Schallschutztüren - endlich Ruhe im Haus

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Lärm ist eines der Hauptübel unserer Zeit. Überall, wo man hinkommt, ist er bereits da. Bei der Arbeit lärmen die Maschinen oder die Kollegen, im Freien lärmen Autos oder Kinder und Zuhause lärmt der Sohn mit schräger Musik. Doch was zuviel ist, ist zuviel - wenigstens in der eigenen Wohnung möchten Sie ihre Ruhe haben. Sie stehen vor der Wahl: Entweder den Sohn in eine Wohnung am anderen Ende der Stadt stecken oder die eigene Wohnung so gestalten, dass der Junge es nicht schafft, sie mitten in der Nacht aus den tiefsten Träumen zu reißen. Dies gelingt mit schalldämmenden Maßnahmen, wobei man den Schallschutz als Gesamtes betrachten sollte. Wände, Decken, Fenster und Türen müssen gleichermaßen schallgedämmt sein. Es nützt schließlich nichts, wenn die Wand absolut schalldicht ist und durch die Tür das Knistern des Bonbonpapiers zu hören ist. Ähnlich wie Flüssigkeit kommt Schall durch die kleinsten Ritze. Schalldämmung ist somit mit viel Liebe zum Detail verbunden. Mehr zum Thema "Schallschutz im Wohnungsbau" können Sie hier nachlesen. In diesem Beitrag beschäftigen wir uns speziell mit dem Thema Schallschutztüren. Beim Schallschutz von Türen kommt es auf die Elemente Türblatt, Zarge und Dichtung an. Werden bei der Montage allerdings Fehler gemacht, nützen die besten Schalldämmwerte nichts.

Anforderung an die Luftschalldämmung von Türen

Schallschutztüren sollen natürlich nicht speziell vor dem Lärm aus dem Zimmer des Sohnes schützen. Es interessiert keine DIN, welche Musik und wie laut sie innerhalb der Wohnung gespielt wird - Hauptsache, der Lärm gelangt nicht nach draußen und die Nachbarn werden vom seltsamen Musikgeschmack des Sohnes verschont. Für andere Fälle spricht die DIN 4109 jedoch Empfehlungen aus, welche Mindestanforderungen an die Luftschalldämmung der Tür zwischen zwei Räumen gestellt werden sollten. Diese Anforderungen gelten für das betriebsfertige Element, also das Türblatt zusammen mit der Zarge und allen Anschlüssen an die Umgebungsbauteile.

Gebäudeart Bereiche und Räume, zwischen denen eine Tür eingesetzt wird. RwR RwP
Geschosshäuser mit Wohnungen und Arbeitsräumen Türen, die von Hausfluren oder Treppenräumen in Flure und Dielen von Wohnungen und Wohnheimen oder von Arbeitsräumen führen.

Türen, die von Hausfluren oder Treppenräumen unmittelbar in Aufenthaltsräume - außer Flure und Dielen - von Wohnungen führen.
27 (37) SK I


37 SK III
32 (42)


42
Hotels Türen zwischen Fluren und Übernachtungsräumen. 27 (37) SK II 37 (42)
Krankenanstalten und Sanatorien Türen zwischen
- Untersuchungs- bzw. Sprechzimmern,
- Fluren und Untersuchungs- bzw. Sprechzimmern.

- Türen zwischen Fluren und Krankenräumen,
- Operations- bzw. Behandlungsräumen,
- Fluren und Operations- bzw. Behandlungsräumen
37 SK III



32 (37) SK II
42



37 (42)
Schulen und Unterrichtsbauten Türen zwischen Unterrichtsräumen oder ähnlichen Räumen und Fluren 32 SK II 37

Abkürzungen

Rw Schallschutz in Dezibel (dB)
RwP Schalldämm-Maß in der Prüfung ermittelt
RwR Rechenwert nach DIN 4109 RwR = RwP - 5 dB
RwB Schalldämm-Maß am Bau: RwR = RwB
SK Schallschutzklasse

Ein- und zweischalige Türblätter

Wichtigste Faktoren bei der Konstruktion des schalldämmenden Türblatts sind die Masse und die Biegesteifigkeit der Sandwichkonstruktion. Die Konstruktion ist natürlich das eine — das andere sind die Türmaße und die Frage, ob Türen DIN rechts oder DIN links eingebaut werden sollen. Bei Türblättern lassen sich ein- und zweischalige Aufbauten unterscheiden.

Einschalige Türblätter sollen schwer sein, aus konstruktiven Gründen jedoch nicht schwerer als 60 kg/m². Sie haben einen weitgehend homogenen Aufbau mit Einlagen aus Spanplatten, harten Holzfaserplatten, Stabsperrholzplatten oder Röhrenspanplatten. Bei Füllmassen aus Röhrenspanplatten können die waagerecht verlaufenden Röhren mit Sand gefüllt werden. Besteht die Füllmasse aus Spanplatten oder harten Holzfaserplatten, so sollten diese aus mehreren Schichten mit punktweiser Befestigung, genagelt oder geleimt, hergestellt werden. Die Masse einschaliger Türblätter läßt sich auch durch dünne Blei- oder schwere Kunststoffplatten erhöhen. 

