Schnee verrät eine schlechte Dachdämmung

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Wer sich das Foto oben ansieht, wird sofort feststellen, dass sich der Schnee auf den Dächern der drei Häuser sehr unterschiedlich verteilt hat. Alle drei Häuser haben dieselbe Dachneigung, alle drei Häuser haben ein ausgebautes Dachgeschoss mit Dachgauben. Das mittlere Haus weist eine geschlossene Schneedecke auf, beim linken Haus hat sich der Schnee etwa 2m ab First "verflüchtigt" und beim Haus ganz rechts ist eine "allgemeine Schneeschmelze" im vollen Gang.

Was kann man daraus folgern? Nur das Haus in der Bildmitte ist optimal gedämmt. Da Wärme die Angewohnheit hat, nach oben aufzusteigen, hat sie im Dachgeschoss des linken Hauses den Bereich unter dem First erwärmt. Die Wärme ist also durch die Dämmung in die Dachpfannen gedrungen, hat diese angewärmt und dadurch den Schnee zum Abtauen gebracht. Beim Dachgeschoss des Hauses ganz rechts verrät der Schnee eine schlechte Dachdämmung. Überall sind die "schwarzen Flecken" der Dacheindeckung zu erkennen. Hier wurde also generell oder partiell schlecht gedämmt, wie jeder Laie nachvollziehen kann.
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Auch bei dem älteren Einfamilienhaus (Fotos links) wird zum Dach hinaus geheizt, also Energie verschleudert. Das ist aber nicht das einzige Problem. Die in einer Wohnung unter dem Dachgeschoss anfallende Wärme ist zwar unsichtbar, dennoch aber literweise mit Wasserdampf angereichert, der durch die mangelhafte Dämmung unter die Dacheindeckung gerät und als Kondensat erhebliche Schäden an der Dämmung selbst wie an den Dachbalken hervorrufen kann. Solche Feuchtenester sind der ideale Nährboden für Schimmel, wobei wir zum Thema Schimmel in diesem Portal mehrere Inhalte veröffentlicht haben. Gerade Schimmel vermehrt sich ja wie die Kaninchen, seit Gebäude absolut winddicht sein müssen und ein natürlicher Luftausgleich durch Fensterritzen und undichte Türen nicht mehr möglich ist.

Nicht nur der Schnee, sondern auch Eiszapfen an der Dachkante sind ein Anzeichen dafür, dass ein Dach nicht ausreichend oder richtig gedämmt worden ist. Bei dicken Schneelagen auf dem Dach, wie sie vor allem in Süd- und Ostdeutschland im Winter keine Seltenheit sind, verwandelt sich die Unterseite der Schneedecke, sobald die Dacheindeckung über dem Gefrierpunkt erwärmt worden ist, in Wasser, das unter der Schneelage abläuft und an den eiskalten Dachrinnen und überstehenden Dachkanten zu Eiszapfen gefriert. Das mag im Sonnenschein romantisch funkeln, aber für diese Romantik kann man
sich nichts kaufen.

Auch die dickste Dachdämmung dämmt nur unzureichend oder gar nicht, wenn warmer Wasserdampf bei winterlichen Außentemperaturen in die kalte Dämmschicht eindringen kann. Das kann nur verhindert werden durch Anbringung einer Dampfbremsfolie, auch "Klimamembran" genannt. Diese darf nicht irgendwie an die Dachbalken angetackert werden, sondern muss fachgerecht und sauber verklebt werden - entweder mit Dichtstoffen aus der Kartusche oder mit speziellen Klebebändern von der Rolle. Dabei sind natürlich nicht nur die Folienabschnitte untereinander, sondern auch die Wandanschlüsse zu verkleben.

Fotos: www.fotoatelier-schumacher.de