Schmutzfahnen an Betonfassaden beseitigen

Richtig grauenvoll sehen nach 20 oder 30 Jahren Fassadenteile und Balkone aus, wie sie in einem damaligen architektonischen Modetrend zufolge in so genanntem Sichtbeton gebaut wurden. Dabei drückte sich der Beton so in die sägerauen Schalbretter ein, dass die Holztexturen (Maserungen) in den Beton übertragen wurden. Das fand man in den 70-er und 80-er Jahren schön. Nicht bedacht hatte man damals, dass sich durch „Abwitterungen“ am Beton, der ja porös ist, Schmutzfahnen bilden, die an den Fassadeteilen oder Balkonen nach unten verlaufen.

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Hauptübeltäter sind Umweltbelastungen, die sich mit dem Regen vermischen und im Laufe der Jahre zu dunkelgrauen bis schwarzen „Fahnen“ mutieren, die den ganzen Baukörper verunstalten können. Diese optischen Abwertungen kann man an vielen Miethäusern beobachten, wo Teile der Fassade und/oder die Balkone aus Betonkästen bestehen.

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Bei Fertiggaragen sind diese Verunreinigungen ebenfalls sehr oft zu sehen. Da steht dann ein schmuckes Einfamilienhaus in der Landschaft und die Fertiggarage sieht aus „wie Hund“. Wie können diese Betonflächen aufgefrischt werden? Grundsätzlich müssen sie erst einmal mit einem Hochdruckreiniger vom Schmutz befreit werden. Besonders gründlich geschieht das durch Zusatz von Reinigungsmitteln oder durch Einsatz eines Heißwasser-Hochdruckreinigers. Nach dem „Abstrahlen“ muss die Betonfläche natürlich erst einmal trocknen. Nun kommen Produkte zum Einsatz, mit denen die Betonflächen (auch farblich) aufgefrischt werden.

Hersteller REMMERS empfiehlt zunächst eine Grundierung mit „Remmers Imprägniergrund 0642 für mineralische, feste Untergründe“. Wie der Produktname schon sagt, wird der Beton dadurch wasserabweisend imprägniert. Mit „Remmers Beton-Acryl“ wird dann eine Beschichtung aufgetragen, die standardmäßig weiß ist — aber auch in Sonderfarbtönen lieferbar ist. Diese Beschichtung ist schlagregendicht, vergilbungsfrei und witterungsbeständig.

Hersteller HERBOL bietet zwei Systeme an. Nach dem „Abstrahlen“ und der Trocknung der Betonflächen soll der „Herbol Fassadenreiniger“ aufgetragen werden. Nach 48 Stunden kann dann eine Beschichtung mit „Herbol Betonschutz transparent“ erfolgen. Bei dieser Lasur handelt es sich um ein „Ein-Topf-System“, wobei drei Beschichtungen „aus einem Topf“ (also Eimer) unter unterschiedlichem Zusatz von Wasser erfolgen. Wie viel Wasser beigegeben werden sollte, muss ausgetestet werden. Für die Vorbeschichtung könnten es 30 % sein, für die Zwischenbeschichtung 20 % und für die Endbeschichtung 10%. Die Lasur kann auch in einem „Tönautomat“ farbig angemischt werden. Die Betonstruktur bleibt dabei transparent, also sichtbar, erhält aber ein farbiges Finish.

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Wer kein Freund von Lasuren ist, dem ist das deckende Produkt „Herbol Betonfinish“ zu empfehlen, das zweimal aufgetragen wird. Zuvor ist aber auch hier die Betonfläche mit „Herbol Hydrogrund“ oder „Herbol Beton-Tiefengrund“ zu behandeln. „Betonfinish“ ist standardmäßig weiß, kann aber nach Herstellerangaben in tausenden Farbtönen geliefert werden.

Bleibt die Frage, mit welchem Werkzeug die Grundierungen, Lasuren und/oder Beschichtungen aufgetragen werden sollen. „1a-Malerwerkzeuge“ empfehlen hier:

  • Für die Beschichtung mit dünnflüssigen Medien wie Sanierlösungen, Beton Lasuren, Imprägnierungen etc. sind Mikrofaser-Farbrollen ideal.

  • Für die Beschichtung mit zähflüssigen Anstrichmedien wie 2K, Lack, Epoxid, Primern, Kunstharz werden Nylon-Farbrollen (gekräuseltes Polyamid) empfohlen.

  • Für großflächige Beschichtungen oder Bodenflächen-Beschichtungen verweist der Fach-Online-Shop auf entsprechenden Produkte in seinem Online-Katalog.

Bleibt als Schlussbemerkung nur noch der Hinweis: Durch farbige Beschichtungen von Betonwänden und Betonbalkonen können Häuser nicht nur optisch erheblich aufgewertet werden. Solche Häuser sind auch leichter zu verkaufen als jene. bei denen Schmutzfahnen die Betonflächen verunzieren.

Fotos: www.fotoatelier-schumacher.de