Schimmel im Erkerzimmer

Karl S.: Hi, wir haben in einem Mehrfamilienhaus (Aussendämmung fällt also aus) ein Erkerzimmer. Darüber ist ein Balkon. In der Ecke wo sich Decke und zwei Aussenwände treffen, hat sich während unseres Urlaubs Schimmel gebildet. Wir lüften ansonsten morgens und abends, heizen aber nicht sehr intensiv (ca.18 Grad). Meine Vermutung ist, dass hier eine Wärmebrücke vorliegt. Können Dämmtapete (z.B. pappkaschiert, 4mm) an den Außenwänden + Dämmplatten (z.B. XPS 6mm) an der Decke Abhilfe schaffen? Kann es Probleme geben?

Antwort von Klaus-Dieter: Hi Karl, prüfe erst einmal, ob der Schimmel in der Wand (im Putz) steckt oder nur auf der Wand. Mit Nagel ankratzen. Ist der Putz feucht und "eingeschimmelt", liegt ein Feuchteschaden von außen vor - mutmaßlich ist der Balkon über Deinem Erker undicht. Die warm-feuchte Raumluft sucht sich ein kühles Plätzchen und findet einen schönen Rastplatz an dieser kühleren, feuchten Ecke. Ist aber nur die Tapete oder der Anstrich schimmelig, ist der Fehler in Deiner Wohnung zu suchen. Offenbar hast Du einen Altbau mit hohen Zimmern, die im Sommer schön kühl bleiben. Da kommt doch wahrhaftig im Sommer die feuchtwarme Außenluft in Dein Zimmer und läßt sich an der kühlen Decke nieder, um aus dem Kondensat einen Nährboden für Schimmel zu machen. Umgekehrt kann im Winter feuchtwarme Raumluft entstehen - auch bei nur 18° Zimmertemperatur - die irgendwo hin will - nämlich in ein möglichst kühles Eckchen, da, wo Du richtigerweise Deine Kältebrücke vermutest. Von innen dämmen bringt wenig bis nichts, schon gar nicht mit der Dämmtapete. Das Plätzchen bleibt kühl und die feuchtwarme Luft krallt sich dann eben in Deine Tapete oder hinter Deine Dämmung. Du mußt also die Raumfeuchtigkeit senken und richtig lüften.