster, Bügeleisen, Wasserkocher oder Dosenöffner – ohne Elektrizität funktioniert heute fast gar nichts mehr. Das ist ja grundsätzlich zunächst auch kein Problem, wäre der Umgang mit elektrischer Energie nicht, was man leicht vergißt, mit einer gewissen Gefahr verbunden. Doch gerade darüber denkt man nicht nach, schließlich ist der Umgang mit Strom zur Selbstverständlichkeit geworden, ebenso wie die gute Absicherung der meisten Geräte. In letzter Zeit jedoch ist die Welt der Haushaltsgeräte, der Lampen und Werkzeuge in Bewegung geraten: Billiganbieter aus Fernost drängen mit Vehemenz und mit Schleuderpreisen auf den europäischen Markt. Unter ihnen sind leider auch eine Reihe schwarzer Schafe, die – was die Sicherheit angeht – absolut untaugliche Geräte an den Mann bringen. 

Das europäische Sicherheitszeichen. Die zugeordnete Zahl weist die Prüfstelle aus (10 = VDE).

enec.gif

Brandgefahr durch Billigangebote

dve.gifBelegt wird das regelmäßig durch Sicherheitsprüfungen, die im Auftrag verschiedener Medien, Firmen oder des Zentralverbandes der Elektrotechnik- und Elektroindustrie von unabhängigen Prüfinstituten durchgeführt werden. Problematisch sind danach z.B. die elektronischen Transformatoren von Halogenleuchten, Elektro-Haushalt-Kleingeräte (wie Wasserkocher, Handrührer oder Kaffeemaschinen) und Elektrowerkzeuge wie Bohrmaschinen, Handkreissägen oder Winkelschleifer. Dabei wurden unter anderem Leuchten entdeckt, die – obwohl für den Betrieb mit Kleinspannung (12 Volt) ausgelegt – unter Netzspannung (220 Volt) standen, Bohrmaschinen, deren mechanische Sicherheit nicht ausreichend war oder Wasserkocher und Handrührgeräte, die bei Dauerbetrieb durch Überhitzung zu Verletzungen oder Bränden führen können. In den meisten Fällen war bei diesen Billigangeboten nicht einmal das Herkunftsland kenntlich gemacht.

Sicherheit durch Prüfstelle

gs.gifGewähr für die Sicherheit eines Gerätes bieten eigentlich nur neutrale Prüfstellen. Alleine das bekannte "GS"-Zeichen für "Geprüfte Sicherheit" auf der Packung reicht aber auch nicht aus. Es muss zusätzlich angegeben sein, welches Prüfungsinstitut, z.B. VDE (Verband Deutscher Elektrotechniker), TÜV (Technischer Überwachungsverein) oder ENEC (das europäische Pendant zum VDE), das Gerät auf Herz und Nieren getestet hat. Das seit einiger Zeit überall auftauchende, Sicherheit signalisierende "CE"-Zeichen ist dagegen kein Prüfzeichen im engeren Sinne. Jeder Hersteller oder Importeur bescheinigt zwar damit, daß die entsprechenden EU-Richtlinien erfüllt werden, überprüft wird dies aber nicht.

E-Check für Gebäude

Kommt es durch ein elektrisches Gerät zu einem Unfall oder einem Schaden und glauben Sie, das das "Unglück" durch einen Mangel am Gerät ausgelöst wurde, dann sind die Gewerbeaufsicht bzw. das zuständige Landesamt für Arbeitsschutz und Technische Sicherheit Ansprechpartner für Sie. Besteht der begründete Verdacht, der Hersteller könnte gegen das Geräte-Sicherheitsgesetz verstoßen haben, werden die Behörden prompt aktiv. Wer das Gerät jedoch nicht der Bedienungsanleitung entsprechend verwendet hat, der hat allerdings schlechte Karten. Das gilt übrigens auch für Hausbesitzer, wenn sich nach einem Brand herausstellt, daß eine der elektrischen Schutzeinrichtungen versagt hat. Der Besitzer wird dann in die Pflicht genommen, schließlich hätte er das Funktionieren der Anlage durch regelmäßige Prüfungen überprüfen lassen müssen. Gerade bei Altbauten sind die elektrischen Leitungen oft in einem katastrophalen Zustand. Sinnvoll ist in jedem Fall der E-Check. Diese "Generalinspektion" aller elektrischen Anlagen wird ausschließlich durch Innungsfachbetriebe des Elektrohandwerks durchgeführt.

Foto: www.fotoatelier-schumacher.de