Schimmel: Abdichten und Dämmen eines Rollladenkastens

Ein Rollladenkasten war undicht, was sich an braunen Flecken auf der Tapete bemerkbar machte. Da zudem der Wind durch alle Ritzen pfiff, sollte der Rollladenkasten nicht nur abgedichtet, sondern auch gedämmt werden. Beim Entfernen der Tapete wurde das ganze Unheil sichtbar. Schwarzer Schimmel hatte sich an zwei Stellen gebildet — es war also auch eine Schimmelsanierung notwendig. Zusätzlich durchzog ein feiner Haarriss den Rollladenkasten. Im Baumarkt wurden alle benötigten Materialien besorgt, um eine Sanierung des Rollladenkastens vornehmen zu können: Schimmel-Entferner, Schimmel-Schutz, Wandabdichtungsmasse, Isolier-Untertapete, Styroporkleber, Raufaser, Tapetenkleister und Wandfarbe. Zahnspachtel, normaler Spachtel, grobe Bürste, Malerrolle und Pinsel werden ebenfalls benötigt.

verschimmelter Rollladenkasten Rollladenkasten nach Auftrag des Schimmel-Entferners

Zunächst musste die Tapete entfernt werden, das ging an den Stellen, an denen sich der Schimmel breit gemacht hatte, ganz einfach. Bei der Arbeit sollte auf jeden Fall ein Mundschutz getragen werden, denn gesundheitsfördernd sind die Schimmelsporen nicht. Nach dem Entfernen der Tapete, wird Schimmel-Entferner auf die betroffenen Stellen gesprüht. Sofort läuft schwarze Brühe die Wand runter. Zunächst scheint sich die Lage auch eher zu verschlimmern als zu verbessern, denn die Wand wird noch schwärzer. Doch das änderte sich zum Glück.

Rollladenkasten nach Auftrag des Schimmel-Schutzes abgedichteter Rollladenkasten

Nach Anweisung des Herstellers muss der Schimmel-Entferner mehrmals im Abstand von 30 Minuten aufgetragen werden. Nach dem Trocknen lässt er sich mit einer groben Bürste entfernen — und damit auch der Schimmel. Wer möchte, kann abschließend die Fläche auch einfach abschleifen. Dazu unbedingt wieder den Mundschutz verwenden und bei Verwendung einer elektrischen Schleifmaschine eine automatische Absaugung vornehmen, damit sich der Schleifstaub nicht in der gesamten Wohnung verteilt. Damit der Schimmel nicht mehr wieder kommt, wird die Stelle anschließend mit Schimmel-Schutz behandelt. Dieser wird ebenfalls aufgesprüht und verfestigt zusätzlich den Untergrund. Zudem wirkt das Mittel entfeuchtend. Der Auftrag erfolgt wieder mehrmals. Abschließend kann die Wand nach einer Wartezeit von mehreren Stunden abgedichtet werden. In unserem Fall wurde eine lösemittel- und bitumenfreie Abdichtungsmasse gewählt, die in der Lage ist, kleine Risse wie den im Rollladenkasten zu überbrücken und zu verschließen. Sie ist für eine Vielzahl von Anwendungen geeignet: Beton, Holz, Metall, besandete Dachpappe, Styropor, verschiedene Kunststoffe etc. Auftragen lässt sich die Wasser-Stop-Masse mit einem Spachtel.

gedämmter Rollladenkasten gespachtelter Rollladenkasten

Nachdem die Abdichtungsmasse getrocknet ist, kann die Isolier-Untertapete angebracht werden. Solche Isoliertapeten gibt es in verschiedenen Ausführungen. In diesem Fall wurde eine Untertapete mit einseitiger Karton-Kaschierung gewählt. Das erspart einen Arbeitsschritt, da der Karton sofort tapeziert werden kann und keine Haftgrundierung notwendig wird. Die Seite mit dem Styropor muss an die Wand geklebt werden. Da unklar war, ob sich die gummiartige Abdichtungsmasse mit dem zu verwendenden Styroporkleber verträgt, wurde zunächst einmal eine Probeklebung mit einem kleinen Styroporstück vorgenommen. Zunächst schien das Styropor nicht zu halten, doch am nächsten Tag war alles bombenfest. Die Isolier-Untertapete konnte also an den Rollladenkasten geklebt werden. Normalerweise geschieht das in senkrechten Bahnen, beim Rollladenkasten bietet sich allerdings das Kleben in waagerechten Bahnen an. Da der Styroporkleber eine offene Zeit von 20 Minuten (in dieser Zeit muss die Tapete an die Wand) hat, wurde nicht die gesamte Breite von fünf Metern auf einmal geklebt, sondern die Arbeit wurde in drei Abschnitte geteilt. Je nach Konsistenz des Styroporklebers wird dieser mit dem Zahnspachtel oder mit dem Pinsel direkt auf der Wand aufgetragen. Die zugeschnittene Isoliertapete wird dann in das Kleberbett eingelegt und angedrückt. Abschließend werden die Stoßkanten noch verspachtelt, damit eine glatte und ebene Fläche entsteht.

tapezierter Rollladenkasten gestrichener Rollladenkasten

Im nächsten Schritt wird der Rollladenkasten mit einer Raufaser tapeziert. Das geschieht wieder in senkrechten Bahnen, da die Ecke überdeckt werden soll. Wer keine Raufaser an der Wand hat, kann den Rollladenkasten auch mit jeder beliebig anderen Tapete verzieren. Abschließend bekam der Rollladenkasten noch einen weißen Anstrich mit weißer Wandfarbe. Nun glänzt er wieder wie neu.