Schimmelbefall in der Mietwohnung - was tun?

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Für jeden Vermieter ist es scheinbar eine beständige Angst: Schimmel in der Wohnung! Aber auch vielen Mietern geht dieses Thema kaum aus dem Kopf. Denn ist in der Wohnung erst einmal irgendwo Schimmel aufgetreten, geht es los: Wer ist schuld daran und was ist der Grund dafür? Wer muss für die Beseitigung aufkommen und wie gesundheitsgefährdend ist Schimmelbefall? Ein Urteil des Landgerichts Frankfurt im vergangenen Jahr, hat große Empörung und Widerstand verursacht. Dort heißt es, dass ein Mieter zu regelmäßigem Stoßlüften verpflichtet sei, um Schimmel vorzubeugen bzw. diesen zu verhindern. Viele Mieter sehen sich jedoch vor ein Problem gestellt, denn sie können nicht, wie gefordert, alle drei Stunden für einige Minuten das Fenster öffnen. Nicht wegen der Kälte, sondern weil sie einfach nicht zu Hause sind. Doch ganz so drastisch ist es dann doch nicht.

Ursachen, Erkennen und Gefahren

Es gibt etwa 100 verschiedene Schimmelpilzarten, die in einem geschlossenen Raum vorkommen können. Da die Sporen mit der Luft verteilt werden — ein ähnlicher Effekt wie bei Staub -, können sich Schimmelpilze rasch ausbreiten und auch zu einer Gefahr für die Gesundheit werden. Neben Asthmaerkrankungen greift Schimmel auch die inneren Organe an, was aber nur auf einen Teil der verschiedenen Pilzarten zutrifft, die Gifte produzieren. Dafür sind Schleimhauterkrankungen und Allergien als Folge keine Seltenheit. Mit Schimmel ist also nicht zu spaßen. In feuchten Räumen wie Küche oder Badezimmer ist die Gefahr der Pilzbildung am größten, aber auch undichte Außenwände können dazu führen, dass sich die Sporen festsetzen. Die Feuchtigkeit fördert das Wachstum und lässt die Sporen keimen. Meist erkennt man den Schimmel an dunklen, grauschwarzen Flecken, die sich in den Raumecken bilden, an die am wenigsten Luft hingelangt. Zuvor aber kann man bereits einen erdigen Geruch feststellen. Auch Hohlräume oder beispielsweise schlecht verfugte Badezimmerfliesen bieten einen idealen Platz für die Sporen, um unentdeckt zu keimen. Mit der Zeit zersetzen sie dann Tapeten, Holz und ähnliches. Ist der Befall bereits so weit vorangeschritten, muss unbedingt ein Experte hinzugezogen werden, der den Befall genauestens untersucht und sie Art des Schimmelpilzes feststellt, um das Gesundheitsrisiko einschätzen zu können. Häufig sind großflächige und teure Sanierungsarbeiten notwendig, um den Befall zu stoppen und zu beseitigen.

Schimmel verhindern

Gerade im Winter oder in kühlen Sommern kommt es verstärkt zur Entstehung von Schimmelflecken. Das liegt daran, dass die Feuchtigkeit, die in jeder Wohnung entsteht, nicht abziehen kann. Kochen, Duschen, aber auch schon Waschen und Schwitzen sorgen dafür, dass die Luftfeuchtigkeit ansteigt. Um diese zu senken, müssen alle Räume regelmäßig und ausgiebig gelüftet werden. Im Winter ist sogenanntes Stoßlüften zu empfehlen, also die Heizung nicht runterdrehen und nach dem Lüften wieder aufdrehen, das kostet nur unnötig, sondern das Fenster etwas 10 bis 15 Minuten weit aufmachen, so dass die Luft ausgetauscht wird. In Bädern und Küchen sollte direkt nach dem Duschen und Kochen das Fenster aufgemacht werden, hierbei empfiehlt es sich, dies über einen längeren Zeitraum zu tun. Meist erkennt man die Feuchtigkeit an beschlagenen Fensterscheiben. Dieses Kondenswasser muss erst vollständig aufgelöst sein, vorher auf keinen Fall das Fenster schließen. Innenbäder sollten nie komplett geschlossen werden, die Gefahr der Schimmelpilzbildung ist hier besonders hoch und eingebaute Dunstabzüge reichen in den meisten Fällen nicht aus.

Wenn er bereits da ist

Stellt man modrigen Geruch fest oder hat sich bereits sichtbar Schimmel gebildet, hilft immer noch ein offenes Fenster. Das vertreibt zwar nicht die Spuren, aber vermeidet eine weitere Ausbreitung. Großflächigen Befall sollte man untersuchen lassen. Dazu können Malerfirmen, die auf die Behandlung und Beseitigung von Schimmelbefall spezialisiert sind, zu Rate gezogen werden. Diese können feststellen, wie schlimm der Befall ist und um welche Art es sich handelt, also ob ein erhebliches Gesundheitsrisiko besteht oder nicht. Dennoch gibt es Tipps und Anregungen für Heimwerker, die nur kleine Flächen behandeln möchten. Sind Wände mit Tapeten betroffen, muss diese entfernt werden und die Wand erst einmal austrocknen. Dabei sollte man bei Außenwänden darauf achten, ob die Nässe von außen kommt oder wirklich auf schlechte Belüftung zurückzuführen ist. Ist die Wand vollständig getrocknet, kann sie neu tapeziert werden. Um Schimmelpilz zu beseitigen, beispielsweise an den Fugen im Badezimmer, eignet sich Brennspiritus (Ethanol) am besten. Bei der Verwendung unbedingt Schutzbekleidung, also Mundschutz und Schutzhandschuh, tragen! Im Baumarkt findet man auch chemische Pilzbekämpfungsmittel, die aber für die Anwendung im Innenbereich eher ungeeignet sind. Diese Mittel sind hochdosiert und können in geschlossenen Räumen ein nicht unerhebliches Gesundheitsrisiko darstellen. Aber auch nach der Sanierung gilt es, die Stelle genau zu beobachten, ob der Schimmel wirklich beseitigt ist oder wiederkehrt. Und in jedem Fall: Regelmäßiges Lüften nicht vergessen.

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