Selbst Tapezieren ist kein Hexenwerk

Ärgern Sie sich schon seit Monaten über die hässlichen Tapeten an Ihren Wänden? Zögern Sie die Renovierung nur deshalb hinaus, weil Sie sich daran erinnern, wie anstrengend die Arbeit beim letzten Mal war? Dann sind Sie hier genau richtig! In Zusammenarbeit mit tesa erläutern wir Ihnen, was Sie beim Tapezieren beachten sollten. Mit dem richtigen Material macht es sogar richtig Spaß! 

Die richtige Tapete

Tapete ist nicht gleich Tapete. Die verschiedenen Tapetenarten werden nach Zweck, Material und Oberflächenbeschaffenheit unterschieden. Die verschiedene Eigenschaften, Anfertigungs- und Verarbeitungsmerkmale werden durch Symbole gekennzeichnet. Zu sehen sind die Symbole am Anfang und Ende jeder Tapetenrolle. Die Bedeutung der Tapetensymbole haben wir für Sie natürlich ins Netz gestellt. 

Wieviel Tapete muss es sein?

tapezieren_frau.jpgIhren Tapetenbedarf können Sie den folgenden Tabellen entnehmen. Fenster und Türen werden dabei mitgerechnet, um einen ausreichenden Vorrat für Verschnitt und zur Ausbesserung sicherzustellen. Hinter dem Begriff 'Eurorolle' verbirgt sich das heute gängigste Tapetenformat. Eine Eurorolle ist 0,53 m breit und 10,05 m lang. 


Bedarfsermittlung bei Eurorollen

Eurorollen (10,05 x 0,53 m)

Raumumfang in MeternAnzahl der Eurorollen bei einer Raumhöhe von
2,10 - 2,35 m2,40 - 3,05 m3,10 - 4,00 m
6345
10578
126810
1571013
1891115
20101217
24111521

Bedarfsermittlung bei Raufasertapeten

Raufasertapeten (33,5x 0,53 m)

Raumumfang in MeternAnzahl der Eurorollen bei einer Raumhöhe von
2,10 - 2,35 m2,40 - 3,05 m3,10 - 4,00 m
6133
10233
12234
15334
18345
20345
24457

Das richtige Werkzeug

tapezierwerkzeug.jpg

  • Tapeziertisch
  • Leiter 
  • Quast und Eimer
  • Tapezierbürste
  • Moosgummi-Rolle
  • Nahtroller
  • Zollstock
  • Bleistift
  • Tapetenschere
  • Cuttermesser
  • Lot
  • Tapeziermesser


Nun haben Sie zwar das Werkzeug bereit liegen, aber womöglich muss erst noch die alte Tapete entfernt werden. Das kann eine harte Arbeit werden, aber mit einer Spezialinformation wollen wir Ihnen die Arbeit erleichtern. 

Wenn aber erst einmal die alte Tapete runter muss…

Putzschäden beseitigen

tapeten3.jpgIst die alte Tapete oder der alte Anstrich ab, müssen Putzschäden und Risse geglättet werden. Besonders einfach und problemlos geht das mit einem Gips-Reparaturspachtel. Zunächst müssen alle lockeren Putzreste aus der Schadstelle mit dem Spachtel oder einer groben Bürste entfernt werden. Staub und lockere Teilchen entfernen Sie am saubersten mit einem Staubsauger. Dübellöcher können mit Instant-Spachtelmassen aus der Tube geschlossen werden. Diese ist gebrauchsfertig und kann sofort eingesetzt werden auf neuem und alten Putz, Beton, Mauerwerk, Natur- und Kunststein, Dämmplatten und auf Styropor. Risse und Fugen bis 3 mm sowie Nagel- und Dübellöcher lassen sich aber auch schnell und einfach mit einer Rissbrücke schließen. Der hochelastische Vliesträger kann sofort übertapeziert und gestrichen werden. Mit dem Problemfall Putzrisse hat sich die Redaktion von baumarkt.de natürlich auch in einem ausführlichen Beitrag beschäftigt. Sollten an Ihrer verputzten Wand erhebliche Risse zu sehen sein, sollten Sie sich den Spezialbeitrag ansehen. 

Tapezieruntergrund vorbereiten

alte TapeteBelag entfernen und den darunter liegenden Putz mit einer dünnen Kleistermischung vorkleistern (Hinweise dazu finden Sie in der Anrührtabelle auf Ihrer tesa Kleister-Packung).
LeimfarbenMit Wasser und Tapetenablöser abwaschen, danach mit lösemittelfreiem Tiefengrund behandeln.
Öl-/LackfarbenAnschleifen, mit wasserverdünntem Lackanlauger abwaschen und anschließend Rollenmakulatur kleben.
Löcher, RisseLose Teile entfernen, mit Füllspachtel alle Schadstellen ausfüllen und glätten oder einfach tesa Rissbrücke nehmen.
Größere PutzunebenheitenMit der Glättkelle großflächig Füllspachtel auftragen, glätten und nach dem Trocknen abschleifen.
Sandende UntergründeDen Putz mit Tiefgrund festigen.
Rauhe PutzeVollflächig spachteln oder Rollenmakulatur kleben.
Stark saugende UntergündeVorkleistern oder Tiefengrund auftragen.
GipskartonLösemittelfreien Tiefengrund auftragen oder mit Tapetenwechselgrund vorbehandeln.
Rost-/ WasserfleckenFleckendecker oder Isolierfarbe auftragen.
SchimmelUntergrund reinigen und mit Anti-Schimmel-Grundierung behandeln.