Während bei einschaligen Türblättern die Schalldämmwerte zwischen 25 dB und 35 dB betragen, können bei zweischaligen Türblättern Werte zwischen 35 dB und 45 dB erreicht werden. Allerdings sind zweischalige Türblätter wegen des erforderlichen Schalenabstandes dicker als einschalige Türblätter. Zweischalige Türblätter arbeiten nach dem Feder-Masse-System, das heißt zwei Massen sind durch eine Feder verbunden. Das bringt einige Vorteile, da die Schallwellen beim Durchgang durch das Bauteil abgeschwächt werden. Zweischalige Türblätter bestehen dementsprechend aus zwei Schalen mit möglichst großer Masse und einer Füllung beispielsweise aus Mineralwolle, die als Feder dient. 

Bei der Montage des Türblatts muss darauf geachtet werden, dass die umlaufenden Dichtungen rundum satt anliegen. Besonders kontrolliert werden muss die Dichtung oberhalb und unterhalb des Schlosses. Dies kann mit einem Papierstreifen geschehen, der hinter die Dichtung geschoben wird. Beim Herausziehen sollte ein leichter Widerstand zu spüren sein.

Zarge und Türfälze bei Schallschutztüren

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Das wichtigste an der Zarge ist die Abdichtung zwischen Zarge und Tür sowie zwischen Zarge und Wand. Für die Schalldämmung einer Tür ist also nicht das Material der Zarge, sondern der Übergang zum Türblatt und zur Wand entscheidend. Die Türfälze werden wegen des direkten Schalldurchgangs mit elastischen Türdichtungen abgedichtet. Zur Verfügung stehen profilierte Dichtungsbänder aus Moosgummi sowie Hohlprofile oder Lippendichtungen aus Kunststoff oder Gummi. Befestigt werden die Türdichtungen entweder mittels gerippter Stege in Nuten am Türfalz oder am Türfutter. Weiterhin können

die Türdichtungen mit Leichtmetallschienen angeschraubt werden. Die Zargen müssen lotrecht und rechtwinklig eingebaut sein. Band- und Schlossteil müssen fluchten. Stahlzargen im Mauerwerk müssen auf allen drei Seiten voll hintergossen werden. In Leichtbauwänden müssen Stahlzargen in der Leibung fugenlos hinterstopft oder ausgegossen und der Wandabschluss abgedichtet werden. Bei Holzzargen ist der Hohlraum zwischen Futterbrett und Mauerwerk vollständig zu hinterfüllen. Nur an 6 Haftpunkten darf in voller Futterbreite geschäumt werden, die übrigen Hohlräume werden mit Mineralwolle hinterstopft.

Abdichtungsmöglichkeiten zwischen Tür und Fußboden

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Damit Schallschutztüren ihre Wirkung voll entfalten können, muss die Fuge zwischen Tür und Fußboden dicht sein. Dabei reicht es nicht, dass optisch alles dicht ist, sondern es darf auch kein Schall durch die Fugen kommen. Wichtig sind bei Türdichtungen daher auch elastische Einfederungen und eine gute Andruckwirkung. Darüber hinaus muss die Dichtungsauflage möglichst breit sein. Schleichwege über Teppichböden oder Estriche machen unter Umständen sogar eine komplette Schallentkopplung im Boden notwendig. 

Die Bodenfuge zwischen Türunterkante und Fußboden wird durch eine Schwellendichtung, eine Auflaufdichtung oder eine Absenkdichtung geschlossen.

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Die Schwellendichtung oder, wie er auch genannt wird, der Türschwellenanschlag bietet mit einer Dichtung an der Schwelle oder an der Türunterkante eine besonders wirkungsvolle Abdichtung der Fuge gegen den Schalldurchgang. Der Anschlag wirkt sich jedoch nachteilig beim Begehen oder Befahren aus.

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Eine Auflaufdichtung oder Höckerschwelle aus Kunststoff oder Leichtmetall kann angeschraubt oder angeklebt werden. Für einen dichten Anschluß zum Boden muss beispielsweise eine Dichtungsbandunterlage sorgen. Bei durchlaufendem Teppichboden darf eine Auflaufdichtung nicht verwendet werden. An der Türkante ist eine Lamellendichtung befestigt, die eine Abdichtung der Fuge bewirkt.

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Die Absenkdichtung ist eine automatische Türdichtung. Beim Schließen der Tür wird durch einen Auslösenocken im Falz ein Dichtungsstreifen aus Gummi oder Filz nach unten abgesenkt. Absenkdichtungen müssen auf der ganzen Türbreite dicht schließen. Die Dichtungslippen müssen so stehen, dass sie sich einer ebenen und harten Fläche wie beispielsweise PVC-Böden leicht anpressen. Bei Fliesenböden mit Fugen sowie bei Teppichböden ist eine Schiene zu verwenden. Diese wird bei Fliesenböden in einem Kittbett verlegt.