Der richtige Kleister

tapeten4.jpgEntsprechend der Beschaffenheit Ihrer Tapeten wählen Sie nun den geeigneten Kleister aus, z.B. für Papier-, Raufaser-, Spezial-, Textil-, Vinyl- oder Vliestapeten. Und so ist der Kleister besonders schnell anzusetzen: Packungsinhalt vollständig in kaltes Wasser geben, 1 Minute lang klumpenfrei rühren, 10 Minuten ruhen lassen. Dann den Eimerinhalt noch einige Male kräftig durchrühren, und schon ist der Kleister einsatzbereit. Kleiner Spaß am Rande: Nehmen Sie nur Kleister, der auf Ihre spezielle Tapete abgestimmt ist, sondern stellen Sie am Ende fest: „Alles Scheibenkleister!“

Tapetenbahn einkleistern und kleben

tapeten5.jpgMessen Sie die benötigte Bahnenlänge an der Wand aus - plus etwa 10cm für den Verschnitt. Auf den Rückseiten der abgeschnittenen Bahnen tragen Sie den Kleister mit einem Quast satt auf (Ausnahme: Vliestapeten, hier Auftrag auf die Wand!). Dabei die Ränder nicht vergessen! Nun müssen die Tapeten weichen: Dazu falten Sie die Bahnen von links und rechts zur Mitte hin, so dass die eingekleisterten Flächen aufeinander liegen. Beachten Sie aber die vom Tapetenhersteller angegebenen Weichzeiten!

tapeten6.jpgUm die Tapete senkrecht zu verkleben, halten Sie eine Bahn an und zeichnen den Verlauf mit einem Bleistift nach. Nach der Weichzeit folgt das Anbringen der ersten Tapetenbahn entlang der Bleistiftlinie. Die nächsten Bahnen einfach in der Reihenfolge kleben, in der Sie sie eingekleistert haben. Arbeiten Sie immer "mit dem Licht", d.h. vom Fenster weg. Eventuelle Überlappungen werfen dadurch später keine Schatten. Drücken Sie die Bahn von oben nach unten und von der Mitte zu den Seiten blasenfrei an. Arbeiten Sie dann mit der Tapezierbürste nach. Zum Andrücken von Gewebetapeten sollte die Andruckwalze aus Moosgummi eingesetzt werden.

Die weiteren Bahnen

tapeten7.jpgDie folgenden Bahnen werden nun einfach auf Stoß geklebt (also so, dass sich die Kanten der Bahnen gerade berühren). Kleisterflecken lassen sich am besten sofort mit einem feuchten Schwamm entfernen, bevor sie antrocknen. Den an der Fußleiste überstehenden Rest der Tapetenbahnen markieren Sie zunächst mit dem Rücken einer Schere und schneiden ihn dann ab. Ist eine Tapetenbahn trotz sorgfältigen Abmessens zu kurz geraten? Kein Problem: Sie können den Verschnitt mit einem auf Stoß geklebten Tapetenstreifen korrigieren. Die Tapete darf nach dem Tapezieren nicht zu schnell trocknen. Vermeiden Sie also Zugluft und heizen Sie nicht zu stark! 

Um die Ecke tapezieren

Messen Sie zunächst an mehreren Stellen den Abstand vom Rand der letzten geklebten Bahn zur Ecke. Zum größten Abstand geben Sie noch 1 cm zu, denn mit der nächsten Bahn müssen Sie ungefähr 1 bis 2 cm über die Ecke hinauskommen. Schneiden Sie nun die Bahn in die gewünschte Breite. Sie verwenden beide Teile der Tapetenbahn. Zunächst wird der ausgemessene Streifen wie die bisherigen Bahnen nach links ausgerichtet verklebt. Die Bahn muss in der Ecke gut und möglichst faltenfrei eingepaßt werden. Entstehen dabei Falten, muss man diese sofort einschneiden und übereinander kleben. Der Reststreifen wird entlang einer lotrechten Anschlaglinie ausgerichtet. Diese Anschlaglinie müssen Sie zuvor mit Senklot, Bleistift und Lineal konstruieren. Dabei müssen Sie sorgfältig vorgehen, da am Reststreifen alle übrigen Bahnen der neuen Wand ausgerichtet werden.


Foto: www.erfurt.com